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MERS-Infektionen und Todesfälle häufig verhindert

Freitag, 12. Juli 2019

MERS-89962387 /picture alliance

Genf – Globale Anstrengungen gegen das Middle East respiratory syndrome corona­virus (MERS-CoV) haben seit 2016 wahrscheinlich rund 1.465 Fälle und zwischen 300 und 500 Todesfällen verhindern können. Das berichtet die Weltgesundheitsorgani­sa­tion (WHO) zusammen mit Wissenschaftlern der University of Oxford, des Imperial College London und dem Institut Pasteur.

Im Jahr 2012 wurde erstmals ein neuartiges Virus, das bisher noch nicht beim Men­schen aufgetreten war, bei einem Bewohner aus Saudi-Arabien identifiziert. „MERS-CoV“ ist ein Atemwegsvirus, das schwere Krankheiten verursachen kann und bisher bei etwa 35 Prozent der Patienten tödlich verlaufen ist. MERS ist zoonotisch, die Be­troffenen wurden durch direkten oder indirekten Kontakt mit Dromedarkamelen infi­ziert. Die Übertragung kann aber auch von Mensch zu Mensch erfolgen.

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„Während das Virus eine begrenzte Übertragungsfähigkeit zwischen Menschen außer­halb von Krankenhäusern gezeigt hat, hat es wiederholt großflächige Ausbrüche in Gesundheitseinrichtungen mit schwerwiegenden gesundheitlichen, sicherheitstechni­schen und wirtschaftlichen Auswirkungen verursacht, vor allem in Saudi-Arabien 2014 bis 2016 und der Republik Korea 2015“, berichtet die WHO.

Bis zum 31. Mai 2019 hat das MERS-CoV laut WHO 2.442 Menschen infiziert. Offen­bar sind die Abwehr- und Früherkennungsmaßnahmen aber erfolgreich: Die WHO-Wissenschaftler schätzen die Gesamtzahl der abgewehrten Fälle auf 507 im Jahr 2016, ebenfalls 507 im Jahr 2017 und 451 bis September 2018.

In einem Forschungsschreiben in der Zeitschrift Emerging Infectious Diseases erläu­tern die Autoren, dass verbesserte Infektionsverhütungs- und Kontrollmaßnahmen die Übertragung von Mensch zu Mensch häufig reduziert hätten (doi. 10.3201/eid2509.190143).

Darüber hinaus waren den Wissenschaftlern zufolge die Einschränkung der Kamelbe­wegungen, eine stärkere und umfassendere Untersuchung von Fällen und Clustern zum Zeitpunkt des Ausbruchs und eine verstärkte Kommunikation auf nationaler und internationaler Ebene entscheidend, um eine internationale Verbreitung zu verhindern.

Diese Erfolge dürften aber nicht über die Gefährlichkeit von MERS-CoV hinwegtäu­schen: Es müsse mehr getan werden, um die Zirkulation von MERS-CoV in Drome­daren zu verstehen und um Infektionen beim Menschen zu begrenzen. „Die inter­na­tionale Gemeinschaft und die betroffenen Länder haben eine gemeinsame Verant­wortung, eine große Bedrohung der Gesundheitssicherheit wie MERS im Nahen Os­ten und darüber hinaus einzudämmen“, so die Autoren abschließend. © hil/aerzteblatt.de

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