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Medizin

Behandlungs­reihenfolge bei Rektumkarzinom entscheidend für Therapieerfolg

Freitag, 12. Juli 2019

Rektumkarzinom in Vergrößerung 25:1 / picture-alliance
Mehr als 60.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Enddarmkrebs, auch Rektumkarzinom genannt. Rektumkarzinom in Vergrößerung 25:1 / picture-alliance

Frankfurt/Main – Für eine erfolgreiche Therapie des Rektumkarzinoms ist die Reihenfolge der Behandlungsschritte entscheidend: Erst eine Radiochemotherapie (RCT), dann eine Chemotherapie und zuletzt die Operation. Mit diesem Vorgehen konnte in einer Studie der German Rectal Cancer Study Group das komplette histopathologische Ansprechen des Tumors gegenüber dem Standardvorgehen um 10 % erhöht werden. Die Studie wurde im Journal of Clinical Oncology publiziert (2019; doi: 10.1200/JCO.19.00308).

Standardmäßig verläuft die Behandlung des Rektumkarzinoms in folgenden Stufen: Zu Beginn wird eine RCT durchgeführt, auf die im nächsten Schritt die operative Entfernung des Tumors folgt. Die letzte Stufe ist die Chemotherapie nach dem chirurgischen Eingriff. Während durch die RCT die Tumormasse vor der chirurgischen Entfernung des Tumors verringert werden soll, hat die folgende Chemotherapie die Aufgabe, eventuelle Mikrometastasen im Körper zu vernichten.

Verbunden ist dieses Vorgehen mit einem kompletten histopathologischen Ansprechen des Tumors von 15 %. In der CAO/ARO/AIO-12-Studie wurde untersucht, ob sich die Therapieergebnisse verbessern lassen, wenn sowohl die RCT als auch die Chemotherapie vor dem chirurgischen Eingriff appliziert werden, und in welcher Reihenfolge die totale neoadjuvante Therapie erfolgen sollte.

Eine Gruppe von 156 Patienten mit Rektumkarzinom im Stadium II oder III erhielt zuerst die Chemotherapie (3 Zyklen Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin), dann die RCT (Fluorouracil/Oxaliplatin; Bestrahlung mit 50,5 Gy) und zuletzt die Operation. Die Ergebnisse entsprachen mit einem kompletten histopathologischen Ansprechen des Tumors von 17 % dem, was beim aktuellen Standardverfahren erreicht wird (p=0,210).

Signifikante Erhöhung der Erfolgsrate

Wurde jedoch die Radiochemotherapie vor der Chemotherapie durchgeführt (150 Patienten), konnte die Erfolgsrate auf 25 % erhöht werden – eine signifikante Verbesserung gegenüber der Standardtherapie (p<0,001). In der Gruppe mit vorgezogener Radiochemotherapie war zudem die Toxizität geringer (27 % versus 37 % bei einer Erstbehandlung mit Chemotherapie) und die Compliance gegenüber der RCT höher.

Allerdings erwiesen sich die Patienten in der Gruppe mit RCT an erster Stelle als weniger compliant gegenüber der Chemotherapie. Die Autoren um Erstautor Emmanouil Fokas von der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Frankfurt schlussfolgern, dass nur eine langfristige Nachbeobachtung zeigen könne, ob das verbesserte komplette histopathologische Ansprechen in der Gruppe, die zuerst die RCT erhalten hat, letztlich auch zu einem besseren onkologischen Outcome führen werde. © nec/aerzteblatt.de

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