NewsMedizinFDA veröffentlicht unter Trump-Regierung weniger Warnhinweise
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA veröffentlicht unter Trump-Regierung weniger Warnhinweise

Montag, 8. Juli 2019

/picture alliance, AP Photo

Washington – Seit Donald Trump an der Regierung ist, veröffentlicht die US-Arznei­mittelbehörde FDA (U.S. Food and Drug Administration) weniger Warnhinweise zu Arzneimitteln und Medizinprodukten. Dies kam in einer Recherche von Mitarbeitern von Science (2019; 365: 12-13) heraus.

Ein Regierungswechsel ist (auch) in den USA häufig mit einem Richtungswechsel in der Politik verbunden. Sichtbar wird dies zunächst in der Neubesetzung von Füh­rungs­­positionen. In der FDA folgte dem von der Obama-Administration eingesetzten Kardiologen Robert Califf der Investmentbanker Scott Gottlieb, der auch eine medizini­sche Ausbildung hat. Welche Auswirkungen dies hatte – trotz gleich gebliebener ge­setzlicher Regelungen – zeigt jetzt eine Recherche von Charles Miller, einem investi­gativen Journalisten des Wissenschaftsmagazins Science.

Miller hat ermittelt, dass die Zahl der Abmahnungen („Warning Letter“), die die FDA an Hersteller verschickt, deutlich zurückgegangen ist. Von der Amtsübergabe im Januar 2017 bis Mai 2019 verschickte die FDA 1.033 Warning Letter. Unter der Regierung Oba­ma waren es im gleichen Zeitraum 1.532 gewesen, also etwa ein Drittel mehr. Der Unterschied könnte noch größer werden, denn seit dem Beginn der Trump-Regierung ist die Zahl der Abmahnungen kontinuierlich gesunken.

Auch die Zahl der FDA-Inspektionen (etwa bei Herstellern), bei denen im Mängelbe­richt eine offizielle Reaktion vorgeschlagen wurde („official action indicated“ OAI), ist rückläufig. Unter der Trump-Administration gab es bis April „nur“ 1.040 OAI gegenüber 1.879 während der gleichen Dauer unter der Obama-Regierung. Selbst bei den selte­nen Verfügungen, bei denen die FDA mit sofortiger Wirkung beispielsweise den Ver­kauf von unsicheren Produkten stoppen kann, ist ein Rückgang von 35 auf 26 erkenn­bar.

Die FDA hat die Zahlen bestätigt, den damit verbundenen Vorwurf, die Behörde setze die Interessen der Hersteller über die Sicherheit der Bevölkerung, aber zurückgewie­sen. Viele Fälle würden heute im Vorfeld geklärt, sodass keine Warnhinweise, Mängel­berichte oder Verfügungen notwendig würden, heißt es in einer Stellungnahme. Beo­bachter sehen in den Zahlen jedoch einen klaren Hinweis, dass die Trump-Adminis­tra­tion ihr Ziel einer „Deregulierung“ der Behörden auch bei der FDA konsequent um­setzt. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
New Haven/Richmond – Die Sterblichkeit der Bevölkerung ist in den USA in den letzten Monaten stärker angestiegen, als die offiziellen Zahlen zu den tödlichen COVID-19-Fälle vermuten lassen. Nach
USA: Übersterblichkeit übertrifft die Zahl der gemeldeten Todesfälle an COVID-19
3. Juli 2020
Washington – Die USA kämpfen weiter mit einem dramatischen Anstieg der SARS-CoV-2-Fälle. Mit rund 52.300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität gestern erneut
SARS-CoV-2: Erneut drastischer Anstieg in den USA
2. Juli 2020
Oakland/Kalifornien – Werden die Risiken von Makrolid-Antibiotika weiter unterschätzt? Obwohl seit langem bekannt ist, dass die Mittel über eine Verlängerung des QT-Intervalls das Risiko auf tödliche
Studie: Azithromycin kann Herz-Kreislauf-Todesfälle provozieren
2. Juli 2020
Washington – In den USA schnellen die Zahlen zu SARS-CoV-2 in die Höhe. Während US-Präsident Donald Trump weiter an das Verschwinden des Virus glaubt, nahmen mehrere Bundesstaaten kurz vor dem
SARS-CoV-2: USA melden mehr als 50.000 Neuinfektionen, steigende Zahlen weltweit
1. Juli 2020
Washington – Die US-Regierung hat sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge von Remdesivir gesichert. Ein entsprechende Vereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Gilead
Remdesivir: US-Regierung kauft große Teile der Produktion auf
30. Juni 2020
Los Angeles/Phoenix – Angesichts eines raschen Anstiegs von Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona
Mehrere US-Bundesstaaten führen Beschränkungen wieder ein
29. Juni 2020
Washington – Der Oberste US-Gerichtshof hat ein restriktives Abtreibungsgesetz des Bundesstaates Louisiana gekippt. Der Supreme Court in Washington erklärte das Gesetz heute für ungültig, das
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER