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Ärzteschaft

Medizinethiker fordert Kodex für jugendmedizinische Institute

Freitag, 28. Juni 2019

Frankfurt – Der Medizinethiker Mathias Wirth fordert einen neuen Verhaltenskodex für jugendmedizinische Einrichtungen. Notwendig sei ein „ganz klarer, präziser Code of Conduct für kinder- und jugendmedizinische Einrichtungen“, sagte Wirth der Frankfurter Rundschau heute. Mit Blick auf den Verdacht von Kindesmissbrauch im Universitätsklinikum des Saarlands meinte er, Ausgangspunkt sei, dass man damit rechnen müsse, dass sexualisierte Gewalt auch an Orten vorkomme, „die wir gemeinhin für sicher halten“.

In dem Kodex müsse präzise geregelt werden, wie Patienten untersucht werden dürften, etwa wann und wie anogenitale Untersuchungen stattfinden. Es müsse präzise und eng gefasste Indikationen für Eingriffe an den Geschlechtsteilen oder am After geben. In Deutschland gebe es dazu bislang kaum klare Regeln. Dabei sei jeder Fall sexualisierter Gewalt im medizinischen Kontext „nicht nur etwas individuelle Furchtbares, in vielen Fällen Traumatisierendes, und ein schwerwiegender Vertrauensbruch, sondern eben auch eine Erschütterung des ganzen Systems, das auf Vertrauen und höchsten normativen Ansprüchen beruht“.

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Laut Angaben der Klinik soll am Universitätsklinikum des Saarlands ein Assistenzarzt bis 2014 mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Es bestehe der Verdacht, dass er medizinisch nicht notwendige Untersuchungen am Intimbereich der Kinder vorgenommen habe, die als Routinemaßnahmen dargestellt worden seien. © kna/aerzteblatt.de

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