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Politik

Spahn verteidigt Vorstoß zum Verbot von Konversionstherapien für Homosexuelle

Donnerstag, 4. Juli 2019

Jens Spahn /dpa

Würzburg – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sein Vorhaben verteidigt, sogenannte Konversionstherapien für Homosexuelle gesetzlich verbieten zu lassen. Homosexualität sei keine Krankheit und müsse nicht therapiert werden, sagte Spahn der Tagespost.

Erst jüngst habe ein medizinisches Gutachten vom Universitätsklinikum Hamburg erge­ben, dass solche Angebote häufig psychisches Leid verursachten. „Wer Konversions­therapien praktiziert, begeht im Grunde Körperverletzung. Das müssen wir unterbinden“, sagte Spahn.

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Wer jedoch Hilfe benötige, weil er oder sie mit seinem Schwul- oder Lesbischsein hade­re, der solle auch Hilfe bekommen, sagte der Minister. Eine Therapie, die Menschen helfe, mit ihrer homosexuellen Orientierung besser zurechtzukommen, werde auch in Zukunft weiter möglich sein.

„Aber eine ,Therapie', die suggeriert, irgendetwas stimmt mit dir nicht, du bist krank und musst behandelt werden oder – noch verrückter – bei dir muss der Teufel ausge­trieben werden, die kann und will ich nicht akzeptieren“, so der Minister.

Deswegen sei ihm auch sehr wichtig gewesen, die Kirchen zu der eigens dafür ge­gründeten Arbeitsgruppe einzuladen, sagte der Katholik, der selbst in einer gleichge­schlechtlichen Ehe lebt.

Dass sie der Einladung gefolgt seien, habe ihn gefreut. Es gehe darum, Seelsorgean­ge­bote für Menschen in einer schwierigen Lage von illegitimen Therapieversuchen zu unterscheiden, auch hinsichtlich möglicher Sanktionen. © kna/aerzteblatt.de

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