NewsÄrzteschaftMarburger Bund mahnt schnelles Tabakwerbeverbot an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Marburger Bund mahnt schnelles Tabakwerbeverbot an

Dienstag, 2. Juli 2019

/dpa

Berlin – Innerhalb der Union im Bundestag ist ein Tabakwerbeverbot umstritten, auch wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt dafür ausgesprochen hatte. Der Marburger Bund (MB) rief heute dazu auf, bei einem Verbot keine Zeit mehr zu verlieren.

„Es ist höchste Zeit, Tabakwerbung im öffentlichen Raum zu unterbinden, damit gera­de Kinder und Jugendliche nicht länger durch Außenreklame und Kinowerbung buch­stäblich zum Rauchen verführt werden“, sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des MB und CDU-Abgeordneter im Bundestag. Jährlich 120.000 vorzeitige Todesfälle durch Tabak mahnten „dringend zum Handeln“.

Anzeige

Das Bundeskabinett hatte bereits am 20. April 2016 einen Gesetzentwurf zur Ände­rung des Tabakerzeugnisgesetzes beschlossen, der aus Gründen des Jugendschut­zes ein weitgehendes Verbot der Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino vorsieht.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde aber nie im Bundestag beraten. „Die Fakten liegen längst auf dem Tisch. Das Tabakwerbeverbot ist nicht nur gesundheits­po­litisch geboten – es rechnet sich auch für die Wirtschaft“, bekräftigte der Vorsitzen­de des MB.

Henke verwies auf Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) aus dem Jahr 2015, wonach die direkten und indirekten Kosten durch Tabakkonsum jährlich rund 79 Milliarden Euro betragen.

Die direkten Kosten erfassen den Wert der Güter, die im Gesundheitswesen aufgrund von tabakbedingten Erkrankungen ver­braucht werden. Dazu zählen Arzneimittel sowie medizinische Leistungen wie Opera­tionen und Rehabilitationsmaßnahmen. Die indi­rekten Kosten erfassen Verluste, die der Volkswirtschaft durch das tabakbedingte vor­zeitige Ausscheiden aus der Berufs­welt entstehen. Indirekte Kosten sind somit Pro­duk­tivitätsausfälle einer Volkswirt­schaft.

Nicht nur der frühzeitige Tod, sondern auch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, Pflege und Rehabilitation sowie die unfreiwillige Arbeitslosigkeit verursachten Produk­tionsausfälle, mahnt der MB. Das DKFZ beziffere die indirekten Kosten des Rauchens auf jährlich rund 53,7 Milliarden Euro.

Demnach würden Arbeitsunfähigkeit oder Er­werbs­minderung mit 12,1 Milliarden Euro zu Buche schlagen, Ausfälle durch kurz- und langfristige Arbeitslosigkeit, Pflegebe­dürf­tigkeit sowie Rehabilitation kosten der Wirtschaft jährlich 21,8 Milliarden Euro.

„Wer das Tabakwerbeverbot weiter aufschiebt, der tut der Wirtschaft in Deutschland also keinen Gefallen. Gerade aus wirtschaftlicher Sicht ist der Schritt zu einem Tabak­werbeverbot im öffentlichen Raum klug und überfällig“, betonte Henke. © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER