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Ärzteschaft

Heilmittel­verordnungen bei Schulanfängern rückläufig

Dienstag, 25. Juni 2019

/dpa

Berlin – Trotz einer Zunahme von Entwicklungsstörungen bei Schulanfängern zwi­schen fünf und sieben Jahren haben Ärzte ihnen weniger Heilmittel verschrieben. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) in seinem Newsletter.

Danach waren im Jahr 2017 rund 701.000 Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren bei der AOK versichert. Bei rund 243.350 dieser Kinder hat der behandelnde Arzt min­destens einmal eine Entwicklungsstörung dokumentiert. Das entspricht einer Rate do­kumentierter Prävalenz von 348 je 1.000 Versicherte in diesem Alter.

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Jungen sind mit 413 je 1.000 Versicherte in diesem Alter knapp eineinhalbmal so häu­fig betroffen wie Mädchen (279 je 1.000 Versicherte). Mehr als 82 Prozent der diag­nosti­zier­ten Entwicklungsstörungen betreffen die Sprech- und Sprachentwicklung, Störun­gen der motorischen Entwicklung liegen mit gut 22 Prozent auf dem zweiten Platz.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Rate der dokumentierten Entwicklungsstörun­gen laut WidO um 26,5 Prozent gestiegen. Dabei liegt die Steigerungsrate bei den Mädchen in diesem Alter bei 30,6 Prozent, bei den Jungen bei 24,0 Prozent. Der An­teil der Kinder mit einer Logo- oder Ergotherapie nahm im gleichen Zeitraum dem Institut zufolge jedoch nur um 8,2 Prozent zu und ist seit 2015 sogar leicht rückläufig.

„Die Schere zwischen der steigenden Diagnosehäufigkeit von Entwicklungsstörungen und der Verordnung von Heilmitteltherapien ist ein positives Zeichen dafür, dass Ärzte sehr genau hinschauen, wie sich ein Kind rund um die Einschulung entwickelt und wann es therapeutische Begleitung braucht“, schreibt das AOK-Institut. © hil/aerzteblatt.de

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