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Politik

Große Koalition schiebt Pläne zur nationalen Diabetesstrategie vor sich her

Montag, 24. Juni 2019

/dpa

Berlin – Eigentlich wollte der Bundestag am kommenden Donnerstag über eine natio­nale Diabetesstrategie für Deutschland beraten. Auf einen Antrag hatten sich dem Ver­nehmen nach die Regie­rungsfraktio­nen von Union und SPD bereits weitgehend verständigt. Doch nun ist das Thema abgesetzt.

Die Unionsfraktion bestätigte dem Deutschen Ärzteblatt, dass man den Punkt von der Tagesordnung genommen habe. Grund sei noch weiterer Gesprächsbefarf zwischen Union und SPD an zwei Punkten, wie es hieß. Zu den Details wollte man sich nicht äußern.

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Anfang April hatte Dietrich Monstadt, Berichterstatter für Adipositas und Diabetes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, noch davon gesprochen, dass eine Strategie noch vor der Sommer­pause vorliegen könne.

Die Grünen im Bundestag sind verärgert. „Die Große Koalition spielt fahrlässig mit der Gesundheit der Menschen“, sagte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesund­heitsförderung, sowie Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik. Sie betonten, es gebe in Deutschland etwa 500.000 Neuerkrankungen an Diabetes-Typ-2. 60 bis 80 Prozent davon seien laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermeidbar.

Maßgeblich wäre ein abgestimmter nationaler Rahmenplan, der zuverlässige Struktu­ren und gemeinsame Qualitätsstandards bei der Versorgung von Diabetikern schaffe, erklärten Schulz-Asche und Kappert-Gonther. Auch die Zahl der Neuerkrankungen und das Nachlassen der Erkrankung ließen sich durch gesundheitsfördernde Maß­nahmen und Lebensstiländerung entscheidend steuern.

Die Grünen weisen darauf hin, dass die WHO seit langem nationale Rahmenpläne zur Bekämpfung und Verhinderung von Diabetes empfiehlt. Die überwiegende Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten sei dieser Empfehlung bereits nachgekommen.

„Statt endlich zu handeln, lässt die Bundesregierung die Betroffenen weiter im Regen stehen. Die Bundesregierung muss endlich einen ressortübergreifenden Ansatz zur Bekämpfung von Diabetes vorlegen und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen in den Alltagswelten der Menschen schaffen“, forderten Kappert-Gonther und Schulz-Asche. © may/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #94906
ede65
am Mittwoch, 26. Juni 2019, 13:35

Wen wundert das?

Bei einer Fortbildungsveranstaltung der Deutschen Diabetes gesellschaft wurde das vorgestellt!
Ich habe meine Zweifel geäußert, dass das tatsächlich ins Leben gerufen wird, so wie es vorgestellt wurde. Allein das nationale Register mit Datenbank, und nur dadurch würde das ganze Sinn machen, wäe eine Katastrophe für die Pharmaindustrie. Hier wären Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen klar dokumentiert und würden unweigerliche zu Lasten der Profite gehen. Die Kassen und die Ärzte hätten dann Fakten an der Hand um Zulassungen zurück zu ziehen oder Medis einfach nicht mehr zu verschreiben. Da werden die Lobiisten alles dran setzten das zu verhindern. Warum wird wohl über die Gründe der Verzugs nicht geredet? BANANENGESUNDHEITSREPUBLIK
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