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Antimikrobiell wirksame Oberflächen­beschichtung entwickelt

Montag, 8. Juli 2019

/upixa, stockadobecom

Regensburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) haben zusammen mit dem Unternehmen RAS AG Regensburg eine antimikrobiell wirksame Oberflächenbeschichtung entwickelt und getestet, die Patienten künftig effektiver vor Krankhauskeimen schützen soll. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Forschung unterstützt.

„Unser Ziel war es, eine Oberfläche zu entwickeln, worauf sich Keime und infektiöses Material nicht festhalten können und das ist uns gelungen“, erläuterte Wulf Schneider, Leiter der Abteilung für Krankenhaushygiene und Infektiologie des UKR.

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Das Ergebnis der Projektarbeit ist eine auf Nanosilberpartikeln basierende, antimi­kro­biell wirksame Biozid-Beschichtung. Ihre Funktionsweise beruht auf der Freisetzung von Silberionen, die in die Bakterien eindringen und diese abtöten. Laboruntersu­chun­gen zeigen den Wissenschaftlern zufolge, dass die Beschichtung bei unbeschädigter Oberfläche mehr als 20 Jahre wirksam sein könnte.

Von August 2018 bis Januar 2019 wurde die Beschichtung im laufenden Betrieb der interdisziplinären Notaufnahme des UKR getestet. Stark frequentierte und besonders keimbelastete Bereiche der Notaufnahme sowie schwer zu reinigende Oberflächen wie Türgriffe, Schubladen, Mülleimerdeckel oder Tastaturen wurden mit dem antimi­krobiellen Material versehen.

Nach Auswertung von 2.880 Einzelproben konnten die Wissenschaftler melden, dass die Keimlast in den mit Biozid beschichteten Bereichen um etwa 50 Prozent gegen­ü­ber einem Vergleichsbereich reduziert werden konnte. „Das ist ein sehr gutes Ergeb­nis. Je weniger Erreger im Umlauf sind, desto besser ist es für unsere Patienten und Mitarbeiter. Und eine Halbierung der Erregerlast ist ein beeindruckendes Ergebnis“, sagte Volker Alt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des UKR.

Die Biozid-Beschichtung ist zudem laut den Experten der Klinik und Poliklinik für Der­matologie gesundheitlich unbedenklich. „Das UKR setzt sich bereits sehr erfolgreich für die höchstmögliche Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern ein. Die erfolgreich getestete Beschichtung wird das noch einmal steigern“, sagte der Koordinator des Projekts, Michael Nerlich.

Das Forschungsprojekt waren die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am UKR in Kooperation mit der Interdisziplinären Notaufnahme, dem Institut für Mikrobiologie und Hygiene, der Klinik und Poliklinik für Dermatologie sowie dem Zentrum für Klinische Studien beteiligt – gemeinsam mit den Experten der Regensburger RAS AG. © hil/aerzteblatt.de

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