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Medizin

Rimegepant: CGRP-Antagonist kann Migräne-Anfall stoppen

Freitag, 12. Juli 2019

Frau mit Kopfschmerzen oder Migräne. /WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com
50 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Kopfschmerzen, vier Millionen sogar täglich. /WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com

New York – Dem „Calcitonin Gene-Related Peptide“ (CGRP) wird eine zentrale Rolle in der Pathogenese von Migräne-Anfällen zugeschrieben. Nachdem in den letzten Jahren mit Erenumab, Galcanezumab und Fremanezumab 3 CGRP-Antikörper zur Anfallsprophylaxe zugelassen wurden, könnte demnächst der erste CGRP-Antagonist zur Behandlung akuter Migräneattacken eingeführt werden.

Rimegepant hat in einer randomisierten kontrollierten Phase 3-Studie die Schmerzdauer verkürzt. Das Mittel wirkt nach den im New England Journal of Medicine (2019; 381: 142-149) vorgestellten Ergebnissen allerdings nur bei einem Teil der Patienten.

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Rimegepant ist der erste CGRP-Antagonist, dessen klinische Entwicklung erfolgreich abgeschlossen wurde. Zwei weitere „Gepants“ wurden fallen gelassen. Olcegepant war zur Selbstbehandlung nicht geeignet, weil es intravenös verabreicht werden muss. Telgecepant war zwar oral wirksam, führte in den ersten Studien jedoch zu Leberschäden.

Das ebenfalls oral verfügbare Rimegepant wurde in 3 Phase 3-Studien getestet. Darunter war die jetzt publizierte Studie, an der an 49 Zentren in den USA 1.186 Patienten teilnahmen, die seit mindestens einem Jahr an einer Migräne litten und zuletzt 2 bis 8 Anfälle pro Monat erlitten hatten. Die Patienten waren im Durchschnitt 40,6 Jahre alt. Der Frauenanteil betrug 88,7 %.

Fast 8 % mehr Patienten komplett schmerzfrei

Den Studienteilnehmern wurde eine Tablette ausgehändigt, die entweder 75 mg Rimegepant oder Placebo enthielt. Die Migränepatienten sollten sie nach dem Einsetzen eines typischen Anfalls einnehmen. In den anschließenden 48 Stunden füllten sie insgesamt 12 mal (davon 5 mal in der 1. Stunde) einen elektronischen Fragebogen zur Schmerzintensität und zu den Begleitsymptomen aus. Die beiden koprimären Endpunkte waren die komplette Beseitigung der Schmerzen und das Abklingen des schlimmsten Begleitsymptoms (das sich bei den einzelnen Patienten unterscheiden konnte).

Wie Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York und Mitarbeiter berichten, erreichten in der Rimegepant-Gruppe 19,6 % der Teilnehmer eine komplette Schmerzfreiheit gegenüber 12,0 % der Patienten in der Placebo-Gruppe. Die Differenz von 7,6 Prozentpunkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 3,3 bis 11,9 Prozentpunkten signifikant.

Das dominierende Begleitsymptom verschwand in den ersten beiden Stunden in der Rimegepant-Gruppe bei 37,6 % der Patienten und in der Placebo-Gruppe bei 25,2 % der Patienten. Die Differenz betrug 12,4 Prozentpunkte mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 6,9 bis 17,9 Prozentpunkten.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Übelkeit (1,8 % in der Rimegepant-Gruppe und 1,1 % in der Placebo-Gruppe) und Harnwegsinfektionen (1,5 beziehungsweise 1,1 %). Schwerwiegende Komplikationen traten nicht auf (ein Patient klagte über schwere Rückenschmerzen, die vermutlich nicht auf Rimegepant zurückzuführen sind). Schwere Leberschäden wurden nicht beobachtet. Bei 2,4 % der Patienten in der Rimegepant-Gruppe und bei 2,2 % in der Placebo-Gruppe kam es zu einem leichten Anstieg der Leberenzyme über die Obergrenze des Normalbereichs hinaus. Der Grenzwert wurde aber niemals um mehr als das 3-fache überschritten, was eine ernsthafte Leberschädigung angezeigt hätte.

Vergleich mit Triptanen steht noch aus

Die Studie schafft damit die Voraussetzung für eine Zulassung, die der Hersteller bereits beantragt hat. Offen ist, ob Rimegepant effektiver ist als die in den 1990er Jahren eingeführten Triptane, die ebenfalls nur bei einem Teil der Patienten wirken. Aufgrund des unterschiedlichen Wirkungsmechanismus bleibt zu hoffen, dass es nicht dieselben Patienten sind, bei denen die beiden Mittel versagen.

Ein Vorteil der „Gepants“ könnte die fehlende vasokonstriktorische Wirkung sein, die den Einsatz von Triptanen bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen riskant machen. Der Hersteller will auf der Jahrestagung der American Headache Society, die vom 11. bis 14. Juli in Philadelphia stattfindet, weitere Studienergebnisse vorstellen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #760881
Christine Huber
am Freitag, 12. Juli 2019, 18:57

Inkompetenz

Danke,doch ich bin geschockt durch Ihre Unwissenheit, Ihrer fehlenden fachl./med.Erfahrungen,deklariertes Nichtwissen zu veröffentlichen. Menschen haben Ihnen moeglich -/faelschlicher Weise blind. vertraut.
LNS

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