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Medizin

Hoher Blutdruck in der Frühschwangerschaft erhöht Gestoserisiko

Montag, 1. Juli 2019

/russellg10, stockadobecom

Pittsburgh – Die umstrittenen US-Leitlinien zur Blutdruckkontrolle könnten sich auf die Behandlung der Schwangerschaftshypertonie auswirken. Eine prospektive Beobachtungsstudie im American Journal of Obstetrics and Gynecology (2019; doi: 10.1016/j.ajog.2019.06.031) zeigt, dass bereits ein geringer Blutdruckanstieg am Ende der Frühschwangerschaft das Risiko von hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft erhöht.

Das American College of Cardiology und die American Heart Association haben 2017 die Grenzwerte für eine Hypertonie auf 120/80 mm Hg gesenkt. Schon eine leichte Erhöhung wird von den US-Kardiologen auf Dauer als problematisch angesehen, weil sie das kardiovaskuläre Risiko erhöht.

Ein Team um Alisse Hauspurg vom Magee-Womens Research Institute an der Universi­tät Pittsburgh hat jetzt untersucht, welche Auswirkungen ein leichter Anstieg der Blutdruckwerte in der Frühschwangerschaft hat. Grundlage der Studie waren die Daten der nuMoM2b-Studie („Nulliparous Pregnancy Outcomes Study: Monitoring Mothers-to-Be“). Die Studie begleitet derzeit eine Gruppe von Frauen während und nach ihrer ersten (Einzel)-Schwangerschaft.

Bei den Frauen wurde erstmals um die 12. Gestationswoche herum, also gegen Ende der Frühschwangerschaft, der Blutdruck kontrolliert. Von den Schwangeren, die zu diesem Termin leicht erhöhte Blutdruckwerte von 120/80 bis 129/80 mm Hg hatten, erkrankten 30,3 % später an einer hypertensiven Erkrankung in der Schwangerschaft. Dabei kam es zu Präeklampsie und Schwangerschaftshypertonie. Hauspurg ermittelt ein adjustiertes relatives Risiko (aRR) von 1,54, das mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,18 bis 2,02 signifikant war.

Deutlicher Einfluss auf Präeklampsie-Risiko

Für die Hypertonie im Stadium 1 (130/80 bis 130/89 mm Hg) war das Risiko mit einem aRR von 2,16 (1,31 bis 3,57) sogar mehr als verdoppelt. Am deutlichsten war der Einfluss auf das Risiko einer Präeklampsie: Frauen mit einer Hypertonie im Stadium 1 am Ende der Frühschwangerschaft hatten ein 2,5-fach erhöhtes Risiko (aRR 2,48; 1,38 bis 8,74).

Bei Frauen, die während der ersten Untersuchung noch einen normalen Blutdruck hatten, zeigte ein Anstieg der Blutdruckwerte bis Anfang der 19. Gestationswoche um mehr als 5 mm HG ebenfalls ein erhöhtes Risiko auf eine hypertensive Erkrankung an (aRR 1,41; 1,20 bis 1,65).

Die Studie deutet darauf hin, dass schon ein leichter Anstieg des Blutdrucks das Komplikationsrisiko in der Schwangerschaft erhöht. Ob eine Behandlung das Risiko normalisieren würde, müsste in randomisierten Studien untersucht werden. Gegen den Nutzen müssten die Risiken abgewogen werden. Ein zu starker Abfall des diastolischen Blutdrucks könnte die Versorgung des Kindes gefährden.

Empfehlung in Deutscher Leitlinie

Ab welchem Blutdruck eine Schwangerschaftshypertonie behandelt werden sollte, ist umstritten. Die aktuellen deutschen Leitlinien sehen erst ab Blutdruckwerten von 150-160/100-110 mm Hg eine Indikation zur Gabe von Blutdruckmedikamenten. © rme/aerzteblatt.de

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