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Politik

SPD pocht auf Transparenz bei Befragung zu Nährwert-Logo

Donnerstag, 4. Juli 2019

Eine Frau sucht im Supermarkt Produkte aus. /dpa
/dpa

Berlin – Die SPD pocht auf Transparenz bei der anstehenden Verbraucherbefragung über eine neue Nährwertkennzeichnung für Fertigprodukte. Fraktionsvize Matthias Miersch sagte, er hoffe auf ein klares Ergebnis der Befragung, das dann auch von allen Seiten anerkannt werde. „Voraussetzung ist eine transparente und faire Befra­gung ohne Einflussnahme von wem auch immer.“ Ziel müsse eine eindeutige und für jedermann verständliche Kennzeichnung sein.

Die Entscheidung für eine neue Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung als Ergänzung zu den tabellarischen Angaben zum Gehalt an Salz, Zucker und Fett auf der Rückseite soll zwischen vier Modellen fallen. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) plant dafür nach einer Verständigung in der Koalition im Juli und August eine Verbraucherbefragung. Auf Grundlage der Ergebnisse soll dann im Herbst entschieden werden, welches Modell die Bundesregierung zur freiwilligen Nutzung auf Packungen empfiehlt.

Unter den vier Modellen ist das farbliche System Nutri-Score, für das sich neben einigen Lebensmittelherstellern (darunter Danone, Frosta und Nestlé) auch mehrere medizinische Fachgesellschaften, die Verbraucherzentrale Bundesverband sowie die SPD stark machen.

„Nach Frankreich wollen auch Belgien, Spanien, Portugal und Luxemburg den Nutri-Score einführen“, sagte Miersch. Verbraucherschützer und große Unternehmen warteten auf eine Einführung in Deutschland. Dies zeige, dass sich Nutri-Score bewährt habe. Die vorgesehene Befragung zur Lebensmittelkennzeichnung wäre daher aus seiner Sicht auch nicht zwingend notwendig gewesen.

Das Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betont jedoch, dass Verbraucherforschung EU-rechtlich die Grundvoraussetzung sei, um ein System durch den notwendigen Notifizierungsprozess steuern zu können.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sprach sich ebenfalls erneut für den Nutri-Score aus. Das System habe „die besten Chancen, eines Tages europaweit als verpflichtende Kennzeichnung eingeführt zu werden, da schon mehrere Länder die Ampel verwenden und das Modell nachweislich am verständlichsten ist und zu einem gesünderen Einkaufsverhalten führt“, sagte Foodwatch-Expertin Luise Molling der dpa.

Die Verbraucherbefragung führt das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Info GmbH durch. Vorgesehen sind zunächst intensivere Gruppendiskussionen mit acht bis zehn Teilnehmern in mehreren Städten in Deutschland. Darauf soll eine repräsentative Umfrage mit mindestens 1.000 Befragten folgen. © dpa/gie/aerzteblatt.de

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