NewsPolitikKinder mit schwerer MS können von Fingolimod profitieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kinder mit schwerer MS können von Fingolimod profitieren

Montag, 24. Juni 2019

/Geza Farkas, stockadobecom

Köln – Kinder, deren schubförmig remittierende Multiple Sklerose (RRMS) hochaktiv ist oder schwer verläuft und dabei rasch fortschreitet, können von einer Behandlung mit dem Immunsuppressivum Fingolimod (Gilenya) profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei einer ergänzenden Bewertung von Studiendaten.

„Während die Kinder und Jugendlichen im Vergleichsarm am Ende der Studie von einer Verschlechterung ihrer Lebensqualität berichteten, zeigte sich im Fingolimod-Arm eine deutliche Verbesserung“, berichten die IQWiG-Wissenschaftler. Sie sehen daher einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Anzeige

Fingolimod ist seit 2018 auch für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren mit schwerer RRMS zugelassen. Das IQWiG hat in einer frühen Nutzenbewertung Anfang 2019 un­­tersucht, ob der Wirkstoff dafür einen Zusatznutzen bietet. Für drei von vier Patienten­gruppen war kein Zusatznutzen belegt, für die vierte Gruppe ergab sich ein Anhalts­punkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Studien nachgereicht

Der Hersteller hat jetzt Daten aus der Studie nachgereicht, auf der sein Dossier be­ruht. Daher hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss das IQWiG beauftragt, diese Da­ten im Rahmen eines Addendums auszuwerten. Für junge Patienten mit hochaktiver RRMS, die einen Wechsel der Basistherapie benötigen, konnten die Wissenschaftler daher jetzt Daten zum Endpunkt „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ auswerten.

„Zwar hat sich die Gesamtaussage zum Zusatznutzen durch das Addendum nicht verändert“, so Stefan Lange, stellvertretender Leiter des IQWiG. „Aber es freut uns, dass wir hier aussagekräftige Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu sehen bekommen haben. Gerade bei so jungen Patienten ist sie ein ausgesprochen wichtiger Behandlungseffekt.“

Fingolimod hat in der Europäischen Union (EU) eine Zulassung für Kinder mit hochak­tiver schubförmiger MS ab dem zehnten Lebensjahr, die trotz Behandlung mit einem vollständigen und angemessenen Zyklus mit mindestens einer krankheitsmo­difizieren­den Therapie einen hochaktiven Krankheitsverlauf haben.

Außerdem können Kinder behandelt werden, die eine rasch fortschreitende schwere schubförmig-remittierend verlaufende MS haben, definiert durch zwei oder mehr Schü­be mit Behinderungsprogression in einem Jahr und mit einer oder mehr Gadolinium anreichernden Läsionen im MRT des Gehirns oder mit einer signifikanten Erhöhung der T2-Läsionen im Vergleich zu einer kürzlich durchgeführten MRT. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juli 2019
Berlin – Die Beobachtung und Betreuung von Patienten mit multipler Sklerose bei der Gabe des Medikaments Fingolimod wird seit dem 1. Juli vergütet. Der Bewertungsausschuss hat dafür eine neue Leistung
Bewertungsausschuss regelt Vergütung für Behandlung mit Fingolimod
19. Juni 2019
Melbourne – Tägliche subkutane Injektionen mit Vosoritid, einem Analogon des natriuretischen Hormons vom C-Typ, haben in einer Phase 2-Studie das Knochenwachstum von Kindern mit Achondroplasie
Vosoritid beschleunigt Wachstum von Kindern mit Achondroplasie
7. Juni 2019
Altdorf/Düsseldorf – Vor einer Übertherapie mit Schilddrüsenmedikamenten bei Kindern und Jugendlichen warnen die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
Kinder erhalten häufig verfrüht Schilddrüsenmedikamente
8. Mai 2019
Saarbrücken – Auch bei eineiigen Zwillingspaaren kann es vorkommen – genau genommen sogar in 75 % der Fälle –, dass ein Geschwisterteil an Multipler Sklerose (MS) erkrankt, das andere dagegen nicht.
Zwillingsstudie: Multiple Sklerose mit epigenetischen Veränderungen in Blutzellen verknüpft
12. April 2019
London – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine Sicherheitsprüfung des Anti-CD52-Antikörpers Alemtuzumab eingeleitet. Anlass sind Berichte über immunvermittelte Zwischenfälle sowie
EMA prüft Sicherheit von MS-Wirkstoff Alemtuzumab
29. März 2019
Chicago/Berlin – Eine Stammzelltransplantation galt bislang als zu risikoreich, um sie bei einer Multiplen Sklerose (MS) einzusetzen. In einer neuen Studie erwies sich die Transplantation aber „als
Stammzelltherapie trotz neuer Studiendaten keine Standardtherapie bei Multipler Sklerose
28. März 2019
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den selektiven S1P-Modulator Siponimod zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Zu den Einsatzgebieten gehört neben dem
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER