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Fresenius treibt Telemedizin voran

Montag, 8. Juli 2019

/dpa

Bad Homburg – Deutschlands größter Krankenhausbetreiber Fresenius baut seine Telemedizindienste für Patienten aus. Der Dax-Konzern habe angefangen, hierzu­lan­de einen Beratungsdienst über die Gemeinschaftsfirma Helios Dialogue einzuführen, sagte Fresenius-Vorstand Francesco De Meo.

Patienten könnten sich künftig über eine digitale Plattform einwählen und auch per Vi­deo Kontakt mit einem Arzthelfer aufnehmen, der zunächst gesundheitliche Be­schwer­den abfrage. Anschließend werde ihnen eine Videosprechstunde, der Gang in die Notfallambulanz oder zu einem nahen Facharzt empfohlen.

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„Es funktioniert wie ein digitales Wartezimmer, aus dem wir nach einem international anerkannten Verfahren den weiteren medizinischen Weg weisen“, sagte De Meo. Bis Anfang 2020 soll der Service für Patienten freigeschaltet sein.

Fresenius erhofft sich von dem Instrument, das mit dem kanadischen Start-up Dialo­gue entwickelt wird, effizientere Prozesse, mehr Service und gezieltere Patienten­strö­me – was auch die eigenen Kliniken und medizinischen Versorgungszentren besser auslasten soll.

„Wenn die Leute zum Arzt kommen, hat der schon die Einschätzung aus der vorheri­gen Abfrage“, erklärte De Meo. Und Patienten müssten nicht lange beim Facharzt im Wartezimmer sitzen, bis sie eine Diagnose erhielten oder womöglich zum nächsten Arzt geschickt würden.

Der Deutsche Ärztetag hatte 2018 den Weg für mehr Telemedizin geebnet, indem er das ausschließliche Fernbehandlungsverbot lockerte. Zuvor durften Ärzte ihnen unbe­kannte Patienten nur persönlich beraten. Fachleute versprechen sich viel von Teleme­dizin – gerade wegen des Ärztemangels auf dem Land. Auch kommen viele alte Men­schen nur schwer zum Arzt.

Fresenius ist mit seinem Vorstoß nicht allein. Rhön will in der zweiten Jahreshälfte eine Gemeinschaftsfirma mit dem Schweizer Anbieter Medgate an den Start bringen und Marktführer in Deutschland werden. Rhön hält sich Kooperationen mit dritten Ärzten offen. Unternehmen könnten ferner für den Dienst bezahlen, um Mitarbeitern betriebsärztliche Dienste zu bieten. In Kanada ist das verbreitet. © dpa/aerzteblatt.de

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