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Ärzteschaft

Medizinstudierende gegen Landarztquote und neue Universitätskliniken in Baden-Württemberg

Dienstag, 9. Juli 2019

/dpa

Stuttgart – Die Fachschaften der Medizinischen Fakultäten in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm wehren sich zusammen mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) gegen eine Landarztquote in Baden-Würt­temberg. Auch neue Universitätskliniken in Karlsruhe oder Stuttgart halten die Studierende nicht für sinnvoll.

„Zu Beginn des Studiums hat kaum ein Studierender konkrete Vorstellungen, in wel­chem Fachbereich und welcher Art der Berufsausübung er arbeiten möchte“, argu­men­tieren die Studierenden. Zudem benötige die Landarztquote ebenso wie der Stu­dienplatzausbau mindestens zwölf bis 15 Jahre bis erste Effekte spürbar seien.

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„Dieser Zeitraum ist in Anbetracht der aktuellen Versorgungslage und Engpässe deut­lich zu lange“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Fakultäten und der bvmd. Die Quote konterkariere außerdem die Versuche, ein positives Berufsbild zu vermitteln und erwecke den Eindruck, die landärztliche Versorgung sei so unattraktiv, dass nur noch Zwangsmaßnahmen helfen könnten.

Aber auch die Einrichtung von mehr Studienplätzen sehen die Studierenden kritisch. „Das Strukturproblem der ländlichen Versorgung kann durch die Erhöhung der Studienplatzzahlen nur ansatzweise symptomatisch angegangen werden und fordert vielmehr strukturelle Maßnahmen und ein versorgungspolitisches Umdenken“, heißt es in der Mitteilung der Studierenden.

In einem Positionspapier von bvmd und Studierenden werden diese „strukturelle Maß­nahmen“ und das „versorgungspolitische Umdenken“ konkretisiert. Gemeint sind da­nach unter anderem Maßnahmen zur Flexibilisierung der ärztlichen Tätigkeit und zeit­gemäße Arbeitsmodelle zur besseren Versorgung durch alle beteiligten Gesundheits­fach­berufe sowie der Aufbau von interprofessionellen integrierten Versorgungsnetz­werken. Darüber hinaus müssen aus Sicht der Studierenden geeignete digitale Tech­nolo­gien gestärkt werden.

Sollte eine Kapazitätserweiterung dennoch angestrebt werden, sprechen sich die hu­ma­nmedizinischen Fachschaften Baden-Württembergs und die bvmd für einen Aus­bau der Studienplätze an den bestehenden Fakultäten aus, also gegen neue Univer­sitäts­kliniken, „um den Aufbau teurer Doppelstrukturen zu vermeiden“.

Ende Mai hatte die SPD im Baden-Württembergischen Landtag auf einen Ausbau von Medizinstudienplätzen gedrängt. Die Unikliniken schlagen in diesem Zusammenhang vor, 150 neue Plätze auf die bestehenden Standorte zu verteilen.

Diese Vorstellungen konkurrieren mit einem Konzept, das den Aufbau der Studien­plät­ze an den städti­schen Kliniken von Stuttgart und Karlsruhe vorsieht. Das Wissen­schafts­ministerium schrieb in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD, dass sich die verschiedenen Konzepte noch in der Prüfung befän­den. © hil/aerzteblatt.de

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