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Medizin

FDA lässt Insulinpumpen von Medtronic aus Sicherheitsgründen zurückrufen

Freitag, 28. Juni 2019

Arzt befestigt eine Insulinpumpe beim Patienten. /romaset stock.adobe.com
Insulinpumpen von der Größe einer Streichholzschachtel tragen inzwischen viele Menschen mit Diabetes Typ 1 am Körper. /romaset stock.adobe.com

Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Hersteller Medtronic zu einem Rückruf von Insulinpumpen verpflichtet, die über eine drahtlose Schnittstelle mit einer Fernbedienung und anderen Geräten kommunizieren. Die Schnittstellen sind nach Einschätzung der Behörde nicht ausreichend gegen Hackerangriffe gesichert. Da der Hersteller das Sicherheitsproblem nicht durch ein Software-Update beseitigen konnte, muss er die Insulinpumpen MiniMed 508 und die MiniMed Paradigm-Serie jetzt vom Markt nehmen.

Die betroffenen Geräte vernetzen sich drahtlos mit Blutzuckermessgeräten, Handy/Computer und einer Fernbedienung. Theoretisch könnte sich eine fremde Person über das lokale Funknetz mit der Insulinpumpe verbinden und die Gabe einer Insulindosis veranlassen, was relativ schnell eine tödliche Hypoglykämie auslösen könnte.

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Der Angreifer könnte aber auch die Pumpe ausschalten, was zu einem allmählichen Anstieg des Blutzuckers mit einer ebenfalls lebensgefährlichen Ketoazidose zur Folge hätte.

Bisher ist kein einziger solcher Zwischenfall bekannt geworden. Die FDA hat den Hersteller jedoch vorsorglich auf das Risiko hingewiesen und ein Software-Update verlangt. Der Hersteller war dazu nicht in der Lage, was dann den Rückruf ausgelöst hat.

In den USA sollen etwa 4.000 Patienten betroffen sein. Medtronic bietet den Patienten alternative Insulinpumpen an, die vor Hackerangriffen geschützt sind. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #112701
Pamme14
am Montag, 1. Juli 2019, 12:26

Unwahrscheinlich

Ich trage selbst eine Medtronic-Insulinpumpe seit vielen Jahren. Auch die beiden oben genannten betroffenen Modelle hatte ich, mittlerweile sind die ja bereits veraltet (zumindest auf dem dt. Markt). Das Risiko eines Hackerangriffs und unbemerkten Manipulierens an der Insulinpumpe halte ich für nahezu ausgeschlossen, zumindest wenn man von einem handlungsfähigen, geistig gesunden Erwachsenen ausgeht. Denn man muss schon sehr nah ran an die Pumpe, um über die Funkverbindung eine Aktion auszulösen. Hinzu kommt, dass, wer diese Option an seiner Pumpe aktiviert (das muss man in den Einstellungen), mit Sicherheit auch den Vibrationsalarm aktiviert oder den lautesten Signalton (sonst kriegt man selbst nicht mit, ob man per Fernbedienung korrekt bedient). Wenn man sich jetzt trotz allem Sorgen machen sollte wegen eines "Hackerangriffs auf die Insulinpumpe", kann man immer noch einfach in den Einstellungen die Funkverbindungen ausstellen und alles ist fein. Angst macht es mir nicht, man muss schon realistisch bleiben. Aber natürlich - jeder ist anders :-)
Avatar #754103
Biochemie
am Samstag, 29. Juni 2019, 11:47

Insulinpumpen, Psychologie und Hackerangriffe

Ich könnte mir aus Psychologischer Sicht vorstellen, dass Menschen die davon betroffen sind durch den Artikel Angst bekommen.
Um die Angst zu verlieren, bleibt ja nur die herkömmliche Möglichkeit, zu spritzen.
Doch wurde die Lebensqualität der betroffenen durch die Pumpe viel verbessert im Vergleich zum Spritzen?
Wird die Lebensqualität jetzt eingeschränkt, da man ja nicht zu 100% ausschließen kann, dass man über Funk Einfluss auf die Insulinpumpe hat.

Ich würde mich über Kommentare von betroffenen freuen.

Grüße von Peter



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