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Welche Medikation bei großer Hitze Probleme bereiten kann

Dienstag, 25. Juni 2019

Thermometer /todja, stockadobecom
/todja, stockadobecom

Gummersbach – Die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit (KLUG) hat in einer Hintergrundinformation Medikamente zusammengestellt, die bei einer Hitzewelle Probleme bereiten können und die Ärzte hinsichtlich einer Dosisanpassung beobach­ten sollten. Basis für diese Liste ist ein Papier des britischen National Health Service „Which medicines could cause problems for patients during a heatwave?“ vom Sommer 2017.

Bei Hitzewellen steigen die Zahlen der Erkrankungen und Todesfälle an. Die durch­schnittliche Mortalität erhöht sich während einer Hitzewelle um acht bis zwölf Prozent, bei Hochbetagten versterben ungeschützt 300 von 100.000, so Daten, die das Robert-Koch-Institut zur Hitzewelle 2018 ermittelt hat (Epidemiogisches Bulletin vom Juni 2019).

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Die Liste beginnt mit „Erhöhte Körpertemperatur als Nebenwirkungen von Medika­men­ten“ bei Neuroleptika, Anticholinergika und Antidepressiva. Gelistet sind zudem „Hem­mungen der zentralen Thermoregulation“ bei Neuroleptika und Serotonin-Wiederauf­nahmehemmern sowie eine erhöhten Toxizität von Arzneimitteln – weil eine Dehydra­tation zur Konzentrationserhöhung von Medikamenten im Körper und damit zu Über­dosierung führen kann, zum Beispiel bei der Gabe von Lithium. 

Weitere Hinweise betreffen unter anderem Betablocker („Medikamente können die Hitzeadaptation mit einem erforderlichen erhöhten Herzzeitvolumen beeinträchtigen“), Fentanyl-Pflaster („Direkte Hitzeexposition kann zu einer verstärkten Wirkstofffreiset­zung aus transdermalen Systemen führen und dadurch zu Überdosierungen“) und Diuretika und ACE-Hemmer/ Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten („Dehydratation oder Elektrolyt-Imbalance“).

„Arztpraxen, Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sollten organisa­torische und technische Maßnahmen zur Schadensminderung treffen“, empfehlen die Autoren des KLUG-Papiers. Kühle Orte sollten identifiziert, eingerichtet und als Er­holungsräume eingerichtet werden. Wichtig sei, auch die thermischen Belastungen und Gesundheitsgefährdungen von Mitarbeitern im Gesundheitswesen zu beachten. Die Allianz weist daraufhin, dass sich eine Hitzewelle als Großschadensereignis ent­wickeln könne.

Besonders gefährdet von der extremen Hitze sind laut den Autoren Kleinkinder, Pa­tien­ten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten – insbesondere Herzinsuffizienz und koronare Herzkrankheit – Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen, psychi­schen Leiden, Demenz und Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinsonismus und zerebralen Durchblutungsstörungen sowie Senioren.   © hil/aerzteblatt.de

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