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Ausland

Zahl der vom Trachom bedrohten Menschen deutlich zurückgegangen

Montag, 1. Juli 2019

/dpa

Maputo/Genf – Die Zahl der weltweit vom Trachom bedrohten Menschen ist von 1,5 Milliarden im Jahr 2002 auf knapp über 142 Millionen im Jahr 2019 gesunken. Dies entspricht ein Rückgang von 91 Prozent, wie die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) kürzlich mitteilte.

Das Trachom ist die weltweit häufigste infektiöse Ursache für Erblindung. Es wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht. Nach Jahren wiederholter Infektion kann das Innere des Lids dabei so stark vernarbt sein (trachomatöse Bindehautvernarbung), dass es sich nach innen dreht und die Wimpern am Augapfel reiben (trachomatöse Trichiasis). Diese und andere Veränderungen am Auge können zu einer Narbenbildung der Hornhaut führen.

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Neue Daten, die heute auf der 22. Sitzung der WHO-Allianz zur weltweiten Beseiti­gung des Trachoms bis 2020 (GET2020) vorgestellt wurden, zeigen auch, dass die Zahl der Menschen, die wegen einer trachomatöser Trichiasis operiert werden müss­en, von 7,6 Millionen im Jahr 2002 auf 2,5 Millionen im Jahr 2019 gesunken ist, was einem Rückgang von 68 Prozent entspricht.

Das Trachom ist der WHO zufolge nach wie vor in 44 Ländern endemisch und hat weltweit rund 1,9 Millionen Menschen geblendet oder sehbehindert. Allein im Jahr 2018 wurden 146.112 Fälle von Trichiasis behandelt und fast 90 Millionen Menschen in 782 Distrikten weltweit mit Antibiotika gegen Trachom behandelt.

„Das ist ein großer Fortschritt, aber wir können es uns nicht leisten, selbstgefällig zu werden“, sagte Anthony Solomon, verantwortlich für das globale Trachom-Eliminie­rungs­programm der WHO. „Wir sollten in den nächsten Jahren in der Lage sein, das Trachom in die Geschichtsbücher zu verbannen, aber wir werden dies nur schaffen, wenn wir unsere Anstrengungen jetzt verdoppeln. Die letzten Länder werden wahr­scheinlich die härtesten sein.“

„Die Eliminierung des Trachoms trägt zur Gesundheit der Augen und zur Lebensquali­tät der ärmsten und am stärksten benachteiligten Menschen weltweit bei und bringt uns damit dem Ziel einer universellen Gesundheitsversorgung einen Schritt näher“, sagte Mwelecele Ntuli Malecela, Direktorin der WHO-Abteilung zur Bekämpfung ver­nachlässigter Tropenkrankheiten. 

Die WHO hat das Programm GET2020 im Jahr 1996 ins Leben gerufen. Es unterstützt zusammen mit anderen Nationalstaaten bei der Umsetzung der SAFE-Strategie: Die­se steht für „Surgery, Antibiotics, Face Washing und Environment“. Letzteres meint unter anderem eine funktionierende Wasserversorgung und Hygiene. © hil/aerzteblatt.de

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