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Politik

Hessen fördert Online-­Stottertherapie für Kinder

Dienstag, 9. Juli 2019

/dpa

Frankfurt – Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert die Ent­wicklung einer Online-Stottertherapie namens „Frankini“ für drei- bis sechsjährige Kin­der. Die Therapie des Instituts der Kasseler Stottertherapie (KST) hat sich nach Anga­ben des Ministeriums für Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren bereits be­währt. Mit der Förderung von rund 490.000 Euro will das Institut seine Onlinetherapie auf die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ausweiten.

„Frühes Stottern wächst sich nicht von alleine aus, aber mit einer evidenzbasierten, standardisierten Therapie zum frühestmöglichen Zeitpunkt können wir vielen Kindern einen späteren Therapiemarathon ersparen“, sagte Alexander Wolff von Gudenberg, Leiter des KST. Je jünger ein Kind bei Behandlungsbeginn sei und je kürzer der Zeit­raum sei, in dem es stottert, desto höher sei die Chance, dass sich die Sprechstörung wieder komplett auflöse.

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Bei der Kasseler Stottertherapie eignen sich die Patienten durch das Üben mit einem Biofeedbackprogramm eine spezielle weiche Sprechweise an, die Unflüssigkeiten beim Sprechen deutlich verringert. Selbst schwer stotternde Menschen lernen laut KST, ohne Hast, Spannung oder Druck weich und ohne Stolpern zu sprechen. Im „Frankini“-Projekt werden die Drei- bis Sechsjährigen mit einer kindgerechten Form der Trainingssoftware behandelt. Ein zentrales Element ist, dass die Eltern zu Thera­peuten ihrer Kinder ausgebildet werden und deren Therapie begleiten.

Die Behandlung ist in vier Module aufgeteilt, die jeweils zwischen zwei und vier Mo­na­ten dauern. Sie beginnt mit einem Onlinetraining, in dem zunächst die Eltern Hand­lungs­strategien erlernen, wie sie mit dem Stottern ihrer Kinder umgehen können und wie sie gemeinsam mit ihren Kindern das Softwareprogramm nutzen können, mit dem diese ein neues Sprechmuster erlernen und vertiefen können. Darauf aufbauend folgt im nächsten Schritt die Onlinetherapie der Kinder, die in den beiden letzten Modulen zudem von einer Präsenztherapie begleitet wird.

Die Behandlungskosten für die Betreuung von Kindern im „Frankini-Projekt“ über­nimmt die Techniker Krankenkasse (TK) bundesweit für die kommenden zwei Jahre. Weitere interessierte Krankenkassen können sich beteiligen. Kooperationspartner der Kasseler Stottertherapie im „Frankini-Projekt“ sind neben der TK das Unternehmen vitero sowie das Telemedizinische Zentrum Bad Kissingen.

Stottern ist die häufigste und bekannteste Sprechstörung und entsteht meist im Alter von zwei bis fünf Jahren. Jedes zwanzigste Kind ist davon betroffen. Bei etwa einem Prozent der Bevölkerung bleibt ein chronisches Stottern bestehen. © hil/aerzteblatt.de

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