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Kosten für Zahnersatz vom Wohnort abhängig

Donnerstag, 11. Juli 2019

/Evgeniy Kalinovskiy, stockadobecom

Berlin – Die Kosten für Zahnersatz sind in Deutschland vom Wohnort abhängig. Pa­tienten in Bayern müssen bei neuen Brücken oder Kronen im Schnitt 1.228 Euro zu­zahlen und greifen damit bundesweit am tiefsten in die eigene Tasche, wie aus dem heute veröffentlichten Barmer-Zahngesundheitsatlas hervorgeht.

Das ist etwa doppelt so viel wie in Sachsen-Anhalt, wo der Eigenanteil der Patienten im Schnitt bei 628 Euro liegt. Die Gesamtkosten für Zahnersatz liegen in den ost­deutschen Flächenländern mit 1.274 bis 1.379 Euro pro behandeltem Versicherten demnach deutlich unter dem Bundesschnitt und zudem stark unter den Werten der „Hochkostenländer“ Niedersachsen und Bayern mit 1.877 beziehungsweise 1.860 Euro.

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Bei der Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen zeigen sich zudem deutliche Stadt-Land-Unterschiede. So bekamen neun Prozent der Berliner und 8,7 Prozent der Hamburger 2017 neuen Zahnersatz. Im Saarland waren es lediglich 6,4 Prozent und in Bayern und Rheinland-Pfalz jeweils 6,9 Prozent.

Deutliche regionale Unterschiede sowie ein Ost-West-Gefälle stellt die Analyse auch bei der Häufigkeit der Zahnarztbesuche oder der Teilnahme an Vorsorgeuntersu­chun­gen fest. So lag der Anteil der Bevölkerung, der 2017 zum Zahnarzt ging, in allen ost­deutschen Bundesländern deutlich über dem Westniveau. Spitzenreiter war Sachsen mit 77,1 Prozent, Schlusslicht das Saarland mit 65,2 Prozent.

Einen Grund für die Ost-West-Unterschiede vermuten die Experten im traditionell hö­he­ren Präventionsverhalten im Osten. Zudem bekommen die ostdeutschen Versicher­ten vergleichsweise häufig Zahnfüllungen oder schadhafte Zähne gezogen.

Unterschiede zeigen sich demnach auch bei der Früherkennungsuntersuchung für kleine Kinder. Diese werde tendenziell eher im Süden und im Osten in Anspruch ge­nommen und weniger im Norden und Westen. Die Raten pendeln hier zwischen 27,7 Prozent im Saarland und 42,5 Prozent in Bayern.

In der Kieferorthopädie zeigen sich insbesondere bei den Aufbissschienen deutliche Unterschiede. „Offenbar sind die Städter deutlich gestresster“, schlussfolgert die Bar­mer. So brauchen je 3,7 Prozent der Hamburger und 3,7 Prozent der Berliner eine solche Hilfe bei Beschwerden im Kieferbereich, etwa bei Zähneknirschen. In Thürin­gen sind dies nur 1,4 Prozent. © afp/aerzteblatt.de

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