NewsHochschulenSuche nach Gründen für Wiederauftreten von Meningeomen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Suche nach Gründen für Wiederauftreten von Meningeomen

Montag, 24. Juni 2019

/slonme, stockadobecom

Bonn/Heidelberg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg suchen in einem Verbundprojekt mit Forschern der Universitätskliniken Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Magdeburg und München, warum jeder sechste Patient mit einem Menin­geom, also einem Tumor der Hirnhaut, nach der Therapie einen Rückfall erleidet. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt „Aggressive Meningeome“ mit 1,75 Millio­nen Euro.

Ein Meningeom ist die häufigste Krebserkrankung des Gehirns. Während manche die­ser Hirntumoren eher langsam wachsen und nach der Operation nicht wieder auftre­ten, entwickeln sich andere aggressiv und kehren zurück. „Eine genaue Risikoein­schät­zung, ob der Hirntumor nach der Operation erneut auftreten wird, wäre für uns sehr wichtig. So könnten wir die Therapie frühzeitig anpassen“, erläutert der Projekt­leit­er Felix Sahm von der Abteilung für Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Anzeige

Im Augenblick können lediglich mikroskopische Untersuchungen Hinweise darauf lie­fern, ob der Tumor schnell wächst und daher möglicherweise wiederkehrt. Deuten die Ergebnisse auf einen schnell nachwachsenden Tumor hin, erhält der Betroffene bis­lang im Anschluss an die Operation eine Strahlentherapie und häufigere Kontrollen durch bildgebende Verfahren. Laut den Forschern ist dieses Verfahren aber unsicher.

Ihr Ziel ist: Schon vor der Operation sollen Blutuntersuchungen und neue bildgebende Verfahren Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf ermöglichen. Während der Opera­tion sollen dann die Grenzen zwischen dem Tumor und gesundem Gewebe deutlicher als bisher unterscheidbar sein. Die Forscher wollen außerdem Moleküle im Blut der Patienten oder Gene im Erbgut der Krebszellen – also Biomarker – identifizieren, die ein aggressives Wachstum signalisieren.

Mittels der gewonnenen Erkenntnisse wollen die Forscher anschließend alternative Therapieverfahren entwickeln. „Wir möchten so unter anderem den Patienten helfen, bei denen wiederholte Operationen und Bestrahlung den Krebs nicht aufhalten konn­ten“, erklärte Sahm.

Das Projekt wird von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen ihres Förderschwerpunkt­programmes „Translationale Onkologie“ gefördert. Darin fördert die Krebshilfe Projekte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und ihrer praktischen Anwendung. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. August 2020
Magdeburg – Die Universität Magdeburg kann sich über Millionensummen für ihren Forschungscampus „Stimulate“ freuen. Das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) fördere das Projekt für
Uni Magdeburg bekommt weitere Millionenförderung für Forschungscampus
30. Juli 2020
Bochum/Bern – Ein schweizerisch-deutsches Forschungsteam aus Bern und Bochum hat einen SARS-CoV-2-Antikörpertest vorgestellt, der nach 18 Stunden das Ergebnis liefert, und keine hohen
SARS-CoV-2: Schnellerer Test für neutralisierende Antikörper entwickelt
29. Juli 2020
Jena – Das Forschungsbündnis InfectControl will mit einer Vielzahl interdisziplinärer Projekte zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie beitragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
InfectControl bündelt Kompetenzen in Coronakrise
28. Juli 2020
Nijmegen – 4 ungewöhnlich schwere COVID-19-Erkrankungen, die bei Brüdern aus 2 Familien aufgetreten waren, konnten im Amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2020; DOI: 10.1001/jama.2020.13719) auf Defekte im
COVID-19: Gendefekte führen zu schwerem Verlauf und weisen auf mögliche Therapie hin
20. Juli 2020
Berlin – Für die Erforschung wirksamer Strategien und Therapien gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat das Bun­des­for­schungs­minis­terium (BMBF) die Fördermittel deutlich erhöht. „Wir wollen 45 Millionen
SARS-CoV-2: Regierung verdreifacht Fördermittel für Forschung
20. Juli 2020
Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) unterstützt Forschungsprojekte aus den Bereichen „Veränderung der Leistungsinanspruchnahme durch COVID-19“, „digitale
Zi schreibt Forschungsförderung aus
17. Juli 2020
London – Britische Behörden werfen Hackern vor, im Auftrag Moskaus weltweit Cyberspionage bei Impfstoff-Forschern zu betreiben. Das geht aus einer Mitteilung des britischen Zentrums für
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER