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Medizin

Morgenmenschen könnten geringeres Brustkrebsrisiko haben

Donnerstag, 27. Juni 2019

Frau zieht morgens die Vorhänge auf. /picture alliance
Morgenmenschen – allgemein bekannt als Lerchen – hatten in einer Studie ein geringeres Brustkrebsrisiko als Abendtypen – auch als Eulen bekannt. /picture alliance

Bristol – In einer Beobachtungsstudie hatten Morgenmenschen ein etwas geringeres Brustkrebsrisiko als Abendmenschen. Potenziell schädlich könnte sich auch eine Schlafdauer von mehr als den empfohlenen 7 bis 8 Stunden auswirken. Für Schlaflosigkeit konnten die Forscher der University of Bristol hingegen keine Zusammenhänge finden. Ihre Ergebnisse publizierten sie im British Medical Journal BMJ (2019; doi: 10.1136/bmj.l2327).

Die Forscher um Rebecca Richmond hatten Daten aus der britischen Biobank-Studie zur Brustkrebsinzidenz von 180.216 Frauen und von weiteren 228.951 Frauen aus der Studie des Breast Cancer Association Consortium (BCAC) ausgewertet. Mit der statistischen Methode der Mendelschen Randomisierung (MR) gelang es ihnen eine quasirandomisierte kontrollierte klinische Studie zu schaffen und die Inferenz einer kausalen Beziehung zu stärken.

Analysierten wurden genetische Varianten, die mit 3 Schlafmerkmalen verbunden sind: Morgen- oder Abendpräferenz (Chronotyp), Schlafdauer und Schlaflosigkeit. Pro 100 Frauen erkrankte eine Frau weniger bei den Morgenmenschen an Brustkrebs im Vergleich zu jenen, die die Abendstunden präferierten.

Während die MR-Analyse in der UK Biobank keine eindeutigen Hinweise für die Auswirkung der Schlafdauer und der Symptome einer Schlaflosigkeit lieferte, zeigten 2 MR-Proben aus dem BCAC-Datenpool einen nachteiligen Einfluss einer erhöhten Schlafdauer auf das Brustkrebsrisiko. Die Evidenz für Insomnie-Symptome war sowohl bei den Daten aus der britischen Biobank-Studie als auch aus der Studie des BCAC inkonsistent.

Die Autoren betonen jedoch, dass das Ausmaß geringer ist, als bei anderen bekannten Risikofaktoren für Brustkrebs, wie etwa dem Body Mass Index oder Alkoholkonsum. Zudem berge die Studie Fehlerquellen, da sie sich teilweise auf selbst erfasste Schlafmessungen stützte und auf Frauen europäischer Abstammung beschränkt wäre. Auch den Chronotypen hatten die Forscher anhand einer Selbsteinschätzung der Teilnehmer abgefragt.

In einer früheren Studie aus der gleichen britischen Kohorte konnten Forscher bereits zeigen, dass die Morgen-Chronotypen auch eine geringere Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen (Chronobiol Int. 2018).

© gie/aerzteblatt.de

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