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Medizin

Neuer Wirkstoffkandidat gegen Influenzaviren

Montag, 1. Juli 2019

Langen – Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) haben Therapeutika für andere Indikationen auf ihre Wirksamkeit gegen Grippeviren untersucht. Vielversprechende Kandidaten haben sie im Anschluss zellbasiert und tierexperimentell getestet und dabei mit Dextromethorphan einen potenziellen Wirkstoff identifiziert, schreibt die Arbeitsgruppe in Frontiers in Immunology (2019; DOI: 10.3389/fimmu.2019.01097).

Influenza-A-Viren verursachen regelmäßig Grippewellen. Ihre Hülle enthält das Ionenkanal-bildende M2-Protein sowie die Oberflächen-Glykoproteine Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA). Aufgrund der Antigen-Eigenschaften dieser Glykoproteine werden sie in verschiedene Subtypen unterteilt.

Als Behandlungsoption für Erkrankte stehen Virustatika zur Verfügung. „Allerdings kommt es bei den bisher verfügbaren antiviralen Arzneimitteln – M2-Protein-Ionenkanal-Blockern und Neuraminidase-Hemmstoffen – häufig zur Entwicklung von Resistenzen, so dass sie ihre Wirksamkeit verlieren“, berichten die Forscher.

Sie untersuchten daher Arzneimittel gegen andere Erkrankungen auf ihre Wirksamkeit gegen die Viren. Dabei suchten sie nach solchen Wirkstoffen, die zelluläre Proteine des Menschen adressieren, die das Virus für seine Vermehrung im Körper benötigt.

Dafür haben die Forscher mit genomweiten Screens der „small interfering“ RNAs (siRNAs) vielver­sprechende Kandidaten-Proteine und -Signalwege identifiziert, die am Influenzavirus-Vermehrungs­zyklus beteiligt sind. Diese Zielstrukturen haben sie mit den Angriffspunkten bereits zugelassener Wirkstoffe abgeglichen, die bei einer Infektionswelle sofort zur Verfügung stünden.

Von 15 Kandidaten-Wirkstoffen waren 4 in der Lage, in vitro eine Influenza-A-Infektion einzudämmen. In Wirksamkeitsstudien an Mäusen führte der Wirkstoff Dextro­methorphan zu einer signifikanten Abnahme der Erregermenge in der Lunge und verstärkte zudem die Wirksamkeit des Virustatikums Oseltamivir.

Bei mit dem Influenza-A-Virusstamm H1N1 infizierten Frettchen führte die Gabe von Dextromethorphan zudem zu einer Verminderung des Schweregrads der Grippe­erkrankung, senkte allerdings hier nicht den Virustiter. „Unsere Daten geben Hinweise darauf, dass Dextromethorphan eine Therapieoption für Influenza sein könnte“, sagte Veronika von Messling, bis September 2018 Leiterin der Abteilung Veterinärmedizin des PEI. © hil/aerzteblatt.de

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