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Foodwatch warnt vor Verzögerungen bei neuem Nährwert-Logo

Dienstag, 25. Juni 2019

Nutri-Score /dpa
Das neue MRI-Modell sieht – anders als etwa der farbig abgestufte Nutri-Score (abgebildet) – keine Ampelfarben vor, sondern basiert auf waben­förmigen Feldern zu fünf Inhaltsstoff-An­gaben wie Fett, Zucker oder Salz. /dpa

Berlin – Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat rasche Klarheit über ein neues farbliches Nährwertlogo für Fertigprodukte verlangt. Die aus Frankreich stammende „Nutri-Score-Ampel“ sei wissenschaftlich abgesichert und in der Praxis erprobt, sagte Foodwatch-Expertin Luise Molling der Deutschen Presse-Agentur vor einem Treffen von Bund, Ländern und Verbänden am Dienstag in Berlin.

Bei diesem Treffen will Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) über das weitere Vorgehen für eine Lebensmittelkennzeichung beraten. Nachdem das staatliche Max-Rubner-Institut (MRI) im Mai im Auftrag von Klöckner einen Entwurf für eine Nährwertkennzeichnung (NWK) vorgelegt hatte, kündigte sie unter anderem noch eine Verbraucherbefragung zu einigen ausgewählten Modellen an.

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Verbraucherschützer, medizinische Fachgesellschaften sowie die SPD machen sich hingegen für den Nutri-Score stark. „Die Erprobung eines neuen Systems ist unnötig und zeitverzögernd – und schützt nur die Interessen der Süßwaren- und Junkfood-Industrie, die mit allen Mitteln eine Lebensmittelampel verhindern will“, kritisiert Molling. Mit Blick auf eine europaweite einheitliche und letztendlich auch verbindliche Lösung fordert die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), den Fokus auf vorhandene Nährwertkennzeichnungsmodelle zu legen. Der vzbv setze sich seit Jahren für die Einführung einer farblichen Kennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmitteln ein, teilt Carolin Krieger, Referentin im Team Lebensmittel beim vzbv dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) mit.

Der Nutri-Score und das neue Modell des MRI beruhen zu 100 Prozent auf demselben Bewertungsalgorithmus, erklärte Benedikt Merz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physiologie und Bioche­mie der Ernährung am MRI in Karlsruhe im Interview mit dem . Der Nutri-Score stellt eine Gesamtbewertung des Gehalts an Zucker, Fett, Salz und auch empfehlenswerten Bestandteile wie Ballaststoffe auf einer 5-stufigen Farbskala (A bis E) dar. Das neue MRI-Modell verzichtet auf Farben, nutzt stattdessen unterschiedlich stark schattierte Sterne und bildet zudem die Einzelwerte für Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz und Energie ab. „Somit würde eine Fünf-Sterne Bewertung des MRI-Modells einer Nutri-Score-Bewertung A entsprechen“, sagt Merz.

„Wir übernehmen zum jetzigen Zeitpunkt zu 100 Prozent den Nutri-Score-Algo­rithmus“

Berlin – Wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, hat das staatliche Max-Rubner-Institut (MRI) gestern im Auftrag der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einen Entwurf für eine Nährwertkennzeichnung (NWK) vorgelegt. Das MRI-Modell sieht – anders als der von vielen medizinischen Fachgesellschaften und Verbraucherorganisationen präferierte farbig abgestufte Nutri-Score – keine

Foodwatch forderte die Länder auf, sich nicht „über den Runden Tisch ziehen“ zu lassen. Die Verbraucherminister der Länder hatten sich bei ihrer Konferenz im Mai dafür ausgesprochen, dass bis Jahresende ein einheitliches und möglichst standardisiertes Modell vorgelegt werden solle. Sie unterstützten eine Beteiligung der Verbraucher. In einer ergänzenden Erklärung nannten neun Länder aber die erneute Diskussion eines neuen Systems unnötig und zeitverzögernd, da mit Nutri-Score ein wissenschaftlich bewährtes und praxisgetestetes System vorliege.

Auch der MRI-Experte bestätigte, dass der Nutri-Score eine wissenschaftlich fundierte­ Basis habe und bei den meisten Produkten eine problemlose Orientierung innerhalb derselben Produktgruppe liefere. Ein Vorteil gegenüber dem Nutri-Score sei, dass zusätzliche Zielgruppen ange­sprochen würden, indem neben der Gesamtbewertung auf den ersten Blick der Gehalt an Energie und den Nährstoffen Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz erkennt­lich sei. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 26. Juni 2019, 09:53

Rote Karte für BMEL, Julia Klöckner!

Wer sich wie die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Julia Klöckner, unter "BMEL - Verifizierter Account - @bmel - 3. Juni"
äußert:
"Weniger #Zucker, Fette und #Salz in Fertigprodukten – dafür setzt sich BMin @JuliaKloeckner mit der #Reduktions- und #Innovationsstrategie ein.
Dass dies geht, zeigt @NestleGermany, die die Strategie unterstützen. Sie haben 10% der Inhalte reduziert; weitere 5% sollen folgen"
https://twitter.com/bmel/status/1135815350224924672
praktiziert einen "Kuschelkurs" gegenüber einer hochtechnisierten, entfesselten Lebensmittelindustrie bzw. blamiert sich mit einem der Marktführer namens Nestle® bis auf die Knochen.

Eine echte "Reduktions- und Innovationsstrategie" ist das natürlich nicht! Denn wenn ich auf "freiwilliger" Grundlage einer Reduktions- und Innovationsstrategie den Zucker-, Fett- und Salzgehalt in Fertigprodukten um ganze 10 Prozent reduziere, müsste ich doch zugleich zugeben, 90 Prozent dieser gesundheitsgefährdenden Bestandteile in meinen Fertignahrungsmitteln ("ultraprocessed food") weiterhin belassen zu wollen.

An einer einprägsamen und wirksamen Lebensmittel-Ampel führt kein Weg vorbei!

Aber die wurde bereits von Julia Klöckners Vorgänger konterkariert: "...im Ernährungs-Report, den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) Anfang des Monats [Januar 2017] vorgestellt hat, steht kein Wort davon. Im Gegenteil: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt dem NDR auf Anfrage mit, dass "eine farblich unterlegte Kennzeichnung von Nährstoffen unwissenschaftlich und der Information der Verbraucher nicht dienlich" sei." (Zitat Ende)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Ernaehrungsminister-uebergeht-Verbraucherwillen-,ernaehrung500.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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