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Medizin

USA: Jeder dritte Krebsüberlebende leidet unter chronischen Schmerzen

Freitag, 21. Juni 2019

/ Photographee.eu, stock.adobe.com
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New York – Jeder dritte Krebsüberlebende gab in einer repräsentativen US-Umfrage an, unter chronischen Schmerzen zu leiden. Bei jedem sechsten beeinträchtigten die Schmerzen den normalen Tagesablauf. Ein Grund für die hohe Prävalenz könnte laut der Studie in JAMA Oncology (2019; doi: 10.1001/jamaoncol.2019.1439) ein unzureichender Kran­ken­ver­siche­rungsschutz sein.

Mit den zunehmenden Behandlungserfolgen steigt die Zahl der Menschen, die eine normalerweise tödliche Krebserkrankung überleben. In den USA soll es bereits 15,5 Krebsüberlebende geben. Bis zum Jahr 2040 könnten es 26,1 Millionen sein. Die Heilung einer Krebserkrankung bedeutet jedoch nicht, dass die Patienten beschwerdefrei sind. Operation, Chemo- und Radiotherapie können dauerhafte Schäden hinterlassen, dazu gehören häufig chronische Schmerzen.

Changchuan Jiang von der Icahn School of Medicine in New York und Mitarbeiter haben hierzu die Daten des National Health Interview Survey ausgewertet. Die Centers for Disease Control and Prevention befragen darin regelmäßig eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung. Bei der Umfrage von 2016/17 gaben 4.526 von 59.770 Befragten an, schon einmal an Krebs erkrankt gewesen zu sein. Davon meinten 1.648 (34,6 %), dass sie unter chronischen Schmerzen leiden. Bei 768 Personen (16,1 %) waren die Schmerzen so stark, dass sie die normalen Tätigkeiten am Arbeitsplatz oder zuhause behindern.

Krebsüberlebende leiden laut Jiang doppelt so häufig unter chronischen Schmerzen wie die Normalbevölkerung. Besonders häufig betroffen waren Personen mit einem geringen Schulbildung (39,2 %), einem niedrigen Haushaltseinkommen (44,6 %) oder Personen, die auf eine staatliche Kran­ken­ver­siche­rung (43,6 %) angewiesen oder ohne Arbeit (38,5 %) waren. Jiang deutet dies als Hinweis auf eine Unterversorgung ärmerer Patienten, die sich offensichtlich eine Schmerzbehandlung nicht leisten könnten. © rme/aerzteblatt.de

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