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Medizin

Rhinosinusitis: Antikörper Dupilumab bremst Wachstum von Nasenpolypen

Montag, 1. Juli 2019

Erkältung Obere Atemwege frei gestellt /Tanja Esser, adobe.stock.com
Bei einer chronischen Rhinosinusitis ist die Atmung durch die Nase behindert. Es kann zu Kopfschmerzen oder Druckgefühl, Riechstörungen sowie Infektanfälligkeit kommen. /Tanja Esser, adobe.stock.com

Silver Spring/Maryland – Der monoklonale Antikörper Dupilumab, der bereits zur Behandlung von Neurodermitis und Asthma eingesetzt wird, kann bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis das Wachstum von Polypen hemmen und die Atemwege offen halten. Die Ergebnisse aus 2 randomisierten klinischen Studien haben die US-Arzneimittelbehörde FDA zu einer Erweiterung der Indikation bewogen.

Dupilumab bindet an den Rezeptoren der Interleukine 4 und 13. Der Antikörper blockiert damit 2 Zytokine der TH2-Inflammation, die an allergischen Reaktionen beteiligt sind. Dupilumab ist auch in Europa zur Behandlung von Neurodermitis und Asthma zugelassen, wobei der Einsatz allein schon wegen der subkutanen Applikation und der Kosten auf Patienten beschränkt bleibt, die mit anderen Medikamenten einschließlich Steroiden keine ausreichende Wirkung erzielen. Zu den häufig steroid-resistenten Erkrankungen gehört auch die Polyposis nasi, eine häufige Folge einer chronischen Rhinosinusitis.

Da die Erkrankung ebenfalls eine Folge der TH2-Inflammation ist, hat der Hersteller die Wirksamkeit von Dupilumab in dieser Indikation getestet. An den Studien CSNP Trial 1 und CSNP Trial 2 nahmen insgesamt 724 Patienten teil, bei denen die Ärzte eine chronische Rhinosinusitis mit Polyposis nasi diagnostiziert hatten. Bei den Patienten war es entweder nach einer Operation zum erneuten Auftreten von Polypen gekommen oder eine Behandlung mit Steroiden war erfolglos geblieben (oder nicht vertragen worden). Bei allen Patienten war die nasale Atmung und damit auch das Riechvermögen eingeschränkt und bei den meisten waren auch die Nebenhöhlen verschlossen.

Dupilumab reduziert Nasenpolypen um etwa ein Drittel

Die subkutane Injektion von 30 mg Dupilumab, die alle 2 Wochen wiederholt wurde, führte innerhalb von 24 Wochen bei den meisten Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik. Im koprimären Endpunkt Schwellung/Verlegung der nasalen Atemwege kam es in den beiden Studien zu einem Rückgang um 57 beziehungsweise 51 %, gegenüber einem Rückgang um 19 beziehungsweise 15 % in den Placebo-Gruppen der beiden Studien.

In einem Score zur Ausdehnung der Nasenpolypen kam es unter der Behandlung mit Dupilumab bei allen Patienten zu einem Rückgang um 33 beziehungsweise 27 %, ein Wachstum war nicht zu erkennen. In den Placebo-Gruppen kam es hingegen zu einem weiteren Wachstum um 7 beziehungsweise 4 %. In den sekundären Endpunkten zur Röntgenverschattung der Nasennebenhöhlen und zur Geruchswahrnehmung kam es ebenfalls zu signifikanten Verbesserungen. Die Behandlung mit Dupilumab verminderten den Anteil der Patienten, die systemische Kortikosteroide oder eine erneute Operation benötigten. Nebenbei verbesserte Dupilumab bei den 59 % der Patienten, die auch unter Asthma litten, die Lungenfunktion.

Die Nebenwirkungen waren im Wesentlichen die gleichen, die in den Studien zur Behandlung von Neurodermitis und Asthma aufgetreten waren. Die FDA lässt in den Fachinformationen auf das Risiko von schwerwiegenden allergischen Reaktionen und Augenproblemen hinweisen. Dazu gehören Konjunktivitis und Keratitis. Die Patienten werden deshalb aufgefordert, sich bei Augensymptomen wie Rötung, Juckreiz, Schmerzen oder Sehstörungen sofort an ihren Arzt zu wenden. Zu den häufigeren Nebenwirkungen gehören auch Reaktionen an der Injektionsstelle. Patienten, die mit Dupilumab behandelt werden, sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten. Der Hersteller hat auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur eine Erweiterung der Indikation beantragt. Eine Entscheidung steht noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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