NewsVermischtesBündnis fordert vor Autogipfel zeitnahes Tempolimit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bündnis fordert vor Autogipfel zeitnahes Tempolimit

Freitag, 21. Juni 2019

/dpa

Berlin – Vor dem Autogipfel am kommenden Montag bei Bundeskanzlerin Angela Mer­kel (CDU) hat ein breites Verbändebündnis ein Tempolimit auf Deutschlands Straßen noch in diesem Jahr gefordert. Auf Autobahnen solle die Höchstgeschwindigkeit 120 Kilometer pro Stunde (km/h) betragen, in Städten eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h vorgeschrieben sein und außerorts von 80 km/h, erklärte das Bündnis heute in Berlin. Damit könnten Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart werden.

Bundesregierung und Bundestag müssten „jetzt handeln“, mahnten die Deutsche Um­welthilfe (DUH), der ökologische Verkehrsclub VCD, Greenpeace, Changing Cities und die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland. Weitere Studien und Arbeitsgruppen seien „weder notwendig noch zielführend“.

Anzeige

Mit einem Tempolimit auf Autobahnen und auf Landstraßen könnten jährlich bis zu fünf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, schätzt die DUH. „30 Jahre Diskussion über die Sinnhaftigkeit eines Tempolimits sind genug. Wir brauchen ein Ende des Schaufahrens gegen den Klimaschutz“, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Deutschland sei das einzige Industrieland, das die Geschwindigkeit auf Autobahnen nicht begrenzt. Dies sei ein weiterer Beleg für den klimaschädlichen Kurs der Bundes­regierung.

Der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, betonte, ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen könne mehr als 100 Menschenleben pro Jahr retten und mehr als 5.000 Verletzte verhindern. Zudem brauchten auch die Autos der Zukunft eine Höchstgeschwindigkeit.

„Die Batterien von Elektroautos entleeren sich bei hohen Geschwindigkeiten extrem schnell. Die Sensorik für autonomes Fahren ist bei hohen Geschwindigkeitsunter­schieden auf Autobahnen überfordert.“ Die Blockadehaltung der Regierung zum Tempolimit behindere die Entwicklungsabteilungen der Autohersteller und der IT-Unternehmen.

Eine Geschwindigkeitsreduktion in der Stadt verringere die Unfallzahlen, reduziere Lärm, könne die Luftqualität verbessern und sorge für mehr Lebensqualität, führte Ragnhild Sörensen von der Organisation Changing Cities aus. Auch in den Städten und Dörfern sei eine nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für Unfälle. „Die autogerechte Stadt hat sich inzwischen zu Tode gesiegt und die Zivil­gesellschaft fordert eine sofortige Neuausrichtung der Mobilität.“

Beim Autogipfel am kommenden Montagabend treffen sich Vorstands- und Betriebs­rats­chefs von Autoherstellern mit Merkel und Ministern der Bundesregierung. Es geht laut Vizeregierungssprecherin Martina Fietz darum, wie sich die Autoindustrie in Zu­kunft aufstellen möchte, und welche Rahmenbedingungen die Politik dafür liefern könne. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #103205
Patroklos
am Montag, 24. Juni 2019, 11:44

Vernunft.

Wäre auf jeden Fall vernünftig, ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen.
Avatar #770241
woelfin
am Samstag, 22. Juni 2019, 07:51

der Günen Hype

die Grünen werden Autofahren abschaffen und Fliegen verbieten. Dafür gibt es ja nun die e-Scooter (die angepriesene saubere Alternative zum Auto) und Motorrad-fahren für ALLE, die einen PKW Führerschein haben. Die Ärzte haben dann mit den Verunfallten alle Hände voll zu tun = die Unfallkliniken sind gut ausgelastet. Alles super! ... oder doch nicht? ...
Avatar #672734
isnydoc
am Freitag, 21. Juni 2019, 17:31

Warum nicht einfach

gesetzlich Treibhausgase einfach verbieten?
Bei Zuwiderhandlung den Sauerstoff drastisch beschränken, zentrale Stelle dazu in Brüssel oder Strassburg?
Avatar #764841
Criticist
am Freitag, 21. Juni 2019, 15:25

Gehts noch?

- und zudem noch in derart epischer Breite??
Um ein spezifisch ärztlich-medizinisches Thema handelt es sich bei diesem Unsinn auch nicht gerade. Es sei also an den Titel dieses Mediums und die hiermit verbundene, inhaltliche Vorgabe erinnert: "aerzteblatt"!
LNS

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2020
New York – Angesichts der fortschreitenden Klimakrise macht Deutschland einen Vorstoß für ein entsprechendes Frühwarnsystem bei den Vereinten Nationen (UN). Die UN müsse in die Lage versetzt werden,
Deutschland will UN-Frühwarnsystem für Kampf gegen Klimakonflikte
22. Juni 2020
Halle/Brüssel – Im Kampf gegen den Klimawandel sprechen sich die deutschen Wissenschaftsakademien für einen einheitlichen und stabilen Preis für jeglichen Ausstoß von Kohlendioxid in Europa aus. Ein
Klimaschutz: Wissenschaftler für allgemeinen CO2-Preis in Europa
11. Mai 2020
Berlin − Die Unionsfraktion bremst die Klimaschutzambitionen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus. Merkel hatte sich kürzlich in ihrer Rede beim Petersberger Klimadialog hinter die
Unionsfraktion bremst Merkels Klimaschutzambitionen aus
6. Mai 2020
Wageningen − Wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht gemindert wird, könnten in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter großer Hitze leiden. Sie würden in Gebieten leben, in der die jährliche
Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden
4. Mai 2020
Berlin – Beim ersten Onlineparteitag der Grünen haben die Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck am vergangenen Samstag in der Coronakrise den Schwerpunkt auf soziale Fragen, Klimaschutz und
Grüne wollen mehr soziale und medizinische Hilfen
28. April 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet eine deutliche Anhebung des EU-Klimaschutzziels für das Jahr 2030. Sie begrüße Vorschläge der EU-Kommission, eine Treibhausgasminderung von 50 bis 55
Merkel für deutliche Anhebung des EU-Klimaschutzziels 2030
27. April 2020
Berlin − Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Befürchtungen entgegengetreten, dass in der Coronakrise der Klimawandel von der Agenda der EU verdrängt werden könnte. Die EU-Ratspräsidentschaft
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER