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Politik

SPD-Fraktionsvize fordert schärferes Rauchverbot in der Öffentlichkeit

Freitag, 5. Juli 2019

/dpa

Heidelberg – SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hat ein strengeres Vorgehen gegen Rauchen in der Öffentlichkeit gefordert. „Ein schärferes Rauchverbot auch an öffentli­chen Plätzen wäre sinnvoll“, sagte Lauterbach der Rhein-Neckar-Zeitung. Deutsch­land solle sich in Schritten dem schwedischen Modell nähern. „Das Rauchen in der Öffentlichkeit sollte überall dort verboten werden, wo sich Passivrauchen schwer ver­meiden lässt und Nichtraucher nur schwer ausweichen können.“

Der Sozialdemokrat nannte dazu klare Raucherzonen in der Öffentlichkeit, wie es sie auf Bahnhöfen bereits gibt, als Lösung. Das Rauchen auf öffentlichen Plätzen zu ver­bieten, könne aber nur ein erster Schritt sein. „Wir sollten jetzt das Tabakwerbe­verbot endlich umsetzen.“ Lauterbach warf CDU und CSU vor, ein Verbot der Tabakwerbung weiter zu blockieren. Innerhalb der Union im Bundestag ist ein Tabakwerbeverbot um­stritten, auch wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt dafür ausge­sprochen hatte.

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Gestern hatte sich die FDP für ein Rauchverbot an Bushaltestellen stark gemacht. „Rauchen muss überall dort verboten sein, wo Menschen nicht oder nur schwer aus­weichen können: Öffentliche Spielplätze, Bushaltestellen oder Bahnsteige“, sagte der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Auch Grüne und Linke sind für ein Verbot. „Deutschland kann von Schweden ler­nen, wie der Schutz vor dem Passivrauchen verbessert werden kann", sagte Kirsten Kap­pert-Gonther, Sprecherin der Grünen für Drogenpolitik, dem RND. „Wir sollen Schritt für Schritt vorgehen“, sagte Harald Weinberg. Zuerst ein Werbeverbot für Tabakpro­dukte, dann könne man weitere Maßnahmen ergreifen.

Hintergrund der Forderung ist die Verschärfung des öffentlichen Rauchverbotes in Schweden. Nach dem bereits bestehenden Verbot für Gastronomiebetriebe ist es seit dem 1. Juli nun auch verboten, vor Bars oder Restaurants zu rauchen. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #760190
omartini
am Dienstag, 9. Juli 2019, 21:42

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Das Tabakwerbeverbot wurde kurzfristig aus dem Koalitionsvertrag gestrichen. Es gibt aber keine Koalitionsvereinbarung gegen ein Tabakwerbeverbot. Trotzdem hat die SPD gemeinsam mit CDU/CSU gegen die Gesetzesvorlagen eines Tabakwerbeverbots der GRÜNEN sowie der LINKEN gestimmt, welche sogar von der FDP unterstützt wurden. Eine Woche später das Tabakwerbeverbot zu fordern, ist wenig glaubwürdig.
Avatar #760190
omartini
am Dienstag, 9. Juli 2019, 21:42

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Das Tabakwerbeverbot wurde kurzfristig aus dem Koalitionsvertrag gestrichen. Es gibt aber keine Koalitionsvereinbarung gegen ein Tabakwerbeverbot. Trotzdem hat die SPD gemeinsam mit CDU/CSU gegen die Gesetzesvorlagen eines Tabakwerbeverbots der GRÜNEN sowie der LINKEN gestimmt, welche sogar von der FDP unterstützt wurden. Eine Woche später das Tabakwerbeverbot zu fordern, ist wenig glaubwürdig.
Avatar #751684
mednews for all
am Montag, 8. Juli 2019, 18:29

Dringend notwendig:

Die Gesundheit der Nichtrauchenden hat Vorrang zum Genuss der Raucher.

sorry Raucher da seit ihr Selbst Schuld, zu oft macht ihr euch die Kippe neben dem Kinderwagen an, oder blast Menschen den Rauch ins Gesicht.
Avatar #711738
hannes195x
am Montag, 8. Juli 2019, 11:58

Rauchverbot

Hallo Herr Prof. Lauterbach und Co., wenn wir gerade beim verbieten sind - wer schützt uns, als Duftstoffallergiker eigentlich vor dem überall wabernden Gestank der künstlichen "Duftstoffe", welche sich fast alle bedenkenlos auf die Haut schmieren oder sprühen ? Diese ja nicht nur in Kosmetika, sondern auch in fast allen Waschmitteln, Reinigungsprodukten etc. enthalten.
Bedenkenlos werden Kaufhäuser, Geschäfte, Hotels und teilweise sogar öffentliche Einrichtungen mit dieser Chemiekeule "beduftet" - obwohl schon lange bekannt ist, dass ein großer Teil der verwendeten "Duftstoffe" gesundheitlich mehr als bedenklich sind.
Darüber sollten sich die Verantwortlichen in der Politik mal Gedanken machen -immerhin nimmt die Zahl der Allergiker immer mehr zu.

Avatar #769157
Isor70
am Samstag, 6. Juli 2019, 14:35

Rauchverbot

Der" arme" Staat! Wer verdient denn am meisten an uns Rauchern? Aber Alkoholverbot gilt noch nicht. Werbung für Alkohol gibt es noch immer Überfall, Aber für Rauchen gibt es keine mehr in Radio, TV oder Plakate. Wir Raucher werden schon genug diskriminiert und stigmatisiert. Wenn es vor Lokalen nun auch noch verboten wird, sehe ich schwarz für die Gastronomie. Und wer schützt einen vor den Autoabgasen? Da regen sich die Nichtraucher nicht auf. Am besten ihr verbietet einem das Leben.Wenn die Politiker ein Vorbild würden,- wie sie es ja sein sollten-, würden sie auf Tabak, Alkohol, Zucker verzichten, abnehmen und auf Radfahren umsteigen und weniger Geld bekommen. Dann mach ich vielleicht auch mit.
LNS

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