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Ausland

Es hakt bei der gemeinsamen europäischen Grundlagenforschung zu Gesundheit

Mittwoch, 3. Juli 2019

/jolopes, stock.adobe.com

Brüssel – Die gemeinsame länderübergreifende Grundlagenforschung zur Gesundheit ist im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union zurück­gegangen. Das berichtet 13 biowissenschaftliche Institute, die sich unter dem Dach „EU-Life“ zusammengeschlossen haben. Aus Deutschland gehört das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) dazu.

Die Institute haben Erhebungen von zehn EU-LIFE-Mitgliedsinstituten ausgewertet. Sie zeigen einen 60-prozentigen Rückgang der Teilnahme dieser Institutionen an For­schungsprogrammen von 2007 bis 2013 im Vergleich zum laufenden Förderprogramm Horizon 2020.

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„Dieser dramatische Teilnahmerückgang lässt sich teilweise durch die begrenzte An­zahl an Ausschreibungen erklären, die sich auf das Verständnis der Mechanismen und grundlegender Prinzipien von Gesundheit und Erkrankung konzentrieren“, schreiben die EU-Life-Institute. Langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitswesen seien nur dann nachhaltig, wenn das Wissen aus der Grundlagenforschung einbezogen werde.

Die Institute geben Empfehlungen, um die gemeinschaftliche Forschung im Health Cluster des Nachfolgers von Horizon 2020 – „Horizon Europe“ – zu intensivieren. Zu­nächst fordern sie eine höhere Gewichtung der Grundlagenforschung.

Kaum private Finanzierungschancen

„Während in risikoärmeren, marktnahen Forschungsstadien eine Finanzierung durch die Privatwirtschaft offensteht, ist Forschung mit längerfristiger Auswirkung, aber nie­drigerem Technologie-Reifegrad von höherem Risiko, so dass private Finanzie­rungs­m­öglichkeiten entfallen. Letzterer sollte öffentliche Förderung im Rahmen von Horizon Europe daher hauptsächlich gelten“, schreiben sie.

Die Institute empfehlen weiterhin, große Herausforderungen in bestimmten Krank­heits­bereichen festzulegen und das Verständnis zu deren Mechanismen explizit in die Ausschreibungen einzubeziehen.

Die Förderausschreibungen sollten zudem besser auf die Grundlagenforschung zuge­schnitten werden, indem die Definitionen von „Auswirkung“ und „erwartete Auswir­kung“ erweitert werden. „Nehmen Sie ‚grundlegendes Verständnis‘ als ‚erwartete Aus­wirkung‘ hinzu“, konkretisieren die Institute ihre Forderung für die Ausschreibungen von Horizon Europe.

Sinnvoll sei außerdem, mehrere Stadien für ein Forschungsthema einzuführen. Dann könnte die Grundlagenforschung in einem frühen Stadium einbezogen werden. Die Institute fordern zudem, die Evaluation der Förderungen zu überarbeiten.

„Große Entdeckungen der letzten Jahrhunderte führen uns vor Augen, dass eine kurz­fristig gedachte Auswirkungen keinen langfristigen, nachhaltigen Effekt nach sich zie­hen“, sagte Geneviève Almouzni, Vorsitzende von EU-LIFE and Leiterin des Teams zur Chromatindynamik am französischen Institut Curie.

Die europäische Forschungsförderung müsse zu einem ausgewogeneren For­schungs­­portfolio zurückkehren, der das gesamte Forschungs- und Innovations­spek­trum abdecke. „Nur auf diese Weise sichern wir einen ständigen Fluss leistungsfähiger Innovationen vom Labor zum Krankenbett“, betonte sie. © hil/aerzteblatt.de

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