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Medizin

Östradiol schützt weibliches Gehirn in der Lebensmitte

Donnerstag, 4. Juli 2019

Arzt begutachtet MRT /romaset, stockadobecom
Im MRT wurden die Gehirnstruktur und das Körperfett der Probanden untersucht. /romaset, stockadobecom

Leipzig – Das Hormon Östradiol spielt eine wichtige Rolle dabei, in der Lebensmitte Netzwerke im weiblichen Gehirn strukturell intakt und das Gedächtnis gesund zu erhalten. Das berichten Wissenschaftler um Rachel Zsido und Julia Sacher vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in JAMA Network Open (2019; doi: 10.1001/jamanetworkopen.2019.6126).

„Unser Ziel war es, zu untersuchen, ob überschüssiges Organfett mit einer Verringe­rung der strukturellen Netzwerke sowie der Speicherleistung unseres Gehirns über die gesamte Lebensdauer verbunden ist. Wir wollten auch herausfinden, ob dieses Wechselspiel durch Östradiol beeinflusst werden kann“, erläutert Zsido.

Östradiol ist ein aus Cholesterin bestehendes Hormon. Auch Männer produzieren das Hormon, allerdings in geringeren Mengen als Frauen.

Die Forscher analysierten Daten von 501 Männern und 473 Frauen aus einer großen bevölkerungsbasierten Studie des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisations­krankheiten (LIFE). Im Magnetresonanztomografen (MRT) wurden die Gehirnstruktur und das Körperfett der Probanden untersucht, sowie die Gedächtnisleistung und der Östradiolspiegel im Blut. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass vermehrtes Organfett den negativen Einfluss des Alterns auf Hirnnetzwerke bei Männern und Frauen verstärkt“, berichtet Zsido.

„Es scheint so, als würde Östradiol das Gehirn von Frauen während der Lebensmitte vor strukturellen Schäden an der grauen Substanz schützen“, ergänzt Sacher, die mit ihrer Forschungsgruppe untersucht, wie sich hormonelle Veränderungen auf Stimmung, emotionales Wohlbefinden und Kognition auswirken.

Ihre Arbeitsgruppe hat sich eine Untergruppe von Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren genauer angesehen und festgestellt, dass ein niedriger Östradiolwert mit einer schwächeren Gedächtnisleistung während der Mitte des Lebens einhergeht. Das ist der Altersbereich, in dem der Übergang in die Menopause stattfindet, die anfangs durch abrupte Östradiolschwankungen und schlussendlich durch den Stopp der Fortpflanzungsphase gekennzeichnet ist.

„Unserer Meinung nach bietet die Phase vor der Menopause daher ein wichtiges Zeitfenster, um eine beschleunigte Alterung des Gehirns und damit die Entwicklung neurodegenerativer Krankheiten wie Demenz oder Depression bei Frauen zu verhindern“, meint Sacher. © hil/aerzteblatt.de

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