NewsPolitikPlädoyer für verpflichtendes Nährwert-Logo auf Lebensmitteln
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Plädoyer für verpflichtendes Nährwert-Logo auf Lebensmitteln

Dienstag, 9. Juli 2019

/dpa

Potsdam – Brandenburgs Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) hält das geplante neue Nährwert-Logo für viele Lebensmittel auf freiwilliger Basis nicht für ausreichend. Es sei Zeit für ein verpflichtendes Logo, sagte er in Potsdam.

Ludwig wies aber zugleich darauf hin, dass dieses Anliegen bisher keine Mehrheit bei der Verbraucherschutzministerkonferenz gefunden habe. Insofern sei ein freiwilliges Logo „ein Anfang“. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) plant für ein neues Logo zum Gehalt an Salz, Zucker und Fett eine Verbraucherbefragung.

Anzeige

Auf Grundlage der Ergebnisse soll im Herbst entschieden werden, welches Modell die Bundesregierung zur freiwilligen Nutzung auf Packungen empfiehlt. Vier Modelle sind im Gespräch. Ein verpflichtendes nationales System ist nach Angaben von Klöckner europarechtlich nicht möglich. Diese rechtlichen Bedenken hat Brandenburgs Ressort­chef Ludwig nicht.

Die Länder-Verbraucherschutzminister warben im Mai für eine leicht verständliche Nähr­wertkennzeichnung auch auf EU-Ebene. Mehrere Länder wie Brandenburg for­der­ten, das System Nutri-Score in Deutschland zu nutzen, das es unter anderem be­reits in Frankreich gibt. Es bezieht auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballast­stoffe oder Proteine in die Bewertung ein und zeigt einen einzigen Wert auf einer fünf­stufigen Skala von dunkelgrün bis rot.

Der Brandenburger Verbraucherschutzminister dringt auf eine einheitliche und ver­pflich­tende Kennzeichnung, um mehr Klarheit für Verbraucher zu haben. „Wir sehen im Augenblick, dass Industrie und Handel versuchen, beim Tierwohl mit eigenen Labeln voranzugehen. Das kann zu Verwirrung führen“, sagte Ludwig.

„Wir halten deshalb eine bundesweit einheitliche Regelung auch bei der Nährwert-Am­pel für das Sinnvollste. Es ist möglich, dass eine freiwillige Lösung schneller von Brüs­s­el genehmigt wird, aber trotzdem wollen wir eine verpflichtende Lösung.“ Die Ver­brau­­cher könnten dann sicher sein, dass nicht alle paar Jahre etwas anderes komme. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2020
Boston – Erwachsene, die häufig Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse verzehrten und die Aufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch und zuckerhaltigen Getränken einschränkten,
Studie: Bestimmte Ernährungsmuster können Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden
25. Juni 2020
Berlin – Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat gemeinsam mit der österreichischen und schweizerischen Fachgesellschaft sowie der Deutschen
Länderübergreifende Empfehlung zur parenteralen Ernährung von Kindern
25. Juni 2020
Mailand – Es gibt viele kontrollierte Studien, die sich mit den Auswirkungen diätetischer Interventionen bei Multipler Sklerose (MS) befassen. Laut Wissenschaftlern der Cochrane Gruppe „Multiple
Trotz vieler Studien kaum Evidenz zu Ernährungsinterventionen bei MS
23. Juni 2020
Berlin – In Deutschland sind Menschen aus niedrigen sozialen Statusgruppen deutlich häufiger von starkem Übergewicht betroffen als solche aus höheren sozialen Statusgruppen. Das schreibt die
Keine Diskriminierung Übergewichtiger im Gesundheitswesen
16. Juni 2020
Cuernavaca – Mexikos Steuer auf zuckerhaltige Getränke hat nach 3 Jahren zur Senkung des Verbrauchs beigetragen. Das berichten Wissenschaftler des mexikanischen „Instituto Nacional de Salud Publica“
Steuer auf Zuckergetränke senkt Verbrauch in Mexiko
16. Juni 2020
Berlin – Mehr als jeder zweite Deutsche kennt sich kaum oder gar nicht mit ausgewogener Ernährung aus. Das zeigt eine repräsentative Studie zur Ernährungskompetenz, die der AOK-Bundesverband heute in
Ernährungskompetenz der Deutschen ist problematisch
9. Juni 2020
Hamburg – Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil von Männern mit Essstörungen deutlich gestiegen. Das berichtet die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) unter Berufung auf eine bundesweite Auswertung
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER