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Medizin

Zweifel an Empfehlungen zur Reduktion gesättigter Fettsäuren

Dienstag, 9. Juli 2019

/Lucky Dragon, stockadobecom

Kopenhagen – Ein Entwurf der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit Ernährungs­empfehlungen rät, wenige gesättigte Fettsäuren zu essen und sie durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Laut Ernährungsexperten um Arne Astrup vom Department of Nutrition, Exercise, and Sport der Universität Kopenhagen könnte dies ein Fehler sein. Sie legen ihre Sicht der Dinge zu Aufnahme von gesättigten und ungesättigten Fett­säuren im British Medical Journal dar (doi 10.1136/bmj.l4137). 

Der Entwurf der WHO-Leitlinien wurde im Mai 2018 zur Konsultation veröffentlicht. Er empfiehlt, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, die in Lebensmitteln wie Hart­kä­se, Vollmilch und Butter enthalten sind, zu reduzieren. Empfehlenswert seien dagegen mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in öligem Fisch, Pflanzenölen, Nüssen und Samen enthalten seien. 

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In dem Beitrag bewerten die Wissenschaftler um Astrup die Hinweise für die Verbin­dung von gesättigter Fettaufnahme und kardiovaskulärem Risiko und argumentieren, dass die WHO-Empfehlungen „nicht berücksichtigen, dass die gesundheitlichen Aus­wirkungen von gesättigten Fettsäuren je nach spezifischer Fettsäure und spezifischer Nahrungsquelle variieren“.

Sie warnen davor, dass diese Empfehlungen zu einer Verringerung der Aufnahme von nährstoffreichen Lebensmitteln führen könnten, die für die Prävention von Krankheiten und die Verbesserung der Gesundheit wichtig seien. Sie argumentieren außerdem, dass zwar ein Konsens über die gesundheitlichen Nach­teile industriell hergestellter Transfettsäuren bestehe. Die Beweise, die gesättigte Fettsäuren mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Tod in Verbindung brächten, seien dagegen weniger klar, sa­gen sie.

Der WHO-Ansatz, der sich auf gesättigte Fettsäuren insgesamt konzentriere und Nah­rungsquellen ignoriere, sei problematisch. Denn nicht alle gesättigten Fettsäuren seien gleich und könnten in Bezug auf das Krankheitsrisiko als eine homogene Gruppe be­trachtet werden. So könnten etwa Verbindungen wie Ballaststoffe und Mineralien in Vollwertkost, in der die Fettsäuren vorhanden seien, für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtiger sein als der Gehalt an gesättigten Fettsäuren, geben sie zu bedenken.

„Wir sind der Meinung, dass Empfehlungen zur Verringerung der Aufnahme von ge­sättigten Fettsäuren ohne Berücksichtigung spezifischer Fettsäuren und Nahrungs­quellen nicht auf Beweisen beruhen und von anderen, effektiveren, auf Lebensmitteln basierenden Empfehlungen ablenken“, schreiben sie. Es bestehe die Gefahr, dass Regierungen, Verbraucher und Industrie irregeführt würden, und Lebensmittel mit niedrigem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, aber hohem Gehalt an raffinierter Stärke und Zucker förderten. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #687320
Nicolai Worm
am Mittwoch, 10. Juli 2019, 18:56

Dr. Nicolai Worm

Der Kommentar von eLindros: Vielleicht sollten Sie einmal mit dem Inhalt des Artikels beschäftigen. Was kann die Milchindustrie für die Ergebnisse von Hunderten Studien, die in den letzten Jahrzehnten immer wieder ergeben haben, dass gesättigte Fettsäuren weder eine physiologische Entität noch ein nachweisbares kardiovaskuläres Risiko darstellen. Auch die Meta-Analysen dazu liegen seit Jahren vor - und dass die Ergebnisse bis heute von den "Etablierten" igoniert werden, hat die Milchindustrie ebenfalls nicht zu verantworten.
Avatar #754103
Biochemie
am Mittwoch, 10. Juli 2019, 12:23

Welche Fettsäuren in unserer Körperchemie sind besser?

Ich habe leider kein Labor, um die Wirkung von Fettsäuren in meinen Körper Nachweisbar mir zu erklären. So bleiben mir nur Möglichkeit zu versuchen und auszuprobieren, wie mein Körper auf bestimmte Fettsäuren in Zusammenhang mit meiner Ernährung und Lebensweiße reagiert. So neue Erkenntnisse lasse ich dann in mein denken und Ernährungsplan einfließen und prüfe die Wirkung.

Wenn ich mir Vorstelle, ich wäre geboren vor der Zeit des Kalenders. So in der Zeit, wo wir nicht ganz an einen Ort gebunden waren und uns mehr von Wildpflanzen ernährt haben die wir gesucht haben und ausprobiert haben. Die Deutsche Sprache war da auch noch nicht festgeschrieben, welche Wörter wir für welche Pflanzen benutzen. Zu dieser Zeit haben wir versucht essen zu finden um zu überleben.
Bis wir lernten es macht schon Sinn unsere Pflanzen anzubauen, denn es macht mehr Arbeit die Pflanzen zu suchen wo sie gerade Zufällig durch Biologische Gesetze wachsen als sie Anzubauen. So zogen wir weiter, wenn es nichts mehr gab. Doch in dieser Entwicklungszeit haben wir uns vermutlich mehr von Samen, Nüssen (Haselnüsse, Walnüsse), Blätter (Birke, Linde, Löwenzahn, große Klette, usw. ), Beeren, Früchten, Wurzeln, usw. ernährt.
Wir haben dieses Wissen von den Tieren vermutlich mit abgesehen und später war unsere kleine Naturvolkgruppe unsere Medien, Zeitung, Fernseh, Theater. So wie heute noch Tiere in der Gruppe leben, zum Beispiel kann man es bei Vögeln beobachten, wie sie von einander immer wieder lernen.

Es macht natürlich viel Arbeit bestimmte Wildpflanzen zu suchen um den täglichen Nahrungsbedarf zu decken.
So haben wir uns zu dieser Zeit im Herbst von Eichhörnchen und andere Tieren die Vorräte für den Winter anlegen vermutlich auf die Idee gebracht dieses auch zu machen.

Zurück nach heute, in das Jahr 2019 wir öffnen den Kühlschrank und alles steht verpackt in der Küche. Doch eines ist geblieben, wir stellen uns wieder die Frage, welche Nahrungsmittel (Wildpflanzen) sollen wir Essen und welches mehr oder weniger nicht.

Es scheint so zu sein, es gibt keine Lösung die für uns alle gilt. Nur so kleine Richtlinien die öffentlich bekannt sind.
Jeder muss da so seinen Ernährungsplan finden.
Da wir auch alle eine unterschiedlichen Körper mit einer unterschiedlichen Lebensgeschichte und Prägungen haben und dieses sich auch verändert im laufe des Lebens wird es immer ein Anpassung der Ernährung geben müssen.

Wenn sich unser Entwicklungsgeschichte so ähnlich abgelaufen ist. Dann stimmt dieses mit dem Zitat aus dem Artikel überein.
"Empfehlenswert seien dagegen mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in öligem Fisch, Pflanzenölen, Nüssen und Samen enthalten seien. "

Dabei nicht vergessen, das Pflanzen suchen war früher kein Hochleistungssport man wurde aber immer mit Nahrung belohnt, wenn man eine Pflanze beim laufen und bücken gefunden hatte die man kannte.
Diese Belohnung im Gehirn funktioniert heute immer noch so, nur sind es keine Pflanzen, Beeren sondern Namen von Fertigprodukten, Schnellimbiss, Kaffee und Kuchen, usw.

So möge jeder seine Ernährung für seinen Körper und Geist finden auch wenn der Gedanke da ist solle der eine oder andere es nicht finden.

Ich denke aus der heutigen Sicht ist die Arbeit an einen langen gesundes Leben und einen schnellen Tot eine gute Sicht auf das Leben mit dem Tot als Abschluss für immer.

Viele Völker und Sprachen sind schon von dem Planeten Erde verschwunden und einige werden neu erfunden.
Doch haben es manche Tiere auf ihre Art bis heute geschafft zu überleben.



















gesättigte Fettsäuren zu essen und sie durch ungesättigte Fettsäuren
Avatar #762833
Dr. med. Sebastian Göbel
am Dienstag, 9. Juli 2019, 21:31

Und was sind nun diese "effektivere Nahrungsquellen", die diese besonderen spezifischen Fette enthalten???

Die WHO steht zum Glück nicht alleine... unter anderem auch die AHA (american heart association) sah sich genötigt ein klares statement abzugeben um Vernebelungskünstler entgegenzuwirken, die Unsicherheiten streuen wollen

1. "Taking into consideration the totality of the scientific evidence, satisfying rigorous criteria for causality, we conclude strongly that lowering intake of saturated fat and replacing it with unsaturated fats, especially polyunsaturated fats, will lower the incidence of CVD."
2. vor allem Hauptquellen von gesättigten Fetten meiden: Butter, Tierfett, Palmfett und Kokosfett
"The main sources of saturated fat to be decreased are dairy fat (butter), lard (pork), beef tallow, palm oil, palm kernel oil, and coco-nut oil. "
3. und ja klar, es gibt gesunde Nahrungsmittel, die zwar auch gesättigte Fette haben, aber eben nur zu einem KLEINEN ANTEIL, neben vielen gesünderen Fetten und bei Vollwertkost natürlich auch Ballaststoffen und Mineralien (Avocado, Oliven und Nüsse):"Polyunsaturated fats are contained in canola oil, corn oil, soybean oil, peanut oil, safflower oil, sunflower oil, and walnuts. High-oleic varieties of safflower and sunflower oil, olive oil, avocados, and tree nuts such as almonds, cashews, hazelnuts, pistachios, and pecans have mainly monoun-saturated fats and are low in saturated fat."
4. Und zu guter letzt: Die Öle und Fette sind nur ein kleiner Teil gesunder Ernährung... wechselt die Fettquellen und esst vor allem viel Vollwertiges und wenig Verarbeitetes - Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Saaten - "This shift from saturated to unsaturated fats should occur simultaneously in an overall healthful dietary pattern such as the DASH or Mediterranean diet as emphasized by the 2013 AHA/American College of Cardiology lifestyle guidelines and the 2015 to 2020 Dietary Guidelines for Americans."

Bitte keine solchen Wischi-Waschi Artikel... Nebel-Warnungen - Bitte bleibt doch konkreter....

zum nachlesen und schöne Diagramme:
https://www.ahajournals.org/doi/pdf/10.1161/CIR.0000000000000510
Avatar #765622
eLindros
am Dienstag, 9. Juli 2019, 16:51

Von der Milchindustrie gesponserte Wissenschaftler

Vielleicht sollte man in dem Artikel der Vollständigkeit halber erwähnen, dass die besagten Wissenschaftlicher seit vielen Jahren Mittel der Milchindustrie (bspw. Danish Dairy Foundation, Global Dairy Platform, Arla Foods Amba, Denmark, and European Milk Foundation) erhalten.
LNS

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