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Medizin

Natürliche Killerzellen tragen zum Immungedächtnis bei

Freitag, 28. Juni 2019

Abhängig von der Menge des Ly49H-Rezeptors vermehren sich einzelne Killerzellen stärker oder schwächer. (Schmuckbild) / 7activestudio adobe.stock.com

München – Bei einer Infektion wird ein kleiner Teil der effektivsten natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) des Immunsystems ausgewählt und selektiv vermehrt. Dieser Mechanismus könnte eine einfache und evolutionär alte Form des Immungedächtnisses sein, berichten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) in Immunity (2019; doi: 10.1016/j.immuni.2019.04.015).

Die Forscher um Veit Buchholz und Simon Grassmann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der TUM konzentrierten sich bei ihrer Studie auf Infektionen mit dem Cytomegalievirus (CMV) im Mausmodell.

Mehr als die Hälfte der Menschen weltweit sind mit dem Virus infiziert, das lebenslang im Körper bleibt. Normalerweise halten NK-Zellen die Viren zusammen mit T-Lymphozyten in Schach, so dass die Infektion symptomlos verläuft.

NK-Zellen besitzen Oberflächenmoleküle, die CMV-infizierte Zellen erkennen. In Mäusen übernimmt diese Erkennung der Rezeptor Ly49H. NK-Zellen mit diesem Rezeptor (Ly49H-NKs) sind besonders effektiv in der Zerstörung CMV-befallener Zellen.

Die Wissenschaftler verfolgten in ihrer Studie die Immunreaktionen, die von einzelnen Ly49H-NKs in CMV-infizierten Mäusen ausgingen. Sie beobachteten, dass sich NK-Zellen mit dem Rezeptor sehr unterschiedlich vermehrten. Dieses unterschiedliche Verhalten wurde von der Menge der Ly49H-Rezeptoren bestimmt, die auf der Außenhülle vorhanden waren. Zellen, die viel Ly49H hatten, vermehrten sich deutlich besser und bekämpften CMV damit effektiver. Diese Eigenschaft schien vererbbar zu sein. Die Nachkommen einer NK-Zelle glichen in der Menge von Ly49H ihrer Elternzelle.

„Wirklich interessant war aber, dass auch nach dem Höhepunkt der Immunantwort die Killerzellen, die eine hohe Anzahl von Ly49H hatten, vermehrt nachweisbar blieben“, erklärt Grassmann. Das sei ein Hinweis für die Existenz eines einfachen immunolo­gischen Gedächtnisses auf Basis von NK-Zellen, so seine Interpretation. Denn das Prinzip eines Immungedächtnisses könne nur funktionieren, wenn es einen Selektionsmechanismus gebe, der die effektivsten Zellen für die Bekämpfung einer Infektion vervielfältige und diese dann erhalten blieben.

Die Forscher weisen daraufhin, dass es auch beim Menschen in NK-Zellen einen entsprechenden Rezeptor gibt, der bei CMV-Infektionen eine wichtige Rolle spielt. © hil/aerzteblatt.de

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