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Wirtschaftliche Situation von Physiotherapiepraxen schwierig

Freitag, 12. Juli 2019

/dpa

Nürnberg – Die wirtschaftliche Situation von angestellten Physiotherapeuten in Praxen und der Praxisinhaber ist angespannt. Das zeigt ein neues Wirtschaftlichkeitsgut­ach­ten des Deutschen Verbandes für Physiotherapie, des Bundesverbandes selbststän­di­ger Physiotherapeuten und des Verband Physikalische Therapie. Die wissenschaftli­che Begleitung lag beim Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) in München. Die be­triebs­wirtschaftlichen Daten stammen aus dem Jahr 2016.

Der Analyse zufolge finden sich angestellte Physiotherapeuten in Praxen trotz an­spruchsvoller Ausbildung mit einem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von rund 14 Euro „weit unten in der Gehaltskette wieder“, wie die Verbände betonten. Eine höhere Entlohnung sei aber nicht möglich, weil auch die Praxisinhaber im Durchschnitt ledig­lich auf ein verfügbares Monatseinkommen von 2.575 Euro zurückgreifen könnten.

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Ein Grund für das vergleichsweise geringe Einkommen eines Praxisbesitzers sei der hohe Verwaltungsaufwand, der zum größten Teil im Namen der Kostenträger erfolge, bei der Vergütung aber nach wie vor unberücksichtigt bleibe.

Für gesetzlich kranken­versicher­te Patienten veranschlagen Praxen dem Gutachten zufolge durchschnittlich 40 Stunden pro Woche reinen Verwaltungsaufwand, der von Therapeuten und Praxis­besitzern zusätzlich zu den Therapieleistungen erbracht werden müsse. Davon entfie­len etwa zehn Stunden auf den Praxisinhaber.

Ein weiteres Problemfeld, das Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit einer Praxis hat, ist dem Gutachten zufolge der Fachkräftemangel. Etwa 60 Prozent aller teilneh­men­den Praxen gaben an, freie Stellen nicht besetzen zu können. Im Durchschnitt fehle es pro Praxis an Personal für rund 26 Wochenarbeitsstunden – ein Defizit, das sich auch auf der Einnahmenseite bemerkbar mache.

Das aktuelle Gutachten ist im Rahmen eines Projektes namens „PhysioPraX“ entstan­den. Die drei Verbände möchten damit Datengrundlagen zu den betriebswirtschaftli­chen Grundlagen einer physiotherapeutischen Praxis schaffen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #779552
InsiderPT
am Samstag, 13. Juli 2019, 15:26

Genauer betrachtet....

Wirft man einmal einen genaueren Blick auf die Situation der Physiotherapeuten in Deutschland, bietet sich ein interessantes Bild.

Im Jahr 2018 sind (im Vergleich zum Vorjahr) die Zahlen der Verordnungen bundesweit um gut 1,5% gesunken, wogegen die Bruttoumsätze im Bereich der Physiotherapie um gut 10% gestiegen sind. Warum die Berufsvereine jedoch lediglich die Daten von 2016 für ihr "Gutachten" verwenden, bleibt jedoch fragwürdig.

Mich würde auch einmal interessieren, wie viele Praxen insgesamt an diesem "Gutachten" teilgenommen haben und ob diese Anzahl in Relation zu den insgesamt rund 40.000 Praxen in Deutschland überhaupt repräsentativ ist?

Betrachret man die Anzahl der Verordnungen von Physiotherapie für den Zpeitraum von 2007-2018, so ist diese um 15,15% gestiegen, die Anzahl der Physiotherapeuten (Vollzeitäquivalenz) ist im selben Zeitraum jedoch um 73,75% gestiegen.
Kann man hier also wirklich von einem "Mangel" sprechen...?
Avatar #105897
derzeh
am Freitag, 12. Juli 2019, 19:27

Therapeuten

Das ist nicht nur bei Physiotherapeuten, sondern bei allen Therapeuten der Fall. Die Verwaltung ist nur ein Teil.
So sind die Podologen noch schlechter gestellt, da die Vergütung durch die Krankenkassen ungefähr gleich den Physiotherapeuten ist, diese jedoch einen enormen Aufwand an Hygienemaßnahmen zu stemmen haben, die von dieser Vergütung mitgetragen werden muss. Jeder Patient benötigt ein steril verpacktes Instrumentenset. Dieses ist in der Anschaffung schon bei ca. 300.- € dann noch einen Ultraschall, B-Klasse Autoclav, entsprechende Schulungen, 5 Sorten Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mundschutz.....
Da gehen oft nicht mal 14.- € / Stunde
LNS

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