NewsVermischtesBürger sehen Schließung kleinerer Krankenhäuser kritisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bürger sehen Schließung kleinerer Krankenhäuser kritisch

Mittwoch, 10. Juli 2019

/dpa

Ludwigshafen – Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland (47 Prozent) lehnt eine flächendeckende Schließung kleiner Krankenhäuser in ländlichen Regionen ab. Auch in Großstädten sind 44 Prozent der Bürger gegen solche Schließungen. Das ist ein Ergebnis einer Befragung im Auftrag der Pronova Betriebskrankenkasse (BKK) unter 1.000 Personen.

Die Umfrage zeigt auch, dass auch die Befürworter von Schließungen diese nur unter bestimmten Bedingungen akzeptieren. So erwarten 35 Prozent aller Befragten, dass die schnelle medizinische Versorgung der örtlichen Bevölkerung trotzdem gewährleis­tet sein muss.

Anzeige

Ein Viertel akzeptiert Schließungen nur dann, wenn Patienten in der nächstgelegenen Klinik unwesentlich länger auf eine Behandlung warten müssen. Ebenso viele Befrag­te fordern, dass dafür stark in die noch verbleibenden Kliniken investiert wird, damit diese die aktuell beste verfügbare Ausstattung erhalten.

Die Autoren wollten von den befragten Bürgern auch wissen, wie sie das Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen in Bezug auf kleine Krankenhäuser in ländlichen Regionen einschätzen. Ergebnis: 70 Prozent der befragten Personen glaubt nicht da­ran, dass Telemedizin zu einer besseren Auslastung ländlicher Kliniken führt. Denn echte Patientennähe – der entscheidende Vorteil örtlicher Kliniken – sei bei der Tele­medizin nicht gegeben.

Wer den Fahrtweg zum nahegelegenen Krankenhaus also nicht auf sich nehmen wolle oder könne, wird nach ihrer Einschätzung auch auf digitalem Weg keinen Kon­takt aufnehmen. Ein Viertel der Befragten bezweifelt außerdem, dass die nötigen tech­nischen Voraussetzungen auf dem Land gegeben sind, zum Beispiel eine schnelle In­ternetverbindung.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass ein Krankenhaus in der Nähe des eigenen Wohnorts von der Bevölkerung trotz Digitalisierung für sehr wichtig erachtet wird“, sagte Lutz Kaiser, Vorstand der Pronova BKK. Er forderte, bei den Diskussionen und Plänen zu großflächigen Schließungen sollten die von den Befragten geäußerten Bedenken und Bedingungen „unbedingt berücksichtigt werden.“ © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Juni 2020
Berlin – Operationen laufen wieder an, weniger Betten bleiben für Coronafälle geblockt: Die Krankenhäuser machen erste Schritte zur Normalisierung – und rechnen doch noch für Monate mit einem Betrieb
Krankenhäuser rechnen noch für Monate mit Coronakrisenbetrieb
25. Juni 2020
Berlin – Die Coronapandemie hat die Krankenhäuser in Deutschland bislang nicht an ihre Kapazitätsgrenze gebracht. Dies zeigt eine heute vorgelegte Sonderauswertung von statistischen Daten des BKK
Coronavirus brachte Krankenhäuser nicht an Kapazitätsgrenzen
24. Juni 2020
Berlin – Ein klarer politischer Wille ist die Grundvoraussetzung für einen geordneten Strukturwandel im Krankenhausbereich. Das hat Regina Klakow-Franck, stellvertretende Leiterin des Instituts für
Krankenhausstruktur: Experten wünschen sich klaren politischen Willen
23. Juni 2020
Mannheim/Ismaning/Essen/Chicago – Der Medizinische Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Mannheim, Hans-Jürgen Hennes, hat die Krankenhäuser in Deutschland dazu aufgerufen,
Krankenhäuser sollen Umstrukturierung selbst in die Hand nehmen
22. Juni 2020
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, befürwortet angesichts der Coronapandemie einen dauerhaften Krisenpuffer bei den Krankenhäusern in Deutschland. Diese seien „keine
Bundesärztekammer für Krisenpuffer bei Krankenhauskapazitäten
17. Juni 2020
Berlin – Der Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann hat betont, dass man nach der Coronapandemie analysieren müsse, welche Kran­ken­haus­struk­tu­ren in Deutschland noch benötigt würden und welche nicht.
Krankenhäuser: „Nicht zur Normalität vor der Pandemie zurückkehren“
3. Juni 2020
Hannover – Niedersachsen will an einem flächendeckenden und leistungsfähigen Krankenhausnetz festhalten, das sich insbesondere während der Pandemie bewährt hat. Dazu sollten in diesem Jahr 265
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER