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Medizin

Viele australische Möwen tragen multiresistente Keime

Donnerstag, 11. Juli 2019

Silbermöwe /peno - penofoto.de, AdobeStock.com
Silbermöwe /peno - penofoto.de, AdobeStock.com

Sydney – Rund 20 % der Silbermöwen in Australien sind mit multiresistenten Bakterien infiziert. Das berichten Forscher der Murdoch University in Perth in einer Studie im Journal of Antimicrobial Chemotherapy (2019; doi: 10.1093/jac/dkz242).

In einem Fünftel der 562 Stuhlproben fanden die australischen Wissenschaftler Cephalosporin-resistente (21,7 %) und fluorchinolonresistente (23,8%) E. coli. Die Genomsequenzierung ergab, dass die 284 E. coli-Isolate aus Möwen, die gegen Reserveantibiotika resistent waren, überwiegend zu humanassoziierten extraintestinalen pathogenen E. coli (ExPEC)-Klonen gehörten. Es wurden auch einzelne Isolate von carbapenem-resistenten E. coli (ST410-blaOXA-48) und colistin-resistenten E. coli (ST345-mcr-1) nachgewiesen.

So hohe Werte für multiresistente Kolibakterien hätten die Forscher nicht erwartet, sagte Mark O'Dea vom Antimicrobial Resistance and Infectious Diseases Laboratory. Bei den nachgewiesenen Bakterien handelt es sich um Nachbildungen menschlicher Bakterien. „Die Möwen haben die Bakterien irgendwie von Menschen aufgenommen“, erklärte O'Dea. Sein Forscherteam geht davon aus, dass sich die Möwen beim Kontakt mit menschlichen Fäkalien mit den Keimen infiziert haben, etwa im Abwasser oder an entsorgten Babywindeln.

Mit multiresistenten Keimen infizierte Seemöwen könnten die Keime auf Menschen übertragen und damit schwerwiegende Krankheiten auslösen, warnen die Autoren. Möglich wären Beispielsweise Harnwegsinfekte, Blutvergiftung oder Meningitis. Die Gefahr, dass Seemöwen Infektionen an Menschen übertragen könnten, ist O'Dea zufolge aber „ziemlich gering“. © gie/afp/aerzteblatt.de

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