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Ärzteschaft

Verbesserte Einkommens­entwicklung bei steigenden Betriebskosten

Freitag, 21. Juni 2019

/dpa

Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) hat in ihrer Bedeutung für die niedergelassenen Ärzte weiter zugenommen. Das zeigen neue Zahlen des Zi-Praxis-Panels zur wirtschaftlichen Lage der Arztpraxen zwischen 2013 und 2016.

Von 2013 bis 2016 sind die GKV-Einnahmen der Arztpraxen um durchschnittlich 5,3 Prozent jährlich gestiegen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) heute mitteilte. Dabei wuchs der Anteil der aus der GKV erzielten Einnahmen von 74,1 Prozent (2013) auf 75,8 Prozent (2016).

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Die Überschüsse der Praxen stiegen im Beobachtungszeitraum unter Berücksichti­gung der Inflationsrate um durchschnittlich 5,3 Prozent pro Jahr an – im Mittelwert über alle Fachgebiete hinweg auf 170.400 Euro im Jahr 2016. Sie lagen damit über der Entwicklung der Tariflöhne, die im gleichen Zeitraum im Jahresmittel um 4 Prozent zulegten.

Über den gesamten Zeitraum hinweg sind zugleich aber auch die Betriebskosten ge­stiegen: Wie die Daten zeigen gab es einen Anstieg um insgesamt 9,9 Prozent. Die größten Kostentreiber waren Personalaufwendungen (plus 18,4 Prozent) und Miet­kosten (plus 3,8 Prozent). Gleichzeitig deuten sinkende Abschreibungsraten (minus 12,3 Prozent) und steigende Wartungs- und Instandhaltungskosten (plus 18,6 Pro­zent) auf eine längere Nutzung der Geräte hin.

Daten erhob das Praxispanel auch zu den Arbeitszeiten. Demnach arbeiteten die nie­dergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten 2016 im Durchschnitt 48 Wochen­stun­den. Angestellte Ärzte arbeiten in der Regel deutlich weniger als selbständige Ärzte, im Schnitt rund 23 Wochenstunden. Etwa 50 Prozent der Angestellten hatten Arbeits­verträge im Umfang von über 5 bis zu 20 Wochenstunden.

Die Niederlassung sollte gegenüber alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten jünge­rer Ärzte wieder konkurrenzfähig werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, heute bei der Vorstellung des ZiPP-Jahresberichts 2017.

Er betonte, ärztliche Arbeitszeit sei ein immer knapper werdendes Gut. Altersbedingt würden in den nächsten Jahren viele niedergelassene Ärzte ihre Praxen aufgeben. Immer weniger junge Ärzte seien zudem bereit, sich selbständig niederzulassen an­statt eine Anstellung zu suchen. „Je mehr Teilzeitmodelle zur Regel werden, umso stärker nimmt die zur ambulanten medizinischen Versorgung verfügbare ärztliche Ar­beitszeit ab. Dieser Verknappung muss energisch entgegen gewirkt werden“, sagte Gassen.
 
Die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung könne nur gelingen, wenn die Arztpraxen ihre Aufgaben auf Basis eines soliden ökonomischen Fundaments sicherstellen könnten, so der KBV-Chef weiter. Gassen forderte die Politik auf, sich klar zur ambulanten Versorgung zu bekennen. „Die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis mit hohem wirtschaftlichem Risiko müssen mindestens genauso gut sein wie in der sicheren Anstellung in anderen medizinischen Versorgungsbereichen.“ © may/EB/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Sonntag, 23. Juni 2019, 17:15

ZI mal wieder voll daneben – halt wie immer!

Daten zu erheben, ist nur der erste Punkt. Zahlen vernünftig zu aggregieren, ist der Zweite. Zahlen mit Hirn und Verstand zu verarbeiten, ist der dritte und die so gewonnenen Daten richtig zu interpretieren, ist der vierte und letzte Punkt.

Das ZI hat Daten erhoben (Punkt 1) und dabei vermutlich schon die ersten Fehler gemacht. Da Ärzte unterschiedlich viel arbeiten, muss man den Arbeitsumfang pro Arzt genau erfassen. Zudem hat auch der Status, angestellt bzw. selbstständig, Einfluss auf die Leistung pro Zeiteinheit.
Das ZI hat die Daten aggregiert, Punkt 2, und dabei bereits gravierende Fehler gemacht. Arzt ist nun mal nicht gleich Arzt und lediglich nach der Anzahl der Ärzte bzw. der Praxisinhaber zu differenzieren, ist unzureichend. Ein angestellter Arzt arbeitet typischerweise weniger Stunden pro Woche als ein Inhaber und ein Inhaber arbeitet effizienter als ein Angestellter.
Innerhalb einer Facharztgruppe gibt es zudem eine große Bandbreite an „Umsätzen pro Arzt“. Wenn rein operative Praxen (z. B. bei Augenärzten) mit rein konservativen Praxen in eine Gruppe geworfen werden, dann sind die Ergebnisse systematisch verzerrt (Punkt 3).
Um vernünftige Aussagen auf Basis der erhobenen Daten machen zu können, müsste man all die o. g. Effekte berücksichtigen (Punkt 4). Angestellt oder selbstständig, Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche, Anzahl der Ärzte (gemessen in Vollzeitäquivalenten) pro Praxis, Einzelpraxen und BAG in getrennten Gruppen ausweisen, Landarztpraxen und Stadtarztpraxen getrennt betrachten und weiteres mehr. All diese Effekte haben Auswirkungen auf die statistischen Kenngrößen. Als Kennwert des Durchschnitts das arithmetische Mittel auszuweisen, nachdem man völlig heterogene Gruppen in eine Gruppe aggregiert hat, zeugt von Inkompentenz. Der Median liegt vielfach deutlich unter dem arithmetischen Mittel – ein Indiz für eine große Streuung. Große Streuung bedeutet, dass die Gruppe nicht homogen war. Wenn eine Gruppe nicht homogen ist, verbieten sich Aussagen im Sinne von „haben im Durchschnitt“ von ganz alleine.

Dass das erste Quartil, das sogenannte Unterhaus, völlig andere wirtschaftliche Kennzahlen als das vierte Quartil, das Oberhaus, haben, geht bei einer so undifferenzierten Betrachtung, wie sie das ZI vorgelegt hat, völlig verloren. Kein Wunder, dass sich das Armen- bzw. Unterhaus der Niedergelassenen von seinen Funktionären völlig verarscht fühlt, wenn solche Zahlen in Umlauf gebracht werden. Mit der Realität des ersten Quartils haben solche Zahlen nichts zu tun. Wer sich als Ärztefunktionär hinstellt und auf Basis solcher Aussagen behauptet, den Ärzten ginge es doch ganz gut, der Tritt dem Unterhaus mit aller Kraft gegen das Schienbein.

Daher mein Urteil: ZI – sechs, setzen.

Der Artikel folgt demzufolge dem GIGO-Prinzip. Garbage In – Garbage Out.
LNS

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