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Apobank sieht Pflegemarkt im Wandel

Mittwoch, 3. Juli 2019

/dpa

Düsseldorf – Die Pflege ist volkswirtschaftlich gesehen ein Wachstumsmarkt. Anbieter von Pflegeleistungen müssen sich auf aber auf Änderungen in der Branche vorberei­ten. Das berichtet die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in ihrem Bran­che­n­­report Pflege 2019.

Darin hat sie die wesentlichen Funktionsweisen und relevanten Einflussfaktoren für den Pflegemarkt analysiert und Instrumente entwickelt, um die Entwicklungen des Marktes auch regional zu erfassen.

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Man stehe vor „umfassenden Herausforderungen“, sagte Daniel Zehnich, Bereichs­leiter Gesundheitsmärkte- und -politik der Apobank. Unter anderem nähmen die hohe Regulierungsdichte und die föderale Gesetzgebung erheblichen Einfluss auf den Handlungsspielraum der Anbieter und damit auf die Weiterentwicklung des Pflege­markts.

Laut Apobank bestimmen im Wesentlichen fünf Haupteinflussgrößen den Markt: Es gibt ein anhaltendes Marktwachstum aufgrund der voranschreitenden Alterung und steigenden Morbidität der deutschen Bevölkerung. Darüber hinaus gibt es einen er­heb­lichen Einfluss von Politik und Gesetzgebung auf die Struktur des Pflegemarktes.

Zudem spricht die Bank von einem steigenden Fachkräftebedarf und einer zunehmen­den Diskrepanz zwischen der Zahl der Pflegebedürftigen und der Zahl der Pflegekräf­te. Zwei weitere Einflussgrößen sind die Integration von Versorgungsleistungen ambu­lanter Pflegeleistungen in den stationären Sektor im Zuge der Ambulantisierung so­­wie Privatisierungstendenzen und ein verstärktes Marktwachstum durch strategische In­ves­toren und Finanzinvestoren.

Fachkräftemangel

Als Reaktion auf die starke Nachfrage nach Arbeitskräften hat die Leiharbeit der Apo­bank zufolge deutlich zugenommen. Während die Zahl 2014 noch bei 12.000 Leihar­bei­­tern lag, waren es 2018 mit 22.000 fast doppelt so viele. „Aus Sicht der Pflegekräfte ist eine Anstellung über eine Leiharbeitsfirma durchaus attraktiv, da diese mit über­durch­schnittlichen Löhnen oder bezahlten Überstunden werben“, heißt es in dem Branchen­report.

Besonders deutlich ist der Fachkräftemangel in der Altenpflege: 2018 standen in der Altenpflege 100 gemeldeten Stellen lediglich 19 Arbeitslose gegenüber. Vor fünf Jah­ren waren es noch 38 Arbeitslose gewesen. Bei den Altenpflegehelfern zeigt sich hin­ge­­gen kein Engpass: Hier überwiegt die Zahl der Arbeitslosen die der Stellen und es stehen 100 gemeldeten Stellen 322 Arbeitslose gegenüber. „Insofern gewinnen Fort­bil­dungsprogramme zur Weiterbildung als Pflegefachkraft an Bedeutung“, schreibt die Apobank.

Tagespflege boomt

Bei Neugründungen von Pflegeangeboten stehen im Augenblick der Bank zufolge die Tagespflegeeinrichtungen mit bundesweit 36 Neugründungen pro Monat vorn. 2018 wurden dem Report nach 431 neue Tagespflegen gegründet – damit entfällt mehr als ein Drittel aller Neugründungen auf dieses Segment.

Allerdings gab es in Deutschland laut Apobank zum Jahresbeginn 2019 erst rund 4.700 Tagespflegen, sodass es sich dabei immer noch um einen Nischenmarkt hand­le, so die Bank. Bei der Tagespflege wird der Pflegebedürftige morgens abgeholt und verbringt den Tag mit anderen Senioren in einer stationären Einrichtung. Die Abende und Nächte verbringt er zuhause.

Aktuell werden in Deutschland 3,7 Millionen Leis­tungsberechtigte der sozialen Pflege­ver­sicherung gezählt. 2050 werden es Prognosen zufolge 5,9 Millionen Menschen sein. © hil/aerzteblatt.de

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