NewsVermischtesRegulierung für Chemie in Spielzeug und Kosmetik soll besser werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Regulierung für Chemie in Spielzeug und Kosmetik soll besser werden

Donnerstag, 27. Juni 2019

/Antonioguillem, stockadobecom

Frankfurt/Brüssel – Die Chemieindustrie geht auf Kritiker zu, die vor möglicherweise gefährlichen Chemikalien in Spielzeug, Nahrung oder Kosmetika warnen. Die Branche will die Umsetzung der Chemikalienverordnung REACH verbessern.

Unternehmen würden die jeweiligen Dossiers mit einem freiwilligen mehrjährigen Aktionsplan überprüfen und „falls notwendig an die heutigen Anforderungen anpass­en“, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit. Der gestern in Brüssel vorgestellte europaweite Plan werde in Kooperation mit der Europäischen Chemika­lien­agentur ECHA umgesetzt.

Anzeige

Chemie-Firmen müssen belegen, dass ihre Stoffe sicher sind. Die Branche hat mit dem Mammutprojekt REACH seit 2007 die verschiedenen Vorschriften in der EU zu­sammengeführt. Mehr als 95.000 Dossiers für rund 22.000 Stoffe wie Pigmente, Lö­sungsmittel oder Arzneien wurden laut VCI mit Milliardenausgaben angefertigt.

REACH verpflichtet Firmen, alle in Europa hergestellten oder nach Europa importier­ten Stoffe bei größeren Mengen bei der ECHA zu registrieren. Wenn die Behörde keine Gefahren sieht, gibt sie grünes Licht für den Einsatz.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Umweltbundesamt hatten aber die Qualität der Dossiers bemängelt. Jüngst kritisierte die Umweltorganisation BUND, es würden Chemikalien als ordnungsgemäß registriert und in Alltagsprodukten einge­setzt, obwohl Daten zu möglichen Gefahren fehlten. Auch würden Verstöße kaum sanktioniert.

Der VCI hatte diese Kritik auch an Branchenriesen zurückgewiesen. „Die Branche trägt das Ziel der Verordnung uneingeschränkt mit, ein hohes Schutzniveau für die mensch­liche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen“, erklärte nun VCI-Hauptge­schäftsführer Utz Tillmann.

Der neue Aktionsplan leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Zuletzt hatte auch die ECHA Handlungsbedarf bei der Regulierung festgestellt, aber sich gegen den Vorwurf eigener Versäumnisse gewehrt. Sie will nun die REACH-Dokumente häufiger kon­trollieren. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. September 2020
Brüssel – Die Autoindustrie muss sich bis 2030 auf noch strengere Grenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid einstellen, wenn das EU-Klimaziel wie geplant verschärft wird. Dann müsste der CO2-Ausstoß
CO2-Werte bei Autos sollen bis 2030 nochmals deutlich sinken
26. August 2020
Rio de Janeiro – Wegen der verheerenden Brände im brasilianischen Amazonasgebiet im vergangenen Jahr haben einer neuen Untersuchung zufolge mehr als 2.000 Menschen mit Atemwegsproblemen Krankenhäuser
Brände im Amazonasgebiet wirken sich negativ auf Gesundheit aus
19. August 2020
Berlin – Deutschland hat seinen Ausstoß an Treibhausgasen im vergangenen Jahr deutlich gesenkt und könnte infolge der Coronakrise sein Klimaschutzziel für 2020 doch noch erreichen. Zur Verabschiedung
Deutschland könnte 2020-Klimaziel schaffen
19. August 2020
Wien – Nationale Alleingänge beim Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat sind aus Sicht der Kommission der Europäischen Union (EU) nicht zulässig. Das geht aus einer EU-Stellungnahme zu einem
EU-Kommission will Österreichs Glyphosatverbot nicht akzeptieren
7. Juli 2020
Moskau – Klimaforscher sind besorgt wegen der in Sibirien und im äußerten Osten Russlands wütenden Waldbrände und Rekordtemperaturen. Allein im Juni hätten die Brände geschätzt 59 Megatonnen
Forscher besorgt wegen Bränden und Temperaturrekorden in Sibirien
27. Mai 2020
Berlin – Weltweit fordern Ärzte gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen die Sicherung der essenziellen Lebensgrundlagen auf dem Planeten. 350 Gesundheitsorganisationen, die nach eigenen Angaben rund
COVID-19 und Klima: Die Krise als Chance begreifen
11. Mai 2020
Berlin − Die Unionsfraktion bremst die Klimaschutzambitionen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus. Merkel hatte sich kürzlich in ihrer Rede beim Petersberger Klimadialog hinter die
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER