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Medizin

Luftverschmutzung verkleinert ovarielle Reserve in Studie

Donnerstag, 27. Juni 2019

Frau steht mit Atemmaske am Straßenrand. /torwaiphoto, Adobe.Stock.com
/torwaiphoto, Adobe.Stock.com

Modena – Eine hohe Schadstoffbelastung der Luft könnte dazu führen, dass die Fruchtbarkeit von Frauen im Alter früher nachlässt. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie aus Italien hin, die auf der Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology in Wien vorgestellt wurde.

Der Kinderwunsch von Frauen jenseits des 30./35. Lebensjahrs scheitert häufig daran, dass nicht mehr genügend Eizellen in den Ovarien zur Verfügung stehen. Ein Gradmesser für die „ovarielle Reserve“ ist das Anti-Müller-Hormon (AMH), dessen Konzentration im Blut parallel zur Zahl der Eizellen in den Ovarien abnimmt.

Ein Team um Antonio La Marca von der Universität von Modena hat jetzt die Konzentration des AMH mit den Luftschadstoffen am Wohnort in Verbindung gesetzt. Grundlage der Untersuchung waren die Ergebnisse der „ORExPo“-Studie („Ovarian Reserve and Exposure to Environmental Pollutants“). Sie umfasst 1.463 AMH-Bestimmungen, die in der norditalienischen Stadt im Zeitraum von 2007 bis 2017 durchgeführt wurden.

WHO-Richtwerte versus EU-Grenzwerte

PM2,5
WHO: 10 μg/m3 Jahresmittelwert (JM)
25 μg/m3 24-h-Maximum (max 3 Überschreitungen [ÜS])
EU: 25 μg/m3 Jahresmittel

PM10
WHO: 20 μg/m3 JM
50 μg/m3 Tagesmittelwert (TM) (max. 3 ÜS)
EU: 40 μg/m3 JM
50 μg/m3 TM (max. 35 ÜS)

NO2
WHO: 40 μg/m3 JM
200 μg/m3 1-h-Maximum
EU: 40 μg/m3 JM
200 μg/m3 1-h-Max (max. 18 ÜS)

Die Ergebnisse wurden mit der Konzentration der Luftschadstoffe der Frauen in Beziehung gesetzt, die die Untersuchung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung durchführen ließen.

Die niedrigsten AMH-Konzentrationen wurden bei Frauen gefunden, die zuhause einer Feinstaubkonzentration (PM10) über 29,5 µg/m3, einer Feinststaubkonzentration (PM2,5) von mehr als 22 µg/m3 oder einer Stickstoffdioxid-Konzentration (NO2) von mehr als 26 µg/m3 ausgesetzt waren. Ein Effekt war nachweisbar, obwohl alle 3 gemessenen Konzentrationen unter den von den lokalen Behörden empfohlenen Obergrenzen (40, 25 und 40 µg/m3) lagen.

Die Luftverschmutzung führte laut La Marca dazu, das die Frauen ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko auf extrem niedrige AMH-Werte hatten, bei denen es normalerweise nicht mehr zu einer Schwangerschaft kommt. La Marca rät Frauen in den am meisten belasteten Regionen dazu, sich möglichst früh zu entscheiden, ob sie Kinder haben möchten. © rme/aerzteblatt.de

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