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Verluste und Stellenstreichungen bei der Universitätsmedizin Mainz

Mittwoch, 3. Juli 2019

Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz /dpa

Mainz – Die Universitätsmedizin Mainz ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gestürzt. Der Jahresfehlbetrag stieg um rund 80 Prozent auf 59,7 Millionen Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Norbert Pfeiffer heute mitteilte. „Wir haben ein schlechtes Ergebnis, das ist überhaupt keine Frage“, sagte er.

Den großen Sprung im Vergleich zum Vorjahr mit einem Defizit von 33,1 Millionen Euro führte er auf einen Anstieg von Kosten für die Gebäudesanierung um sieben Millionen sowie auf zusätzliche Rückstellungen von 22 Millionen Euro zurück.

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Diese Rückstellungen ergaben sich aus steuerlichen Gründen, wegen neuer gesetzli­cher Anforderungen oder auch aufgrund von zahlreichen Klagen der Krankenkassen. Auch die Personalkosten sind gestiegen.

Für das laufende Jahr sieht der Wirtschafts­plan der Universitätsmedizin Mainz den Abbau von 100 der rund 5.700 Vollzeitstellen vor. Gekürzt werde in allen Bereichen mit Ausnahme der Pflege, sagte Vorstandsmitglied Christian Elsner, der im Januar die kaufmännische Leitung übernahm. Gespart werden soll nach Möglichkeit auch bei den Sachkosten.

Gegen den Bundes­trend stieg im vergangenen Jahr die Zahl der stationär betreuten Patienten um 0,6 Prozent auf 69.324, wie Pfeiffer ausführte. Die Zahl der ambulant behandelten Patienten kletterte um 1,2 Prozent auf 282.317. Die Erlöse aus dem Krankenhausbetrieb nahmen um 4,1 Prozent auf 457,6 Millionen Euro zu, der Ge­samt­umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 775,5 Millionen Euro.

Neben allgemeinen Belastungen gebe es in Mainz auch eine Reihe von Besonder­heiten, sagte Pfeiffer. „Wir sind das einzige Universitätsklinikum in Rheinland-Pfalz und zugleich das Stadtkrankenhaus von Mainz.“

Die Gebäude seien vor mehr als 100 Jahren mit ganz anderen Anforderungen errich­tet worden und stünden teilweise unter Denkmalschutz, was einen hohen zusätzlichen Aufwand erfordere.

An anstehenden baulichen Veränderungen nannte der Vorstandsvorsitzende die Fertigstellung der Transfusionsmedizin bis spätestens Anfang 2020, den Bau einer neuer Zahnmedizinklinik, neue Forschungsbauten, die Erweiterung der Herzmedizin mit einem Herzklappenzentrum und die Krebsklinik.

Als Aufsichtsratsvorsitzender sagte der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, Denis Alt (SPD), das Land erwarte, „dass das wirtschaftliche Ergebnis sich verbes­s­ert“. Dabei werde allerdings anerkannt, „dass hier keine Schrauben hergestellt, son­dern Patienten behandelt werden“.

Es sei zu erwarten, dass sich die im Doppelhaushalt 2019/20 vorgesehenen Mittel für die Universitätsmedizin – 70 Millionen Euro für das Investitionspaket und zehn Millio­nen zusätzlich an struktureller Finanzierung – positiv auf die künftige finanzielle Situ­ation auswirken werde. © dpa/aerzteblatt.de

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