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Ausland

WHO-Listen zu wichtigen Medikamenten und Diagnostika aktualisiert

Dienstag, 9. Juli 2019

/nik.bernadsky, stockadobecom

Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat ihre globalen Leitlinien für Arz­nei­mittel und In-Vitro-Diagnostika aktualisiert. Ziel ist, wirksame Therapeutika und Diag­nostika zu priorisieren und den Zugang zu verbessern.

Die aktualisierte Liste der lebenswichtigen Arzneimittel ergänzt 28 Arzneimittel für Er­wachsene und 23 für Kinder und spezifiziert neue Verwendungsmöglichkeiten für 26 bereits aufgelistete Produkte. 460 Produkte sieht die WHO laut der Liste als notwendig für die Deckung der wichtigsten Bedürfnisse der öffentlichen Gesundheit an.

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Zum Beispiel hat der Ausschuss für lebenswichtige Arzneimittel der WHO empfohlen, drei neue Antibiotika zur Behandlung multiresistenter Infektionen als wesentlich hinzu­zufügen. Auch fünf Krebstherapien für die Behandlung von Melanomen, Lungen-, Blut- und Prostatakrebs finden sich in der Liste.

Weitere Aktualisierungen der Arzneimittelliste umfassen neue orale Antikoagulanzien zur Prävention von Schlaganfällen als Alternative zu Warfarin bei Vorhofflimmern und zur Behandlung tiefer Venenthrombosen, Biologika und ihre jeweiligen Biosimilars für chronisch entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und entzündliche Darm­er­krank­ungen und hitzestabiles Carbetocin zur Vorbeugung von Nachgeburts­blutungen.

Die erste Liste der essentiellen Diagnostika wurde 2018 veröffentlicht und konzentrier­te sich auf eine begrenzte Zahl von weltweit besonders wichtigen Erkrankungen wie HIV, Malaria, Tuberkulose und Hepatitis.

Die aktualisierte Liste enthält auch 46 allgemeine Tests, die für die Erkennung und Diagnose einer Vielzahl von Krankheitsbildern verwendet werden können, sowie 69 Tests, die für die Erkennung, Diagnose und Überwachung bestimmter Krankheiten bestimmt sind.

So hat die WHO zwölf Tests in die Diagnoseliste aufgenommen, um eine breite Palette solider Tumore wie Darm-, Leber-, Hals-, Prostata-, Brust- und Keimzellkrebs sowie Leukämie und Lymphome zu erkennen. Außerdem enthält sie einen Abschnitt über die anatomisch-pathologische Krebsdiagnostik, die überall zugänglich sein sollte. 

„Die Liste der wesentlichen Diagnostika wurde 2018 eingeführt, um die Bereitstellung von Tests zu steuern und die Behandlungsergebnisse zu verbessern“, sagte Marian­gela Simao, WHO-Generaldirektorin für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.

Da sich die Länder in Richtung einer universellen Gesundheitsversorgung bewegten und Medikamente immer besser verfügbar würden, werde es entscheidend sein, über die richtigen diagnostischen Instrumente zu verfügen, um eine angemessene Behand­lung sicherzustellen.

© hil/aerzteblatt.de

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