NewsVermischtesDrug-Checking in Berlin soll bald an den Start gehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Drug-Checking in Berlin soll bald an den Start gehen

Montag, 24. Juni 2019

Ecstasypille /dpa

Berlin – Konsumenten sollen verbotene Drogen, die auf vielen Partys in Berlin kursie­ren, auf ihre Reinheit und Dosierung testen lassen können: Das Vorhaben der rot-rot-grünen Landesregierung von Berlin, eine offizielle Drogen-Check-Stelle einzurichten, hat weitere Hürden genommen. „Wir haben auch für 2020/2021 Mittel im neuen Doppelhaushalt für das Projekt einge­stellt, so dass das Projekt an den Start gehen kann“, teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage mit.

Befürworter versprechen sich von dem Drug-Checking neben öffentlichen Warnungen vor gefährlichen Pillen auch einen besseren Zugang zu Konsumenten zu Aufklärungs­zwecken. Politiker der Opposition hatten hingegen scharfe Kritik geübt: Dadurch ent­stehe nur ein zusätzlicher Konsumanreiz. Ein Sprecher der FDP-Fraktion sprach von einem „Förderprogramm für kriminelle Clans und deren Dealer“.

Anzeige

Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit erklärte, ein angesichts der komplexen Rechtslage angefordertes Gutachten sei zu dem Schluss gekommen, dass das Berliner Konzept legal sei und Projektmitarbeiter sich nicht strafbar machten. Die Senatsverwaltungen für Inneres sowie für Justiz würden die Einschätzung teilen, da­mit seien auch Polizei und Staatsanwaltschaft abgedeckt.

Ein Starttermin für das Testangebot steht bisher nicht fest. „Um eine zügige Umset­zung zu realisieren, befinden wir uns jetzt in den letzten Detailabstimmungen mit den relevanten Stellen“, erklärte die Sprecherin. Offizieller Projektbeginn war im vergange­nen November, für 2018 und 2019 wurden 150.000 Euro bereitgestellt.

Im Koalitionsvertrag hatte Rot-Rot-Grün in Berlin angekündigt, Maßnahmen zur „Ver­minderung der Begleitrisiken von Drogenkonsum“ stärken zu wollen – unter anderem mit Drug-Checking. Solche Risiken können neben der Gesundheitsschädigung durch Wirkstoffe – etwa von Cannabis, Kokain und Ecstasy – auch Verunreinigungen, das Strecken der Stoffe oder eine zu hohe Konzentration sein.

In der Schweiz bietet etwa das Drogeninformationszentrum (DIZ) der Stadt Zürich Termine an, an denen Drogen zur Analyse abgegeben werden können. Das Ergebnis kann man später erfragen. Warnungen werden auch im Internet veröffentlicht. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2020
Berlin – Das 2016 in Kraft getretenen Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) hat aus Sicht der Grünen seine Ziel deutlich verfehlt. Eigentlich sollte das Gesetz dazu beitragen, die Verbreitung
Grüne erklären Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz für gescheitert
7. Oktober 2020
Berlin – Wissenschaftliche Evidenz und Erfahrungen von Experten und Betroffenen sollten stärker in der Drogenpolitik berücksichtigt werden. Darauf drängen Verbände der Sucht- und Drogenhilfe in ihrem
Drogenpolitik sollte evidenzbasiert sein
21. September 2020
Berlin – Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2020 nach Recherchen von Welt am Sonntag weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitum starben mit 662 Menschen demnach
Zahl der Drogentoten steigt um 13 Prozent
8. September 2020
Berlin – Die Gesellschaft muss ihre Scheu ablegen, über Suchterkrankungen zu sprechen. Das hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), heute in Berlin angemahnt. „Sucht ist
Rauschgiftkriminalität: Mehr Prävention und mehr Hilfsangebote
2. September 2020
San Francisco – Mehr als ein Sechstel aller plötzlichen Herztodesfälle außerhalb einer Klinik konnte in einer prospektiven Kohortenstudie in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI:
USA: Drogentod wird häufig als plötzlicher Herztod fehlgedeutet
4. August 2020
München – Fast 500 Menschen sind in Bayern mittlerweile für den Einsatz von lebensrettendem Nasenspray für Heroinabhängige geschult worden. „In 70 Notfallsituationen kam Naloxon gezielt zum Einsatz
Nasenspray gegen Drogentod: Fast 500 Menschen geschult
25. Juni 2020
Wien – Die Vereinten Nationen (UNO) rechnen wegen der Coronakrise mit einer Zunahme des weltweiten Drogenkonsums. Von steigenden Arbeitslosenzahlen bis hin zu Einsparungen bei Präventionsprogrammen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER