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Politik

Patienten mit Glioblastom können von Behandlung mit Tumortherapiefeldern profitieren

Mittwoch, 26. Juni 2019

/Novocure

Köln – Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom profitieren von einer Behandlung mit Tumortherapiefeldern zusätzlich zur Standardtherapie. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem neuen Rapid Report.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte das Institut mit der entsprechenden schnellen Nutzenbewertung beauftragt, nachdem im Dezember 2017 eine Studie zu dem Verfahren mit 695 Patienten aus 83 Zentren erschienen war – die EF-14-Studie.

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Das Glioblastom ist ein meist im späten Erwachsenenalter auftretender, aggressiver Gehirntumor. Zwei Jahre nach der Diagnose leben nur noch 13,6 Prozent der Be­troffe­nen. Die Standardbehandlung besteht aus einer Operation, gefolgt von Bestrahlung und Chemotherapie. 

TTF sind eine neue nicht invasive Behandlungsmethode, die mithilfe von elektrischen Wechselfeldern das Tumorwachstum hemmen soll. Die Elektrostimulation erfolgt über Keramik-Gelpads am Kopf. Der Strom kommt aus einem tragbaren Generator. Die Pa­tienten können und sollen die TTF selbst anwenden, und zwar möglichst 18 Stunden pro Tag.

Im Rahmen der EF-14-Studie erhielten die Teilnehmer nach Operation oder Biopsie sowie Radiotherapie das Chemotherapeutikum Temozolomid. Zwei Drittel von ihnen (466) wurde zusätzlich mit TTF behandelt. Die Studie lief über 24 Monate, für den Endpunkt Mortalität gab es aber bereits nach 18 Monaten eine Zwischenauswertung. Aufgrund positiver Ergebnisse bei dieser Analyse war es den Teilnehmern in der Kontrollgruppe daraufhin freigestellt, in den TTF-Studienarm zu wechseln.

Die Auswertung zeigte, dass die zusätzlich mit TTF behandelten Patienten im Median fast fünf Monate länger lebten als ohne TTF. Außerdem fielen die Ergebnisse bei der „kognitiven Leistungsfähigkeit“ und den „Aktivitäten des täglichen Lebens“ besser aus als ohne zusätzliche Elektrostimulation. Weder Vor- noch Nachteile haben die TTF der Studie zufolge in Hinblick auf die Endpunkte „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ und „soziale Funktion“.

„Das ist deshalb bemerkenswert, weil die TTF selbst für die Betroffenen belastend sein kann. Denn sie müssen die längste Zeit des Tages eine optisch auffällige, mit einem Kabelstrang verbundene Haube auf dem Kopf tragen und eine Tasche oder einen Rucksack für den Generator dabeihaben“, berichten die IQWiG-Autoren.

In der Gesamtschau sieht das Institut einem Hinweis auf einen höheren Nutzen der TTF im Vergleich zur Standardtherapie. © hil/aerzteblatt.de

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