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Hamburger Modellprojekt zu Sprachmittlern zeigt hohen Bedarf

Montag, 8. Juli 2019

/dpa

Hamburg – Einen großen Bedarf an Sprachmittlern – ein Oberbegriff für Übersetzer und Dolmetscher – für die Versorgung von geflüchteten Menschen mit Behinderung sehen die Initiatoren eines Hamburger Modellprojektes. Ein Jahr nach dem Start seien bereits 1.000 Anträge auf Sprachmittlung vermittelt worden.

Das Modellprojekt „Hamburger Sprachmittlerpool für Menschen mit Behinderung“ hat seine Arbeit im Juni 2018 aufgenommen. Es bietet qualifizierte Sprachmittlung in 42 Sprachen an. Hintergrund ist das 2018 verabschiedete Behindertengleichstellungs­ge­setz. Es verfolgt das Ziel, die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen zu beseitigen und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

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Im Rahmen des Projektes können neben den rund 5.000 ambulant tätigen Ärzten der Hansestadt Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen sowie Kindergärten und Schulen kostenlos auf qualifizierte Sprachmittler zurückgreifen. Auf diese Weise erhalten Geflüchtete mit Behinderungen einen Zugang zur Regelversorgung.

Gefördert wird das Projekt von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integrati­on der Freien und Hansestadt Hamburg. Koordiniert wird der Sprachmittlerpool vom gemeinnützigen Verein „SEGEMI Seelische Gesundheit, Migration und Flucht“ in Ko­operation mit der Lebenshilfe Hamburg und der Ärztekammer Hamburg.

„Sprachmittlung ist Voraussetzung für ein Gelingen der Kommunikation mit fremd­spra­chigen Patienten. Ärzte können durch die professionelle Unterstützung Aufklärung, Mitsprache auf Augenhöhe und dadurch eine bessere Adhärenz sicherstellen“, sagte Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg.

„Mit einer solchen Nachfrage hatten wir nicht gerechnet. Es wird deutlich, dass es einen unglaublichen Bedarf an qualifizierter Sprachmittlung für Menschen mit Behin­de­rungen gibt“, zog Axel Graßmann, Geschäftsführer des Landesverband Lebenshilfe Hamburg, ein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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