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Ausland

Britischer Nationaler Gesundheitsdienst kooperiert mit Amazons Sprachassistent

Mittwoch, 10. Juli 2019

/picture alliance, empics

London – Menschen in Großbritannien können sich ab sofort mit medizinischen Fra­gen an den Sprachassistenten des Internetkonzerns Amazon wenden. Um Ärzte und Gesundheitspersonal zu entlasten, arbeitet der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) des Landes seit kurzem mit Amazon zusammen, wie die britische Regierung am heute mitteilte.

Diese Technologie sei ein „großartiges Beispiel“ dafür, dass Menschen von zu Hause aus medizinischen Rat einholen könnten, erklärte der britische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock. Zugleich würden Allgemeinmediziner und Apotheker entlastet. Amazon selbst erklärte, kürzlich mit dem Update seiner smarten Lautsprecher be­gon­n­en zu haben, damit diese in der Lage seien, die Webseiten des NHS zu durchsu­chen, um Antworten geben zu können. Diagnosen stellt Alexa nicht.

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Der staatliche Gesundheitsdienst in Großbritannien bietet auf seiner Website eine Reihe von Informationen und Hinweisen zu Erkrankungen an und wird weltweit von Patienten konsultiert. Das Angebot mit Alexa richtet sich auch explizit an ältere Men­schen sowie an Blinde.

Die Branche begrüßte den Schritt, wies aber zugleich darauf hin, dass unabhängige Untersuchungen nötig seien, damit Alexa zuverlässige und sichere medizinische Aus­künfte gibt. Andernfalls könne der Druck auf Ärzte weiter wachsen. Heftige Kritik an der Zusammenarbeit der britischen Regierung mit Amazon in Ge­sund­­heitsfragen kam von Datenschützern. Sie warnten davor, der Internetkonzern könne die sensiblen Gesundheitsangaben speichern und für gezielte Werbung nutzen. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Mittwoch, 10. Juli 2019, 21:11

Endlich kommt Amazon aus dem Quark!

Dank Amazon müssen sich die interessierten Kreise nicht mehr mit der Frage befassen, wie man die Gesundheitsdaten der Bevölkerung kommen kann., um sie kommerziell zu nutzen. Denn für britische Patienten ist es jetzt geklärt:
Die Patienten erzählen alles Amazon, Amazon stellt die Verbindung zum NHS her und protokolliert den Informationsaustausch in beide Richtungen. Dann alles in die Datenbank und schon kann man die Informationen vermarkten.

Leider, leider geht das in Deutschland nicht so einfach. Statt Amazon, einem aus Eigeninteresse handelnden Großkonzern, der die Informationen sammelt und damit richtig Geld verdienen will, sind in Deutschland störrische Ärzte im Spiel. Die Ärzte haben zwar alle Informationen, aber sie wollen diese ums Verrecken nicht freiwillig hergeben oder gar für die kommerzielle Nutzung aufbereiten.
Unglaublich, was für Geschäfte dadurch verhindert werden. Ärzte, die die Industrie daran hindern wollen, mit hochsensiblen Patientendaten Geschäfte zu machen – das darf nicht sein.
Von daher ist es vollkommen richtig, die Ärzte qua Gesetz zum Anschluss an die TI zu zwingen. Demnächst kommt für die Ärzte noch die Pflicht, Patientendaten in elektronische Patientenakten einzuspeisen – und schon sind wir da, wo die Briten dank Amazon schon heute sind.

__________

Wer seine Daten Amazon anvertraut, muss das selbst verantworten.

Aber was ist mit Patientendaten, die von Ärzten in zentrale Datenbanken eingespeist werden (müssen)? Klar ist derzeit nur eines: Kommt es zu Datenschutzverstößen, haftet dafür der Arzt.

Wie ausgesprochen dämlich man sein muss, solche Daten kostenfrei zur Verfügung zu stellen und dann noch das Haftungsrisiko zu tragen, falls diese Daten missbraucht werden, weiß ich nicht genau. Auf einer Skala für Dämlichkeit von null bis zehn erscheint mir vierzehn angemessen.
LNS

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