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Politik

Fast jede zweite Klinik in Baden-Württemberg schreibt rote Zahlen

Donnerstag, 11. Juli 2019

/VILevi, stockadobecom

Stuttgart – Die Krankenhausgesellschaft des Landes (BWKG) hat auf eine Verschär­fung der finanziellen Probleme von Krankenhäusern, Reha-Kliniken und Pflegeeinrich­tun­gen in Baden Württemberg hingewiesen. „Unterfinanzierung und Fachkräftemangel sind und blei­ben die Hauptprobleme“, sagte der BWKG-Vorstandsvorsitzende Detlef Piepenburg heute mit Verweis auf eine neue Umfrage im Rahmen des neuen BWKG-Indikators.

Demnach haben 44 Prozent der Krankenhäuser, 41 Prozent der Reha-Kliniken und 31 der Pflegeeinrichtungen das Jahr 2018 mit roten Zahlen abgeschlossen. Rund 75 Pro­zent der Krankenhäuser und 80 Prozent der Reha-Kliniken haben Schwierigkeiten, freie Stellen im ärztlichen Dienst neu zu besetzen. 85 Prozent der Krankenhäuser, 84 Prozent der Reha-Kliniken und 86 Prozent der Pflegeeinrichtungen haben Probleme, freie Stellen bei den Pflegefachkräften zu besetzen.

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Als besonders alarmierend wertet Piepenburg Rückmeldungen zu den Ausbildungs­ver­trägen in der Altenpflege: Nur in 3,1 Prozent der Einrichtungen ist laut Umfrage die Zahl der Auszubildenden in der Pflege gestiegen. In 51,5 Prozent der Altenpflegeein­richtungen wird damit gerechnet, dass die Zahl ihrer Auszubildenden sogar sinkt. „Wegen der demografischen Veränderung werden mehr Pflegekräfte benötigt, denn die Zahl der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, wird steigen“, warnte der BWKG-Vorstandsvorsitzende.

Piepenburg begrüßte allerdings, dass neu geschaffene Pflegestellen in Kliniken künf­tig vollständig finanziert werden sollen. Unverständlich sei aber, warum die volle Fi­nanzierungszusage nur für die Pflege und nicht für alle Berufsgruppen gelten soll. Das Geld dafür sei vorhanden. Schließlich führten überdurchschnittlich hohe Löhne der Versicherten in Baden-Württemberg auch zu überdurchschnittlich hohen Einnahmen der Krankenversicherung, sagte er.

Auch die wirtschaftliche Situation der Reha-Kliniken ist der BWKG zufolge nach wie vor problematisch. „Der Anspruch der Reha-Einrichtungen auf eine leistungsgerechte Vergütung muss endlich im Gesetz verankert werden“, forderte Piepenburg.

Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die Kliniken ihre Investitionskosten und auch regional überdurchschnittliche Lohnkosten bei wirtschaftlicher Geschäftsführung finanzieren könnten. Es sei enttäuschend, dass die immer wieder angekündigten ge­setzlichen Verbesserungen für die medizinische Rehabilitation weiter auf sich warten lassen, kritisierte der BWKG-Geschäftsführer. © hil/aerzteblatt.de

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