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Fachverband Sucht will TÜV für elektronische Suchtbehandlung

Mittwoch, 26. Juni 2019

/imagecore, stockadobecom

Heidelberg/Neunkirchen – Der Fachverband Sucht fordert eine Art „TÜV“ für elek­tro­nische Programme zur Prävention und Behandlung von Suchtproblemen. „Hinz und Kunz kann derzeit Angebote ins Internet stellen, die hinsichtlich Datensicherheit und fachlicher Seriosität völlig ungeprüft sind“, sagte die Psychiaterin und Suchtexpertin Monika Vogelgesang anlässlich des Kongresses des Fachverbands Sucht in Heidel­berg.

Sie monierte, dass bislang keine Qualitätskontrollen existieren. Zum Teil steckten hinter Angeboten für „E-Mental-Health“ kommerzielle Interessen, tauchten etwa bei Programmen gegen Alkoholsucht Wein-Werbungen oder auch gratis zugeschickte Flaschen auf. „Der Nutzer muss auf ein Siegel vertrauen können“, so Vogelsang.

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Die Chefärztin einer Reha-Klinik im saarländischen Neunkirchen befürchtet, dass „E-Mental-Health“ auch deshalb gepuscht werde, um Stellen für Psychologen und Psy­cho­therapeuten einzusparen. Den Kontakt zwischen Arzt und Patient könne aber kein Algorithmus ersetzen.

Allerdings könnten solche neuen Möglichkeiten zur ersten Selbstdiagnose sowie zu Vor- und Nachbereitung von Suchttherapien hilfreich sein. Für individuelle Hilfe seien die Programme zu schematisch: „Der Mensch ist eben kein Werkstück, das mittels Fragebogen bearbeitet werden kann.“

Auf der anderen Seite kreierten technologische Möglichkeiten immer neue Störungen, wie sie an jungen Männern aus der Gamer-Welt zu beobachten seien. Diese vernach­lässigtem wegen obsessiven Spielens in virtuellen Räumen jegliche Verpflichtungen. Chancen und Risiken der Digitalisierung sind Thema beim Kongress des Fachverban­des. Er vertritt 95 Mitgliedseinrichtungen. © dpa/aerzteblatt.de

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