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Ausland

Zehnter Poliofall in Afghanistan bestätigt

Freitag, 28. Juni 2019

/dpa

Kabul – In Afghanistan haben Gesundheitsbehörden den zehnten Fall von Polio in diesem Jahr bestätigt. Der jüngste Fall betreffe ein zweijähriges Mädchen in der süd­lichen Provinz Urusgan, sagte ein Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, Merdschan Rasik, gestern.

Alle zehn Fälle seit Januar seien in Gebieten im Süden und Osten des Landes aufge­treten, die von den radikalislamischen Taliban oder der Terrormiliz Isla­mischer Staat (IS) kontrolliert würden, sagte Rasik.

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Afghanistan ist eines von ganz wenigen Länder, in denen Polio noch vorkommt. Die Zahl der Erkrankungen ist dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium zufolge zuletzt gestiegen: von 13 Fällen 2016 auf 21 im Jahr 2018. Kinderlähmung bedroht vor allem Kleinkinder.

Eine von 200 Infektionen führt laut WHO zu dauerhaften Lähmungen. Bis zu zehn Pro­zent der gelähmten Kinder sterben. Ein Heilmittel gibt es nicht, nur die vorbeugende Impfung bietet Schutz.

Dem Sprecher zufolge würden die Taliban die Impfteams nicht in die von ihnen kon­trollierten Gebiete lassen, weil sie fürchteten, Impfhelfer würden für die Regierung spi­o­nieren. Seit Mai 2018 habe man rund eine Million Kinder nicht impfen können, vor allem im Süden.

Dort würden sich aber auch Eltern weigern, ihre Kinder impfen zu lassen. Es halte sich der Glaube, Impfungen führten zu Unfruchtbarkeit. Im April hatten die Taliban der Welt­­gesundheitsorganisation (WHO), die die Polioimpfkampagne in Afghanistan koordiniert, Schutzgarantien entzogen.

Unterdessen haben die Gesundheitsbehörden in Somalia in Puntland und Somaliland eine neue Poliokampagne gestartet, um mehr als 940.000 Kinder unter fünf Jahren zu impfen, um einen laufenden Ausbruch eines Poliovirusstamms zu stoppen. Die Kampagne läuft vom 24. bis 27. Juni 2019 mit Unterstützung der WHO und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef). © dpa/may/aerzteblatt.de

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