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Politik

Koalitionspolitiker uneinig über Erstattung homöopathischer Mittel

Freitag, 12. Juli 2019

Globuli in Fläschchen. / froto, AdobeStock.com
Homöopathische Arznei­stoffe sollen durch Ver­rei­bung oder Ver­schüt­te­lung ei­ne „ener­ge­tische Um­wandlung“ er­fahren. Meist sind sie ex­trem niedrig dosiert, so dass der Wirkstoff nicht mehr nachweisbar ist. / froto, AdobeStock.com

Berlin – Die große Koalition diskutiert kontrovers über die Erstattung homöopathischer Mittel durch die Krankenkassen. Denn deren medizinische Wirkung ist umstritten. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), und die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar brachten jetzt ein Ende der bislang mög­lichen Kostenübernahme ins Gespräch. Die Unionsgesundheitsexpertin Karin Maag (CDU) wandte sich dagegen.

Rüddel sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), es sei „schwer vermittelbar“, dass Kosten für Homöopathie teilweise übernommen würden, während an anderer Stelle gespart werden müsse. „Deswegen kann ich mir durchaus ein Ende der Erstattungsfähigkeit vorstellen.“

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Dittmar sagte den RND-Zeitungen, sie könne die kürzlich in Frankreich getroffene Ent­scheidung, die Kostenübernahme zu beenden, „absolut nachvollziehen“. „Die Wirk­sam­keit homöopathischer Mittel ist nicht nachgewiesen.“ Sie sehe es deshalb „kritisch, dass Krankenkassen und damit die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler diese Mittel finanzieren“. Es sei aber wichtig, zwischen Naturheilkunde und Homöopathie zu unterscheiden.

CDU-Politikerin Maag für Beibehaltung der Kostenerstattung

Maag verwies im Deutschlandfunk darauf, dass die Kassen die Erstattung als Zusatz­leistung übernehmen könnten. „Auf freiwilliger Basis halte ich das für sehr verträglich.“ Es gelte das Kassenwahlrecht. Wer Homöopathie ablehne, solle eine Kasse wählen, die die Erstattungsfähigkeit nicht in Anspruch nehme. Laut dem Bundesverband Patienten für Homöopathie erstattet rund zwei von drei Krankenkassen die Kosten.

Hingegen sagte die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus den RND-Zeitungen, jeder, der Homöopathie befürworte, solle sie auch weiter erwerben können – „auf Selbstzahlerbasis.“

Der Linken-Politiker Harald Weinberg bezeichnete die Debatte als überzogen. Die Kosten für Homöopathie für die Krankenkassen seien extrem niedrig. Es gebe wichti­gere Probleme im Gesundheitswesen, beispielsweise den Pflegenotstand in Kranken­häusern, der zu Komplikationen und vermeidbaren Todesfällen führe.

Die französische Regierung hatte vor wenigen Tagen beschlossen, dass homöopathi­sche Arzneimittel ab 2021 nicht mehr von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung erstattet werden sollen. Grund sind massive Zweifel an der Wirksamkeit.

Homöopathische Mittel werden in Frankreich künftig nicht mehr erstattet

Paris – Homöopathische Mittel werden in Frankreich künftig nicht mehr von der Krankenkasse erstattet. Die derzeitige Erstattung von 30 Prozent der Kosten wird zunächst zum Jahreswechsel auf 15 Prozent abgesenkt, wie das französische Ge­sund­heits­mi­nis­terium heute mitteilte. 2021 soll es dann gar keine Kostenübernahme mehr geben. Frankreichs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Agnès Buzyn erklärte, die

Gestern hatte sich der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, bereits für ein Ende der Finanzierung solcher Leistungen durch die Kranken­kassen in Deutschland ausgesprochen. Der AOK-Bundesverband forderte Klarheit vom deutschen Gesetzgeber.

Homöopathische Ärzte fordern volle Erstattung

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte wehrte sich gegen ein Aus der Kostenerstattung. „Ein Verbot der Erstattung homöopathischer Leistungen wäre ein Schritt hin zu einer ,Monokultur' in der Medizin“, erklärte die Vorsitzende Michaela Geiger. „Wir wünschen uns eine Versorgung nach dem Vorbild des Schweizer Modells.“

Dort würden Leistungen der Homöopathie, Naturheilkunde und weiterer Therapie­me­thoden seit 2017 von der Grundversicherung voll erstattet. In diesem Zusammenhang sei die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit anders als in Frankreich geprüft worden. © afp/gie/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 29. September 2019, 23:00

Schlechte Wissenschaft wird durch Schönreden nicht besser

Die angebliche Studie zum erfolgreichen Einsatz von Hömöopathie wurde veröffentlicht in der Zeitschrift „Ökologie und Landbau“. Eine Beschreibung dieses Mediums findet man hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologie_%26_Landbau
Dagegen ist nichts einzuwenden, nur handelt es sich hier eher um ein „Vordenkermedium“, nicht um eine professionell betriebene Fachzeitschrift. Dies ist dem Artikel anzumerken. Am Ende der Auswertung bleiben viele kleine Untergruppen mit weniger als 20 Elementen. Natürlich gibt es dabei auch ein paar Ausreißer (siehe Tabelle 3), bevor aus diesen Zahlen Schlussfolgerungen gezogen werden, ist es üblich die Aussagekraft dieser Zahlen mit statistischen Tests zu prüfen. In dieser Arbeit werden die Prozentzahlen akribisch genau berechnet, selbst dann wenn die Subgruppe aus nur 3 oder 4 Elementen besteht (siehe Tabelle 4). Ohne Statistik ist dies alles Augenwischerei, und auf Statistik wird hier komplett verzichtet. Einzelne Rohdaten sprechen auf den ersten Blick für die Homöopathie, andere dagegen. Die Behauptung „Die Wirksamkeit der in dieser Studie angewendeten Homöopathika kann unter den gegebenen Betriebsbedingungen in der Mastitistherapie als gesichert gelten.“ ist einfach nur dreist und würde in jedem seriösen Journal zur sofortigen Disqualifikation führen. Einem aufmerksamen Leser würde übrigens schon das Layout auffallen, der von Mitdenker präsentierte „Fachartikel“ ist bei freundlicher Sichtweise ein Denkanstoss und eine Diskussionsgrundlage und bei unfreundlicher Sichtweise ein dreister Versuch der Homöopathiewerbung.

Kleine Zahlen kann man dadurch aufbessern, dass man eine Studie über mehrere Jahre laufen lässt. Die o.g. Arbeit wurde im Jahr 2000 veröffentlicht. Im Jahr 2010 gibt es vom Autor des Artikels, Peter Klocke, eine ähnliche Publikation in der Zeitschrift Homeopathy (einem Thieme-Jornal).
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20471611
Es wurden 102 Kühe aus 13 Herden eingeschlossen, durch die Paywall ist eine tiefergehende Analyse des Artikels nicht möglich. Trotzdem ergeben sich einige Fragen: Die Zahl der eingeschlossenen Tiere ist sogar geringer als in der Arbeit von 2000. Wenn die Homöopathie wirklich so viel bringen würde, sollte es ein Leichtes sein, mehrere Landwirte zu begeistern und die Daten mehrerer Jahre zu sammeln, genügend Zeit ist inzwischen verstrichen.

Ein weiterer problematischer Aspekt betrifft die wissenschaftlichen Fachverlage. Es wird regelmäßig vor räuberischen Fachzeitschriften gewarnt:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104989/Warnung-vor-raeuberischen-Fachzeitschriften-Wie-Autoren-nicht-auf-Pseudo-Journals-hereinfallen
Viel gefährlicher ist dagegen, was die „seriösen“ Verlage im Bereich Alternativmedizin abziehen. Wenn die Reviewer ebenfalls Anhänger der Homöopathie sind, dann ist das Ergebnis eines „peer-review“ nicht die Qualitätssicherung im Sinne der Naturwissenschaft, sondern nur im Sinne des berüchtigten „Binnenkonsens“. Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, welchen Einfluss dies auf die wissenschaftliche Diskussion hat, wenn die medizinischen Datenbanken mit halbgaren pseudomedizinischen Beiträgen geflutet werden. Wer viel Zeit hat, kann ja das Editorial Board auf Ausgewogenheit prüfen:
http://www.thieme.com//edboards/HOMP_Editorial_Board.html

Im Übrigen plädiere ich nicht dafür, diese Journale zu verbieten. Es sollte lediglich im Review-Prozess einiges geändert werden (dies sollte eigentlich für alle Journale gelten):
1. Sollten Hochrisikopublikationen sicher identifiziert werden. Dies betrifft Ausreißer bei den Ergebnissen und Interessenskonflikte bei den Autoren. Dort sollten zusätzliche externe Reviewer hinzugezogen werden, welche die Rohdaten und die Statistik eingehend prüfen.
2. Wenn bereits aufgrund des Studiendesigns eine Hochrisikopublikation (i.S. des möglichen Vorwurfs auf Datenmanipulation) zu erwarten ist, dann sollten Randomisierung, Verblindung und Archivierung der Rohdaten durch eine externe neutrale Person erfolgen.
Eine Konsequenz ist offensichtlich: Die Homöopathie ist unwissenschaftlich und jeder Versuch etwas unwissenschaftliches zu beweisen führt automatisch zu einem Interessenskonflikt. Damit ist jede Publikation zum Thema Homöopathie aus Sicht der Qualitätssicherung eine Hochrisikopublikation.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 27. September 2019, 01:34

Wörtliches Zitat aus der genannten Arbeit

"Bei Betrachtung aller im Versuch be-findlichen Tiere ergeben sich für die ho-möopathische Vorbeugebehandlung we-der Vorteile hinsichtlich des Auftretensvon Euterentzündungen in der Folgelakta-tion (47,5 zu 51,5 % in der Kontrollgrup-pe) noch bei den Zellzahlen"
Wo ist jetzt der Wirkungsnachweis? Wenn man NACH der Auswertung der Studie eine NEUE Subgruppe definiert, lässt sich ein Effekt konstruieren.
Man werfe den Dartpfeil auf die Wand und zeichne DANACH ein Bulls-Eye drumherum - fertig ist der Wirknachweis!
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 26. September 2019, 15:41

Weitere Belege, dass Homöopathie in der Tiermedizin hilft

Wenn es wirklich interessiert (und nicht nur Homöopathiebashing auf Teufel-komm-raus betreiben will):

http://orgprints.org/3153/1/Brodo1_Oel.pdf

Auszug aus der Studie:
"Wirksamkeit der Homöopathika gesichert
Die Wirksamkeit der in dieser Studie
angewendeten Homöopathika kann unter
den gegebenen Betriebsbedingungen in
der Mastitistherapie als gesichert gelten.
Es lassen sich im Vergleich zur Antibiose
befriedigende bakteriologische Heilungsraten
erzielen, die für die Lieferfähigkeit
der Milch von vorrangigem Interesse sind."
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 9. September 2019, 13:26

Immer der gleiche argumentative Trick

S.Rex wirft Nebelkerzen u. jammert über angebliche Beleidigungen meinerseits (jeder Rechtsanwalt oder Richter würde sich kopfschüttelnd abwenden), damit der Blick nicht auf die eigentliche Information Einsparung von Antibiotika in der Landwirtschaft durch hom. Mittel fällt.
Der argumentative Trick der Skeptiker geht so: Erst beklagen, dass es KEINE Studien gäbe. Wenn welche genannt werden, dann die Studienqualität oder Quelle bemängeln. Damit wähnt man sich "immer im Recht" und kann weiter die Alternativmedizin herabwürdigen u. kommt inhaltlich nicht weiter, was beabsichtigt ist. Zum Glück eine ziemlich durchsichtige Strategie für mitdenkende Leser...
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 5. September 2019, 23:19

Er ist schon zu bedauern,

der Majuskelfreund MITDENKER, wenn ihm von den Ärzten hier im Forum die erhoffte Anerkennung versagt bleibt. Es ist sehr erfreulich, dass MITDENKER mit dem Konzept der Herabwürdigung zumindest grob vertraut ist. Es stimmt, der Begriff „Heulpraktiker“ ist nicht gerade die feine englische Art. Um so erstaunlicher ist es, das ihm das nicht auffällt, wenn er sich selbst wiederholt des Stilmittels der persönlichen Herabwürdigung bedient. Die Beispiele
„Kuhn der Desinformator“
„Der Rollkragen kratzt...“
„Praktikus’ unpraktische Hinweise“
als Textüberschriften sind eine persönliche Herabwürdigung in reinster Form. Stellen wir also fest, beim Austeilen von persönlichen Herabwürdigungen ist MITDENKER sehr großzügig, beim Einstecken einer deutlich allgemeiner gehaltenen Herabwürdigung ist er dagegen die reinste Mimose.

Übrigens, mit der Fähigkeit des verstehenden Lesens hätte sich MITDENKER die nächste rhetorische Frage sparen können, nämlich wie ich arbeite und wie ich mich finanziere. Dazu reicht ein kurzer Blick auf die Zeitstempel der Beiträge. Innerhalb der regulären Arbeitszeit gibt es von mir keine Beiträge, weil ich diese Zeit brauche um zu arbeiten und mein Gehalt zu verdienen. Meine Beiträge sind ein reines Freizeitvergnügen. Das sichert meine Unabhängigkeit, hat aber den Nachteil eines begrenzten Zeitkontingents. Deshalb gibt es von mir auch selten mehr als einen Beitrag pro Tag. Deshalb fokussiere ich mich derzeit auf ein Thema, obwohl es eine Reihe anderer Themen gibt, wo nach meiner Auffassung die Diskussion entschieden in die falsche Richtung geht. Ein kurzer Blick auf die Zeitstempel der Beiträge von MITDENKER lässt natürlich auch Rückschlüsse zu, da darf sich jeder auch seine eigenen Gedanken machen.

In einem Punkt sind MITDENKER und ich uns wenigstens einig, nämlich dass wir uns nie gegenseitig das „DU“ anbieten würden. Damit enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Eine halbherzige Entschuldigung wenn MITDENKER in flagranti erwischt wird, das ist hier weder der erste Fall noch besonders glaubwürdig. Es gibt keinen Grund für „Tipphektik“, es ist immer besser sich mehr Zeit für einen Beitrag zu nehmen als sich in Massenproduktion zu üben. Außerdem gibt es mehr als genügend Beiträge von Foristen wie MITDENKER oder Pro-Natur, um eines zu erkennen: so schlampig wie bei beiden bei naturwissenschaftlichen Recherchen sind, so sorgfältig wird dagegen die jeweilige unterschwellige Botschaft in Szene gesetzt. Die Distanzlosigkeit und die zielgerichteten persönlichen Angriffe, aber auch die Whataboutismen (siehe Anmerkungen von EEBO) sind kein Versehen sondern Teil der Kommunikationsstrategie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism

Wer noch Zweifel an den Umgangformen von MITDENKER hat sollte mal in folgenden Artikel hineinschauen (insbesondere die Beiträge mit dem Zeitstempel vom 08.-12.07.19):
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104378/Neue-Meta-Analyse-zeigt-Wirksamkeit-der-HPV-Impfung
MITDENKER hat mehrere Fragen aufgeworfen, KuhnJ hat am 09.07. sachlich und erschöpfend darauf geantwortet. In einer Sachdiskussion hätte es drei mögliche Reaktionen geben können: Entweder die Fakten anzuerkennen oder andere Fakten der gleichen Qualität dagegenzustellen oder als dritte Alternative nachzuweisen, dass die Logik von KuhnJ fehlerhaft ist. Was ist aber passiert: MITDENKER präsentiert die altbekannten zweifelhaften Daten aus Sekundärquellen und wird dazu noch persönlich. In seiner Antwort ist KuhnJ sichtlich aufgebracht, versucht aber noch beim Thema zu bleiben, deshalb dann der nächste Tiefschlag mit der Überschrift „Kuhn der Desinformator“. Damit war die Sachdiskussion tot, das Forum explodierte und alle waren erfolgreich abgelenkt vom fehlenden Faktenwissen bei MITDENKER.

Was die „wissenschaftliche“ Quelle bei Homoeopathiewatchblog betrifft, diese Seite selbst ist nicht gerade für wissenschaftliche Objektivität bekannt und eine missratene Metaanalyse ist bestenfalls ein Mosaikstein, aber kein schlagender Beweis. Und ganz nebenbei, MITDENKER weiss schon, dass eine detaillierte Überprüfung von 250 Seiten englischsprachigem Fließtext einiges an Zeit kostet, hält es aber nicht für erforderlich eigene Zeit für die Prüfung der Argumente seiner Gegner zu verwenden. Wie wäre es z.B. mit der Originalfassung des Donner-Reports, diesmal nicht von psiram und außerdem nur 40 Seiten auf deutsch:
https://www.kwakzalverij.nl/assets/importeddownloads/1270363937Donner-Report-orig-mm2.pdf
(falls die pdf nicht funktioniert, hier die html-Version)
https://www.kwakzalverij.nl/behandelwijzen/homeopathie/der-donner-bericht/
Auch und gerade aus medizinhistorischer Sicht ist dieser Bericht absolut lesenswert.

Der nächste Link ist nur eine Sekundärquelle, aber für Lesefaule eine kurze Zusammenfassung des Donner-Berichts:
https://onkelmichael.blog/2018/11/22/das-waterloo-der-homoeopathie-der-donner-report/
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 5. September 2019, 12:10

Herabwürdigungen

PS:
Nebenbei bemerkt: "Heulpraktiker" ist auch nicht gerade freundlich-respektvoll. Ich sage ja auch nicht "Weißkittel-Scharlatane" oder ähnliches. Da sieht man, welcher Ton hier herrscht, da braucht S. Rex nicht angesichts kleiner Seitenhiebe meinerseits aufheulen. Beleidigungen und ähnliches sind nicht meine Absicht, sollte ich jemand verletzt haben - pardon.
"Whataboutismus" ist ein netter Begriff, der inflationär in der Skeptiker-Szene verwendet wird. Bei genauerer Betrachtung ist es geradezu die AUFGABE von Politikern Whataboutismus zu praktizieren, man setzt Prioritäten und überlegt, auf welchen Bereich man gesetzgeberisch einwirken sollte und welches Problem das Größte ist. Insofern greift der pseudointellektuelle Vorwurf, dass Whataboutismus etwas Schlechtes sei überhaupt nicht, im Gegenteil. Oder praktischer: Sich erst mal um die gravierenden Probleme der Schulmedizin u. unseres Gesundheitssystems kümmern wäre effektiver als sich auf die Nebenbereiche Heilpraktiker oder Homöopathie einzuschießen. Die GRÜNEN begreifen das vielleicht langsam:
http://homoeopathiewatchblog.de/2019/09/05/gruene-spitzenpolitikerin-schulz-asche-kritisiert-diskriminierung-der-homoeopathie-und-verspricht-sich-fuer-komplementaermedizin-einzusetzen/
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 5. September 2019, 10:05

S. Rex schießt sich ein

Verehrter Herr S. Rex, natürlich sind wir nicht "per Du", daran hätte ich auch kein Interesse. Kleinere Unschärfen meiner Anrede mögen der Tipphektik geschuldet sein. Ansonsten bewege ich mich im üblichen Duktus; Wortspielerein mit meinem Nicknamen gebe ich doch gerne mal in ähnlicher Weise augenzwinkernd zurück; also bitte nicht austeilen u. dann den empörten Überempfindlichen spielen.
Die Fachlichkeit derartiger Angriffe geht jedoch gegen Null. Ich frage mich nur, wie S. Rex arbeitet u. wie er sich finanziert, wenn er hier so ausführlich recherchiert u. derartige ellenlange Elaborate abliefert. Aber zurück zu den Argumenten, hier interessante Hinweise über die Effizienz der Homöopathie:
http://homoeopathiewatchblog.de/2019/09/01/die-veroeffentlichung-des-ersten-reports-ist-sensationell-aerztin-ulrike-froehlich-im-gastbeitrag-zur-frage-wie-sehen-homoeopathie-expertinnen-den-first-report-der-australis/

Zu EEBO: Dacht ich mir schon, dass jetzt welche auftauchen u. schimpfen, dass man mal die Probleme der schulmed. Behandlung offen diskutiert. By the way: Das war nur eine Reaktion auf das permanente Gelästere auf die Heilpraktiker; wer austeilt muss auch mal einstecken können.
Na prima, dass man mal Fehler einräumt. Jedoch sind die Fehler gravierender u. tödlicher, als wenn ein Heilpraktiker mal ein falsches hom. Mittel gibt. Und nochmal: Die HP-Patienten sind zu 95% parallel (und vor allem vorher, weil die Behandlung nicht geholfen hat) in ärztlicher Behandlung, also no Problem.

Dazu: "Und was die Behandlungsfehler angeht: Warum wohl hören wir praktisch nie über Beinahe- oder Komplettkatastrophen bei Heulpraktikern? Ganz einfach: Es werden hierzu keine Daten erhoben." ....ein simple Antwort:
Weil es kaum Beinahe- oder Kompl.-Katastrophen gibt (siehe nicht vorhanden Haftpflichtschäden). Achja, und bei den Ärzten wird das erhoben, da muss ich wirklich lachen. Das Meiste bleibt unerkannt u. nicht erfasst.
Avatar #770936
Markus1105
am Donnerstag, 5. September 2019, 08:31

Radikalisierung der Diskussion Homöopathie vs Medizin

Sehr geehrte Herren,
viel Text und viele Gegensätze! Bei aller Diskussion habe ich das Gefühl, dass die Diskutanten jeweils keine Erfahrung mit den Methoden der "anderen Seite" haben (wollen).
Privat habe ich beides genutzt und persönlich schon mit der Homöopathie Erfolge erlebt, die mit der klassischen Medizin nicht erreichbar waren:
- Halsschmerzen waren innerhalb Minuten durch Globuli beseitigt
- Schuppiger Ausschlag verschwand vollständig (nach misslungenem Versuch mit Kortisonsalbe)
- Pollenallergie war mit einmaliger Einnahme einer homöopathischen Lösung vollständig weg.
Trotzdem nehme ich auch Antibiotika und gehe - wenn es denn sein muss - problemlos zum "allopathischen" Arzt/Facharzt und das auch mit Erfolg!
Es sollte meiner Ansicht nach ein Nebeneinander geben und gegenseitig Respekt gezollt werden. Klar bedeutet die Medizin zu studieren viel Aufwand und Zeit, aber "Pollenallergie mit einer Behandlung geheilt" hat dieser Homöopath nicht aus dem Ärmel geschüttelt, sondern mehrere Jahre die homöopathische Lehre studiert und musste den Patienten sehr gut kennen. --> Es gibt also auch gute Therapeuten und Behandlungen auf beiden Seiten und das sollten wir alleine schon aus Eigennutz respektieren.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 4. September 2019, 22:52

Immer wenn die Argumente fehlen,

dann wird es persönlich. In dieser Hinsicht ist MITDENKER in seinem Auftreten absolut berechenbar. Ist es wirklich so schwer zu verstehen: Wer die spezifische Wirksamkeit der Homöopathie beweisen will, sollte dies an einem Scenario tun, wo kein Tricksen mehr hilft, wo die Fakten einfach für sich selbst sprechen. Ob es sich hier um den Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung handelt, oder um extern randomisierte und verblindete klinische Studien oder um die Unterscheidung von Hochpotenzen (siehe Auslobung GWUP) handelt, das ist dabei völlig egal. Es geht immer nur um messbare reproduzierbare manipulationssichere (unabhängig vom Untersucher) Ergebnisse. Bei einer über 200 Jahre alten Behandlungsmethode kann es nun wirklich nicht am Zeitmangel liegen, dass harte Fakten fehlen. Dies sollte auch jemandem wie MITDENKER einleuchten. Was die Bemerkungen von MITDENKER zur Schulmedizin betrifft, den Ausführungen von EEBO gibt es nichts hinzuzufügen.

Im Übrigen will ich den Heilpraktikern die Homöopathie nicht wegnehmen. Viel wichtiger ist mir, dass die Ärzteschaft die Finger von derartigem Hokuspokus lässt. Ein unwissenschaftliches Ritual als ärztliche Gesprächsleistung abzurechnen, das ist in meinen Augen Abrechnungsbetrug. Es geht hier um Patienten, und unter bestimmten Bedingungen sind Rituale besser als Pillen. Offensichtlich ist der Versuch eine Brücke zu bauen, damit eine spezialisierte Berufsgruppe diese Rituale anbieten kann, gründlich misslungen. Voraussetzung dafür wäre eine ehrliche Standortbestimmung über das Tätigkeitsprofil des Heilpraktikers. Deshalb auch der Vergleich mit den Physiotherapeuten. Auch gegen ergänzende Zusatzweiterbildungen (wie Osteopathie) wäre nichts einzuwenden. Offensichtlich ist diese ehrliche Standortbestimmung für einige Personen ein zu schmerzhafter Prozess.

So sehr MITDENKER auch polemisiert, die Position von Ärzten und Heilpraktikern ist nicht symmetrisch. Wer wirklich schwer krank ist, braucht einen Arzt. Und wenn z.B. Fehler beim Umgang mit Infektionskrankheiten gemacht werden, dann sichert dies meinen Job als FA für Mikrobiologie. Dagegen gibt es genügend Länder, die hervorragend ohne Heilpraktiker auskommen. Angenommen, die EU würde Deutschland verbieten, Berufsbilder auszubilden, die in der übrigen EU keine Chance auf Anerkennung haben, wäre das ein Grund für Deutschland aus der EU auszutreten?

Leider offenbart MITDENKER nicht nur deutliche fachliche Defizite (was die harten Fakten um Wirkprinzip und spezifische Wirkung der Homöopathie betrifft). Wenn MITDENKER die Fähigkeit des verstehenden Lesens besitzen würde, dann hätte er sich die rhetorische Frage ob Practicus oder ich Ärzte sind, sparen können. Es gibt von uns mehr als ausreichend fachliche und berufspolitische Beiträge mit Insiderinformationen, um diese Frage eindeutig zu beantworten. Zusätzlich offenbart MITDENKER erhebliche Defizite in seinen Umgangsformen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Practicus oder ich ihm das „DU“ angeboten hätten, eine derartige Distanzlosigkeit passt nicht in das Forum des DÄ: „S.Rex u. Practicus - kümmert Euch zuerst um Euren eigenen Mist...“. Dies ist auch kein Versehen, zwei Sätze später geht es distanzlos weiter: „als Euer sinnloser Kreuzzug...“. Dieses distanzlose und aggressive Auftreten beim Fehlen von Argumenten zieht sich wie ein roter Faden durch die Kommentare von MITDENKER. Hier einige Beispiele von Überschriften seiner Beiträge:
„Kuhn der Desinformator“
„Der Rollkragen kratzt...“
„Praktikus’ unpraktische Hinweise“
Die Form folgt der Funktion, auch bei Überschriften. Hier geht es schon lange nicht mehr um die Sache, der persönliche Angriff soll einzig und allein von der eigenen intellektuellen Sprachlosigkeit ablenken. Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass MITDENKER diese Diskussionen als Angriff auf sein Weltbild betrachtet. Dies ist durchaus beabsichtigt. Anders lassen sich gewisse Denkprozesse nun einmal nicht initiieren. Die unbeherrschte Reaktion von MITDENKER zeigt, dass dieses Thema für ihn wichtig ist, aber auch dass sein Weg selbst zu einer rudimentären Form von Streitkultur noch sehr sehr weit ist.
Avatar #612077
EEBO
am Mittwoch, 4. September 2019, 20:11

Wenig überzeugend.

Was Sie betreiben, ist Whataboutismus in seiner reinsten Form, Sie heldenhafter Mitdenker. Natürlich ist die Schulmedizin nicht perfekt, aber die Evidenzlage zu der Mehrzahl der Verfahren ist ausreichend. Das läßt sich gerade in Bezug auf die Homoöpathie nun gar nicht behaupten, die meisten Studien haben eine mangelhafte Qualität.
Und natürlich gibt es mit der Approbationsordnung für Ärzte klare Vorgaben, was Medizinstudenten lernen und beherrschen müssen - von Kiel bis München.
Und was die Behandlungsfehler angeht: Warum wohl hören wir praktisch nie über Beinahe- oder Komplettkatastrophen bei Heulpraktikern? Ganz einfach: Es werden hierzu keine Daten erhoben. Daß auf eine viel größere Anzahl an Ärzten und ärztlichen Behandlungen auch Behandlungsfehler im fünfstelligen Bereich kommen, ist im übrigen traurig, aber nicht verwunderlich. Ich kenne keinen Arzt (mich eingeschlossen), der nicht irgendwann einmal einen gravierenden Fehler gemacht hat. Das gehört zum Lernprozeß dazu.
Aber Heulpraktiker sind entweder Halbheilige, denen nie ein Irrtum unterläuft, oder ihre Behandlungsfehler fallen deswegen nicht auf, weil es Unterlassungsfehler sind. Dann nämlich, wenn sie ihre Patienten auch dann noch behandeln, wenn nicht Huschipfuschi, sondern ein richtiger Arzt gefragt ist. So etwas fällt halt weniger auf, als ein in der Bauchhöhle vergessenes Instrument.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 4. September 2019, 17:28

Belege über die Unwirksamkeit schulmed. Verfahren

Man soll ja Quellen nennen:
Die Mayo Klinik veröffentlichte 2013 einen Report, in dem festgestellt wurde, dass 40 – 78 Prozent der medizinischen Tests und Behandlungen keinen Vorteil bringen oder sogar schädlich sein können (4).

(4) A Decade of Reversal: An Analysis of 146 Contradicted Medical Practices https://www.mayoclinicproceedings.org/article/S0025-6196(13)00405-9/fulltext#sec4

Also Practicus - wer "überschätzt" hier seine Therapien?
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 4. September 2019, 17:08

Besserwisserei in Sachen Heilpraktiker (Ausbildung)

Klar, die üblichen Verdächtigen (Practicus u. S. Rex) schießen sich wieder einmal auf die Heilpraktiker ein, seufz...
Weiter unten werde ich den Spieß mal umdrehen :-).
Aber erst einige Richtigstellungen:
Habe nie behauptet, dass es ein festes Curriculum geben würde. Gibt es übrigens bei einem Studium auch nicht, jede Uni hat ihre Schwerpunkte u. Themen. Die Leutchen haben selbst studiert u. das nicht gecheckt, oje...
Das sind nicht die "gröbsten Grundlagen", sondern das entspricht in etwa dem Wissen im (ehemaligen) Physikum. Näheres dazu sucht bitteschön selbst im Netz (ca.80-90% fallen bei der schriftl. Prüfung durch, danach kommt eine mündliche).
Dazu: ""Ein Jahr Schulmedizin"... also nur die gröbsten Grundlagen, von Laien für Laien "aufbereitet"..." Oje, die Ahnungslosigkeit von Practicus schmerzt, den Unterricht an HP-Schulen machen i.d.R. Ärzte, die das Geld dafür gerne einstreichen; wir hatten zwei davon, die Anatomie, Pathologie, Recht etc. unterrichtet haben.

@S.Rex: Nochmal, es geht bei meinem Hinweis auf Frau Gnadl NICHT primär um den Einsatz in der Massentierhaltung (der u.U. auch hilfreich sein dürfte und vielleicht gemacht wird, I don't know), sondern um die Tatsache, dass Antibiotika-Einsatz eingespart werden könnte. Aber diese erfreuliche Nachricht wird absichtlich ignoriert u. S.Rex versteift sich auf die Massentierhaltung. Wenn es ihn wirklich interessieren würde, könnte er ja bei den Molkereien, entsprechend arbeitenden Bauernhöfen u. bei Frau Gnadl nachfragen (wird er nicht tun, er will ja nur lästern u. das Haar in der Suppe suchen). Insofern ist es faszinierend, wie er mal wieder haarscharf am Thema bzw. an der eigentlich guten Nachricht vorbei lästert. Um W. Schäuble zu zitieren: "2nd-best Action is better than no Action" (weil man nur auf die perfekte Lösung starrt).

So, und jetzt den Spieß mal umgedreht -, die schreibenden Ärzte (sinds überhaupt welche?) hier wollen permanent - besser - wissen was man mit dem Heilpraktikerberuf anstellen könnte u. sollte. Dann fordere ich mal:
Den Arztberuf zum "Ritualtherapeuten" umzubenennen, denn die meisten schulmed. Therapien wirken nicht oder haben zu viele Nebenwirkungen. Wenn etwas wirkt, dann sein Weißkittel (Placebo). Wenn der Arzt Ritualtherapeut heißen würde, dann bekäme er evtl. etwas mehr Zeit für den Patienten u. würde nicht nur die 3,5-Minuten-Medizin praktizieren u. auf Fallpauschalen u. möglichst viele - zumeist unnötige - OPs starren. Wie wir wissen wirkt eine Placebo-Knie-OP so gut wie eine echte, also - wer ist hier der Ritualtherapeut? Oder auch: Ist der Ritualtherapeut nicht der besser und nebenwirkungsfreier arbeitende Therapeut?
S.Rex u. Practicus - kümmert Euch zuerst um Euren eigenen Mist, wie die mutigen u. hervorragenden Ärzte, div. Landesärztekammern u. ärztl. Dachverbände, die den hochaktuellen Aufruf bzw. Ärzteappell "Rettet die Medizin" gestartet haben (siehe neuer STERN). Offenbar ist die Medizin kurz vor dem Exitus, sonst gäbe es da nichts "zu retten"...
So ein Engagement hätte deutlich mehr positive Effekte als Euer sinnloser Kreuzzug gegen Homöopathie u. Heilpraktiker.
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 4. September 2019, 02:55

@Mitdenker...

Sorry, einmal auf der Tastatur ausgerutscht... Zuerst mal - der Besuch einer "Heilpraktikerchule" ist freiwillig, eine festes Curriculum existiert nicht, einziges Ziel ist das Bestehen der Amtsärztlichen Überprüfung...
"Ein Jahr Schulmedizin"... also nur die gröbsten Grundlagen, von Laien für Laien "aufbereitet"...
Kein Wunder, dass HP die Möglichkeiten der Schulmedizin soweit unterschätzen wie sie die Wirksamkeit ihrer eigenen Methoden überschätzen.
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 4. September 2019, 02:49

@Mitdenker...

Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 4. September 2019, 00:27

Immer am Thema vorbei

Es ist schon faszinierend, wie MITDENKER es schafft, immer wieder am Thema vorbei zu reden. Nehmen wir das Beispiel, Antibiotika und Massentierhaltung (mit Tausenden von Tieren), es geht nicht darum wie man dazu steht (ich denke die absolute Mehrheit findet dies unwürdig, wird aber an der Supermarktkasse doch wieder rückfällig). Es geht darum, dass hier ein Härtetest möglich wäre, ob Homöopathie einem Antibiotikaeinsatz zumindest gleichwertig wäre.

Nehmen wir das Beispiel Vermeidungsverhalten. Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie ist rein symptomorientiert und kennt keine Limitierungen. Theoretisch sollte jedes hochpotenzierte Gift zum Antidot werden. Warum also gibt es also keine experimentell belegte Handlungsanweisung, warum bei welcher Indikation Homöopathie wirkt und warum bei welcher Indikation nicht? Warum teilt uns MITDENKER nicht mit, wo und warum Homöopathie funktioniert und wo und warum nicht? Polypragmasie ist hier nur eine Worthülse und das verbrämte Eingeständnis nicht zu wissen, was man tut.
https://de.wikipedia.org/wiki/Polypragmasie

Nehmen wir die Auslobung durch die GWUP. Natürlich verfolgen diese damit einen Zweck, nämlich dass die Anhänger der Homöopathie den Sinn ihrer Tätigkeit selbst hinterfragen. Die Bedingungen sind aber eindeutig formuliert und einklagbar. Damit ist es bedeutend mehr als nur ein PR-Gag. Es geht hier einzig und allein um reproduzierbare Ergebnisse. Genau das ist es was Wissenschaft ausmacht.

Nehmen wir die Ausbildungsinhalte zum Heilpraktiker. „1 Jahr lang nur Schulmedizin u. 1 Jahr Phytotherapie, Akupunktur etc.“ Das bedeutet ein Jahr Grundausbildung und ein Jahr „fachspezifische“ Ausbildung, wobei als fachliche Voraussetzung lediglich ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt wird.
https://www.heilpraktiker-schulen.de/voraussetzungen
Ein anderer nichtärztlicher medizinischer Beruf ist der Physiotherapeut. Diese Ausbildung dauert drei Jahre und die Zugangsvoraussetzung ist die mittlere Reife.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Schulabschluss
https://www.ausbildung.de/berufe/physiotherapeut/
Nun die große Preisfrage: Wenn die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung Physiotherapie strenger sind und die Ausbildung länger dauert als die Ausbildung des Heilpraktikers, sollte das Tätigkeitsspektrum des Heilpraktikers breiter oder schmaler sein als das des Physiotherapeuten? Genau aus diesem Grund bleibe ich bei meiner Feststellung, Ritualtherapeut ist die beste Beschreibung des Tätigkeitsbereichs des Heilpraktikers.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden ob er oder sie sich auf einen ergebnisoffenen Denkprozeß einlässt. Um auf meinen Beitrag von 12.08.19 zurück zu kommen, eine weitgehende Erstattung der Homöopathie erfordert die Erfüllung der WANZ-Kriterien, für das Kriterium der Zweckmäßigkeit sind klar definierte Indikationen und Kontraindikationen erforderlich. Dies erfordert einen wissenschaftlich akzeptierten Wirkmechanismus. Diese Diskussion muss innerhalb der Ärzteschaft geführt werden (schon aus Gründen der Abrechnungsgerechtigkeit). Dieser Frage sollten sich aber auch die Heilpraktiker stellen. Eine Entzauberung der eigenen Tätigkeit und die Einstufung als Ritualtherapeut sind der Preis, den diese Berufsgruppe zahlen muss, um in das System der GKV zu integriert zu werden. Dieser Denkprozess hat sicher noch etwas Zeit, aber der Heilpraktiker ist ein deutscher Sonderfall, dagegen hätte der Ritualtherapeut Chancen auf Anerkennung durch EU-Regularien. Auch wenn einige Politiker und Kassenfunktionäre für die Homöopathie eintreten, die Regeln des SGB sind auch für diese Personen bindend.

Und ja, meine Beiträge sind etwas lang geraten. Einerseits handelt es sich um Kausalketten und teilweise um komplizierte Gedankengänge. Andererseits, und dies ist noch wichtiger, die Gräben zwischen Anhängern der Naturwissenschaften und den Anhängern einfacher Lösungen sind derartig groß, dass es in der Diskussion keine allgemein akzeptierte Basis gibt auf der man aufbauen und damit die Argumentation abkürzen könnte und dass jeder einzelne Gedankengang immer wieder komplett neu entwickelt werden muss.
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 3. September 2019, 16:26

Aufklärung tut NOT

...obwohl man in Richtung "Doktorarbeit" gerät, wenn man S.Rex ellenlangen Ausführungen qualifiziert kommentierten wollte. Ich versuche es in aller Kürze:
Dazu: "Übrigen, wenn man sich die Ausbildungsinhalte der Heilpraktikerausbildung anschaut, passen diese perfekt zum Berufsbild des „Ritualtherapeuten“." FALSCH, wir hatten in der Ausbildung 1 Jahr lang nur Schulmedizin u. 1 Jahr Phytotherapie, Akupunktur etc.
Thema GROSSE HERDEN/MASSENTIERHALTUNG: Frau Gnadl wird von einigen Molkereien gebucht, es entzieht sich meiner Kenntnis, ob da Massentierhaltungsbetriebe dabei sind, von daher kann ich dazu nichts sagen. Meine simple aber eindeutige Meinung: Die Massentierhaltung gehört weg.
Ich soll dem "Vermeidungsverhalten" anheim fallen. Nun, ich würde eher sagen, es geht um sinnvolle Polypragmasie. Bei Borreliose u. Lungenentzündung kann man getrost Antibiotika und Hom. einsetzen. Warum? Weil es keine Therapiemethode gibt, die eine 100%ige Wirkung garantiert, so einfach ist das.

Die 50.000.- Euro sind ein reiner PR-Gag der GWUP, natürlich kann man Hochpotenzen im Nachgang-Blindtest nicht mehr chemisch-analytisch unterscheiden, es sind ja keine Moleküle der Ausgangssubstanz mehr enthalten. So viel ich weiß jedoch Nanopartikel, das wäre mal spannend...wegen der 50.000.-. Keine Ahnung, wie man das via Nachweis machen könnte; müsste eigentlich funktionieren.
Wie auch immer, mit GWUP und dem anonymen Hetzjagd-Verein Psiram setze ich mich nicht einmal für mögliche 50.000.- zusammen, denen geht es nur ums Homöopathie-Bashing, nicht um die Wissenschaft als solche (das ist nur vorgeschoben). Die sind genau so ideologisch verbohrt wie Meister Lanka mit seinem Masernvirus-Prozess (Wette).

Dass die Firma Hevert juristisch zurückschlägt finde ich gut, es wurde wirklich Zeit. Pech für Glaeske & Co., dass Hevert dabei recht gut aussah :-).
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Staphylococcus rex
am Sonntag, 1. September 2019, 20:50

Nachtrag

Um noch einmal auf die Anmerkung von MITDENKER einzugehen: Frau Gnadl macht das Richtige aus den falschen Gründen. In der speziellen Konstellation (Milchkühe, kleine Herden) ist der Verzicht auf Antibiotika ein nobles und mögliches Ziel. Es fehlt die Antwort auf die Frage, was passieren würde, wenn man dann die Globuli weglassen würde. Außerdem war der Kommentar zu weiten Teilen am eigentlichen Thema vorbei. Bei der o.g. Problematik handelt es sich um eine spezielle Situation. Wirklich kritisch ist der Antibiotikaeinsatz in der industriellen Massentierhaltung. Dieser Aspekt wurde von MITDENKER bisher geflissentlich ignoriert.

Noch ein paar Worte zum Thema Kostenerstattung: Bevor Kosten erstattet werden, sollte klar sein, welche Leistungen eigentlich bezahlt werden. Handelt es sich um spezifische therapeutische Leistungen, dann dürfte die Erstattung wesentlich höher ausfallen als wenn nur ein therapeutisches Ritual und die dafür notwendigen Placebos bezahlt werden. Deshalb auch diese elend lange Diskussion um die Wirksamkeit der Homöopathie. Ich habe nichts gegen eine Abrechnungsnummer einzuwenden, wo sinngemäß steht: „Ritualtherapie bei psychosomatischen Krankheitsbildern, Dauer mindestens 30 Minuten, xx Euro.“ Für ein Ritual ist aber kein Medizinstudium notwendig, dies sollte bei der Kalkulation dieser Nummer berücksichtigt werden. Wenn ärztliche Homöopathen normale Gesprächsziffern abrechnen, ist dies in meinen Augen Abrechnungsbetrug. Und auch die Erstattung von Globuli sollte prinzipiell möglich sein, aber auch hier sollte es eine Obergrenze geben, die sich an den Herstellungskosten für Placebo orientiert. Wenn die Globuli teurer sind als diese Erstattungsgrenze, dann sollte der Rest grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Angenommen es würde eine derartige Abrechnungsnummer geben, dann steht einerseits die Frage des gedeckelten Gesamtbudgets. Da psychotherapeutische Leistungen bisher sehr restriktiv bezahlt werden, dürfte die Einführung einer derartigen Nummer zu einer deutlichen Leistungsausweitung führen, dies führt in letzter Konsequenz zu einer Erhöhung des Gesamtbudgets, weil eine Kürzung bei anderen Nummern zugunsten dieser neuen Nummer zu erheblichen Diskussionen innerhalb des KV-Sektors führen dürfte.
Außerdem steht die Frage, wer diese Leistungen erbringen soll. Wenn die Kalkulation so durchgeführt wird, dass sie für Ärzte nicht mehr attraktiv ist, dann müsste diese Leitung durch eine andere Berufsgruppe erbracht werden. Nur gibt es bisher nicht das Berufsbild des „Ritualtherapeuten“. Dieses Problem wäre aber sehr einfach lösbar. In dem Augenblick wo sich die Heilpraktiker von dem Anspruch trennen alles (was nicht verboten ist) behandeln zu wollen und ihre Berufsbezeichnung in „Ritualtherapeut“ ändern, dann wären sie auch in das System der GKV integrierbar. Im Übrigen, wenn man sich die Ausbildungsinhalte der Heilpraktikerausbildung anschaut, passen diese perfekt zum Berufsbild des „Ritualtherapeuten“.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Dienstag, 27. August 2019, 17:12

Wirklich nur „Gemecker“?

Bei der Diskussion um Antibiotika und Homöopathie in der Tiermast geht es bei weitem nicht nur um kleinliches „Gemecker“. Ich begrüße ausdrücklich die Reduktion des Einsatzes von Antibiotika bei Nutztieren. In der Quelle des VKHD wird dies aber so dargestellt, dass die Antibiotika durch die Globuli ersetzt werden könnten. Meine Kritik geht dahin, dass kein Nachweis erbracht wurde, dass die Effekte (Reduktion der Tierarztkosten) wirklich durch die Globuli erreicht wurden. Wie gesagt, es handelt sich im konkreten Beispiel um eine spezielle Situation: eine kleine Herde, persönliche Zuwendung zu den Tieren (ggf. in Kombination mit dem Homöopathie-Ritual), Bio-Betrieb (wahrscheinlich). Das sind ideale Voraussetzungen für einen Weglass-Versuch von Antibiotika (auch ohne Globuli). Der Gegenentwurf wäre eine industrielle Hühner- oder Putenmast. Da dürfte der Placebo-Effekt allein durch die Herdengröße keine Rolle mehr spielen. Eine (ritualisierte) Zuwendung funktioniert dagegen auch über die nonverbale Kommunikation und ist (in etwas abgeschwächter Form) prinzipiell auch bei neugeborenen Kindern oder Haustieren wirksam. Auch sollten sich die Anhänger der Homöopathie über Sinn und Zweck der Trägersubstanzen Gedanken machen. Ursprünglich als Tropfen (bzw. Tinktur) hergestellt, werden Hömöopatika meist als Globuli auf der Basis von Zuckerkügelchen verabreicht. Warum wohl Zucker, warum kein geschmacklich neutraler Träger? Ganz einfach, bei der Einnahme von Zucker verspürt der Proband unmittelbar einen angenehmen Effekt und wird durch diese „Belohnung“ im Sinne eines bedingten Pawlow’schen Reflexes auf das Ritual der Homöopathie geprägt. Es muss natürlich nicht unbedingt Zucker sein, Alkohol erfüllt einen ähnlichen Zweck. Warum wohl betreibt der VKHD eine Kampagne gegen den Stern, weil dieser einen Fall berichtet hat, wo ein Patient mit Lebervorerkrankung durch die 18% Alkohol in seinem homöopathischen Mittel seiner Leber den Rest gegeben hat? (Quellen siehe unten, leider ist der originale case report hinter einer Paywall verborgen und die absolute Dosis an Alkohol nicht nachvollziehbar). Ist der Alkohol in der Trägersubstanz wirklich notwendig als Verdünnungsmittel für die nicht mehr vorhandenen Wirkstoffmoleküle oder wird er benötigt als „Belohnung“ für die Konditionierung auf das Ritual? Vordergründig könnten Zucker und Alkohol dazu dienen, diese Mittel haltbar zu machen, mit ein wenig Mühe würde man aber auch Konservierungsmittel ohne diesen „Belohnungseffekt“ finden.
https://www.vkhd.de/neueste-beitraege/item/641-beschwerde-wegen-verstoessen-gegen-den-pressekodex-stern
https://www.stern.de/gesundheit/anti-alkoholiker-erkrankt-durch-homoeopathie-an-alkoholbedingter-hepatitis-8748014.html
https://casereports.bmj.com/content/12/5/e229627.full

Es geht bei dieser Diskussion um die Wirkprinzipien und damit um den Einsatzbereich der Homöopathie. Das Ähnlichkeitsprinzip und die Potenzierung kennen keine Limitierung des Einsatzbereichs. Nicht umsonst wird von Hahnemann jegliche Medizin außerhalb der Homöopathie als Allopathie bezeichnet. Die Homöopathie hat eine über 200-jährige Geschichte und ist ein ausgearbeitetes Gedankengebäude. Nach so langer Zeit kann man wohl zu Recht annehmen, dass dieses Gedankengebäude grundsätzlich richtig oder grundsätzlich falsch ist. Und wie stehen die Anhänger der Homöopathie selbst zu diesem Gedankengebäude? MITDENKER macht hier in dieser Diskussion folgende Aussage: „Ok, ich setze selbst Homöopathie ein, würde jedoch jeden mit einer Lungenentzündung oder einer frischen Borreliose zur Antibiose raten. DIE (r)eine "Lehre der Homöopathie" gibt es so nicht, nur Therapeuten, die Homöopathie einsetzen.“
Dient die Selbstbegrenzung der Homöopathie wirklich der Patientensicherheit oder ist es vielmehr nur ein Vermeidungsverhalten, um sich nicht der unangenehmen Tatsache stellen zu müssen, dass die Effekte der Homöopathie klare Grenzen haben? Wenn man die Begründung liest („DIE (r)eine "Lehre der Homöopathie" gibt es so nicht“), dann läuft dieses Vermeidungsverhalten eher auf Selbstbetrug hinaus. Entweder es gibt ein grundsätzliches Vertrauen in das eigene Gedankengebäude, dann sollte man die wesentlichen Elemente klar formulieren können und dazu stehen, oder man zieht die Konsequenzen und revidiert das Gedankengebäude. Ich möchte MITDENKER jetzt nicht dazu anstiften, bei lebensbedrohlichen Krankheiten ausschließlich auf Homöopathie zu setzen. Ich möchte vielmehr, dass sich die Anhänger der Hömöopathie in der Kunst der Selbstreflektion üben und darüber nachdenken, was sie da eigentlich treiben.

Vor 200 Jahren mag die Homöopathie gegenüber der Viersäftelehre fortschrittlich gewesen sein, bei fehlenden Erkenntnissen über die Pathophysiologie der meisten Erkrankungen war das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie zumindest ein Erklärungsversuch. Die Schulmedizin hat sich seitdem weiter entwickelt und die Homöopathie hat dabei ihre Rolle gewandelt. Früher hat sie Erklärungsversuche geliefert, wo naturwissenschaftliches Wissen fehlte. Jetzt steht sie einfach im direkten Widerspruch zu allen Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Weder ist das Ähnlichkeitsprinzip wissenschaftlich belegbar noch die Wirkungsverstärkung durch die Potenzierung. Selbst im Herstellungsprozess der Tinkturen und Globuli können die inneren Widersprüche nur mit größten Verrenkungen umschifft werden.

Im Übrigen sind die Zweifel an der Homöopathie nicht neu. Ich weiß, Anhänger der Homöopathie haben ein gestörtes Verhältnis zu PSIRAM. Trotzdem sind diese Seiten absolut lesenswert, weil dort Dinge stehen, die in den Echokammern der Homöopathie totgeschwiegen werden.
In dem folgenden Psiram-Artikel möchte ich insbesondere auf die Quelle zu den Kochsalzversuchen zu Nürnberg verweisen:
https://blog.psiram.com/2019/05/homoeopathie-grotesk/
Ebenfalls lesenswert der Artikel über den vergeblichen Versuch, im Deutschland der 30-er Jahre die Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen. Wie gesagt, hier haben Anhänger der Homöopathie den vergeblichen Versuch unternommen:
https://www.psiram.com/de/index.php/Donner-Bericht_zur_Homöopathie
Das Schöne an Psiram sind die vielen Querverweise, um die dortigen Aussagen nachzuprüfen.

Es gibt zwei einander ausschließende Aussagen: Entweder „Die Homöopathie ist eine besondere Form der Placebotherapie (eine Wirkverstärkung durch ritualisierte Zuwendung und ein Konditionierungseffekt durch die Globuli werden nicht bestritten),“ oder „Die Homöopathie hat einen spezifischen Effekt auf der Basis ihrer Grundannahmen (Ähnlichkeitsprinzip und Potenzierung)“. Nur eine von beiden Aussagen kann richtig sein. Wenn die Grundannahmen der Homöopathie richtig wären, dann sollte es möglich sein, unterschiedliche homöopathische Mittel voneinander zu unterscheiden (schließlich verwendet die homöopathische Anamnese sehr viel Zeit für die Auswahl dieser Mittel). Also, um diese Frage ein für allemal zu klären, gibt es seit einiger Zeit bei der GWUP eine Ausschreibung und der Sieger dieser Ausschreibung wird mit einem Preisgeld von 50.000 € belohnt:
https://www.gwup.org/challenge-startseite
https://www.gwup.org/ausschreibungsunterlagen

Bei den Ausschreibungsunterlagen sind die Details einsehbar. Es müssen nur drei verschiedene frei wählbare Hochpotenzen unterschieden werden. Ein Zufallstreffer wird durch die Serienlänge ausgeschlossen, eine Manipulation der Proben und Unterlaufen der Verblindung werden durch das Herstellungsprotokoll verhindert. Wer also der Meinung ist, Homöopathie ist mehr als Placebotherapie, der sollte sich dieser intellektuellen Herausforderung stellen. In der Philosophie gilt das Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren (auch Leibnitz-Gesetz). Wenn diese Hochpotenzen ununterscheidbar sind, dann sind sie identisch und dann sind sie nur ein Placebo. Bei der Analytik sind ausdrücklich auch „unkonventionelle“ Methoden erlaubt, Hauptsache sie funktionieren. Am 15.07.19 hat MITDENKER eine Quelle zitiert, die behauptet, genau dies zu können:
https://christinkoehler.com/wp-content/uploads/Lenger-Homöopathie-wirkt_Langversion.pdf
Wenn dies wirklich funktionieren würde, dann wären die 50.000 € für MITDENKER leicht verdientes Geld. Ansonsten würde ich MITDENKER empfehlen sich der Realität zu stellen und seine eigenen Dogmen zu hinterfragen. So oder so, wäre es eine hervorragende Gelegenheit, diese ganze Diskussion ein für allemal zu beenden.

PS: Wie läuft eigentlich die Qualitätskontrolle bei Hevert? Wenn diese Technik funktionieren sollte, dann wäre es ein erstklassiges Mittel für die Qualitätskontrolle bei der Herstellung vom homöopathischen Mitteln. Ein Hersteller hätte die Ressourcen (und die moralische Verpflichtung), sich die Technologie für wirksame Qualitätskontrollen zuzulegen. Warum also hat Hevert noch nicht das Preisgeld abgeräumt und gibt statt dessen viel Geld aus um mittels juristischer Winkelzüge seine Gegner mundtot zu machen? Dieses Preisgeld wäre doch für Hevert die ultimative PR-Sensation.
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 26. August 2019, 10:42

Immer nur Gemeckere

Immer nur Gemeckere anstatt zu sagen: "Oha, interessant, wäre ja besser als die Antibiotika-Schwemme in der Tiermast". Klar, man kann jede Studie u. jede Erkenntnis kritisieren nach dem Prinzip: "Ja wenn da Kontrollgruppen gewesen wären, wenn...wenn...wenn". Die Molkereien u. die Bauern, die Frau Gnadl anfragen, werden schon wissen warum. Vermutlich weil die Tiere auf den Placebo-Effekt hereinfallen, harhar...
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 22. August 2019, 01:15

VKHD vs RKI

Den Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) mit dem RKI gleichzusetzen, das ist schon sehr mutig. Schauen wir einmal, welche Informationen aus dem Beitrag zum Einsatz der Homöopathie in der Milchvieh-Haltung gewonnen werden können:
1. Anhänger der Hömöopathie beschäftigen sich mit dieser Fragstellung. Das war vorher aber auch nicht bezweifelt worden. Es geht um die Frage der Wirksamkeit.
2. Es fehlen Kontrollgruppen, es fehlen Hinweise zum organisatorischen Umfeld, es sind einfache Vorher- Nachher-Vergleiche. Wenn Antibiotika durch Globuli ersetzt werden, dann fehlt der einfache Weglaß-Versuch um zu sehen, wie viel Antibiotika wirklich benötigt werden. Die Protagonistin dieses Beitrags hat einen Betrieb mit 40 Kühen. Auch wenn es in dem Beitrag so nicht explizit steht, aber kleine Herden in einem Biobetrieb haben von Natur aus einen deutlich geringeren Bedarf an einer Antibiotika-Metaphylaxe. Der wirkliche Stresstest für Globuli wäre aber ein Betrieb mit industrieller Massentierhaltung.
3. Die einzige halbwegs belastbare Aussage besteht darin, dass ein mehrjähriger Verzicht auf Antibiotika (in einem Bio-Betrieb) die Tierarztkosten auf 1/3 bis 1/4 reduzieren kann. Durch die fehlende Kontrollgruppe (Placebo bzw. einfacher Weglass-Versuch) ist der spezifische Einfluss der Homöopathie nicht quantifizierbar. Wenn in einem kleinen Betrieb die Tiere nicht nur als Zahl, sondern als empfindungsfähiges Lebewesen betrachtet werden, dann kann die persönliche Zuwendung einen zusätzlichen Effekt auf die Tiergesundheit haben. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere/größere Betriebe wurde nicht überprüft. Die o.g. 40 Kühe können von der individuellen Zuwendung durch den Tierhalter profitieren, in einer Hühner- oder Putenmastanlage ist dagegen diese individuelle Zuwendung unmöglich

Wenn das RKI auf dem Niveau des VKHD publizieren würde, dann würde es dort sehr schnell sehr viele freie Stellen geben. Die Charakterisierung des Beitrags von MITDENKER durch Julius Senegal als „dummdreist“ ist zwar nicht gerade die feine englische Art, aber es trifft den Kern der Sache. Der VKHD ist „der einzige Berufsverband für klassisch homöopathisch therapierende Heilpraktiker in Deutschland mit derzeit rund 1.400 aktiven Mitgliedern“. Nach eigener Aussage ist es eine Interessensvertretung, keine wissenschaftliche Institution. Was die hier besprochene Quelle beim VKHD mit dem Verein homöopathischer Ärzte zu tun hat (siehe Punkt 2 der Argumentation von MITDENKER), das ist das persönliche Geheimnis von MITDENKER. Wer seine Beiträge in Masse produziert, dem fehlt natürlich die Zeit zum Kontroll-Lesen.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 21. August 2019, 14:34

"Dummdreist"?

Oje, schon wieder so ein "intelligentdreister" Beitrag von Meister Senegal, natürlich nach dem üblichen "Argumentations"-Schema:
1. Man werte den Diskussionspartner (beleidigend) ab
2. Man werte die zitierte Quelle ab
Zu 2: Den Verein hom. Ärzte abzuqualifzieren ist in etwa so wie das RKI abzuqualfizieren, wenn es sich über Impfungen äußert. Natürlich weiß der Volksmund da schon mehr wie es läuft: "Jeder Bäcker stehe auf SEINE Brötchen". Ist ja ganz normal u. vor allem legitim, dass die hom. Ärzte diesbezügliche Erkenntnisse posten. Vom Verband der Kinderärzte wäre das ja wohl kaum zu erwarten.

Aber diskutieren wir mal inhaltlich. Auf der Seite des "Netzwerks Homöopathie" steht z.B.:
"Die von der Medizin eingesetzten Antibiotika dürfen für Mensch und Tier selbstverständlich nicht giftig sein." Naja, das ist wohl eher Antibiotika-Lobbyarbeit, denn natürlich sind div. Antibiotika "giftig", ich erinnere nur an das Problem mit den Gyrasehemmern/Fluorchinolone. Aber angeblich kritische Seiten sind zumeist auffallend unkritisch u. (Big-)pharmahörig.
Nächstes Zitat aus dieser ominösen Anti-Homöopathie-Seite:
"Dass Mensch und Tier resistent sind gegen die verwendeten Antibiotika ist also kein Nachteil, sondern im Gegenteil Grundvoraussetzung für den Einsatz von Antibiotika."
Die mitlesenden Ärzte mögen sich selbst ein Bild von solchen Sätzen machen, da kann ich mir einen Kommentar sparen. Doch einen gaaanz kleinen Kommentar dazu kann ich mir nicht ersparen: Dann freuen wir uns doch alle, dass z.Zt. die "Grundvoraussetzungen" für die Antibiotika-Therapie immer besser werden (harhar).
Auch das ist witzig: "Globuli sind „homöopathische Arzneien“. Die Lehre der Homöopathie kennt keine Krankheitskeime, also ist für die Homöopathie ein Einsatz von Antibiotika schlichtweg unsinnig."
Ok, ich setze selbst Homöopathie ein, würde jedoch jeden mit einer Lungenentzündung oder einer frischen Borreliose zur Antibiose raten. DIE (r)eine "Lehre der Homöopathie" gibt es so nicht, nur Therapeuten, die Homöopathie einsetzen. Und die wissen zu unterscheiden, wo Antibiotika sinnvoll sind (was nicht generell in der Ärzteschaft der Fall ist, wie wir wissen).
Übrigens Meister Senegal: Es heißt nicht "Glaubulis", sondern Globulis. Ein Freud'scher Versprecher?
Ansonsten sehe ich Seneglas Zitation des "Informationsnetzwerks Hom." nicht als dummdreist an, sondern lediglich als dreist, wenn es ihm darum geht offensichtlich tendenziös-einseitige Anti-Homöopathie-Seiten als Kronzeugen für seinen Anti-Homöopathie-Feldzug einzusetzen.
Avatar #772524
Julius Senegal
am Dienstag, 20. August 2019, 13:15

Und "Mitdenker" macht seinen Namen keine Ehre

Wie in der Tiermedizin können wirkungslose Glaubulis keineswegs helfen -im Gegenteil: https://netzwerk-homoeopathie.info/einwand-globuli-sind-eh-viel-besser-als-antibiotika/

Der Verwies von "Mitdenker" auf eine Homöopathen-Lobby-Seite ist schon dummdreist.
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 19. August 2019, 16:00

Tiermedizin


S. Rex stelle einige richtige Fragen, weiß aber die bereits existierenden Antworten nicht.
Nur dazu:
FRAGE: "4. Warum werden noch immer Antibiotika im Tierstall eingesetzt? Die Metaphylaxe bei Ausbruch einer Infektion in einer Herde wäre doch die ideale Indikation für den Einsatz von Globuli."

ANTWORT:
https://www.vkhd.de/news-arten-mobil/news-archiv/news-2017/item/320-homoeopathie-hilft-einsatz-von-antibiotika-in-der-milchviehhaltung-zu-reduzieren

Auszug daraus:
"Wie viel Antibiotika können Betriebe Ihrer Erfahrung nach einsparen, wenn sie auf Homöopathie umsteigen?

Wir hatten in den letzten 20 Jahren über 20.000 Seminarteilnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die meisten Betriebe sparen spätestens vier bis fünf Jahre nach der Umstellung durchschnittlich ca. 80% Antibiotika ein."

Die Tierhomöopathin Frau Gnadl wird von vielen Molkereien für die Fortbildung ihrer Bauern gebucht u. hat über das Thema auch bereits publiziert.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 12. August 2019, 00:26

Homöopathie wirkt,

aber nicht so, wie es von den Verfechtern immer wieder behauptet wird. Homöopathie wirkt stärker als „einfache“ Placebotherapien, weil hier ein komplexes Ritual, Zuwendung und Lerneffekte kombiniert werden. Die Globuli sind wichtig, aber nicht als Arzneimittel, sondern als Placebo und als Fokussierhilfe zur Auffrischung und Vertiefung des erlernten Placeboeffekts. Um nicht alles zu wiederholen, die Diskussion und die Argumente im DÄ sind nicht neu:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76304/Homoeopathie-Gespraechstherapie-statt-Heilkunde

Man könnte pragmatisch an das Problem der Erstattung der Homöopathie herangehen und sagen, wenn es wirkt, dann soll es bezahlt werden. Das Problem dabei ist, glaubwürdige Aussagen zur Wirksamkeit der Homöopathie gibt es bisher nur bei Symptomen aus dem psychosomatischen Formenkreis. Wenn es also Hinweise gibt, dass Homöopathie bei anderen Krankheiten hilft, und diese Hinweise halten einer Überprüfung stand, dann wären eher diese Hinweise als Zeichen zu sehen, dass auch diese Krankheit einen wesentlichen psychosomatischen Aspekt hat. Noch viel gravierender ist das Problem der fehlenden Abgrenzung. Obwohl die Anhänger der Homöopathie immer wieder behaupten, sie könnten immer klar trennen, ob ein Patient der Homöopathie bedarf oder der Schulmedizin, so habe ich beim Lesen der Forumsbeiträge hier und beim Lesen der Literatur erhebliche Zweifel an dieser Aussage. Und das wiederum ist die Grundvoraussetzung für die Erstattung durch die GKV, die Beachtung des WANZ-Gebotes (wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig). Der Aspekt der Zweckmäßigkeit beinhaltet eine klare Liste an Indikationen und Kontraindikationen für eine Therapie. Eine derartige umfassende, verbindliche, von allen Hömöopathen akzeptierte Liste an Indikationen und Kontraindikationen, verbunden mit Wirksamkeitsnachweisen für die gewünschten Indikationen, daran mangelt es. Und was das Wirtschaftlichkeitsgebot betrifft, die Globuli sind relativ preiswert (relativ, weil bezogen auf den Gesamtumsatz des Pharmamarktes, nicht preiswert bezogen auf die Kosten für die Grundsubstanz), dagegen schlägt die homöopathische Anamnese richtig teuer zu Buche. Kollege Practicus hat in seinen Beiträgen bereits mehrfach ausgerechnet, vie viele Quartalspauschalen eine derartige Anamnese kostet.

Nur einmal angenommen, das Prinzip der Potenzierung würde wirklich funktionieren, dann würde mich die Antwort auf folgende Fragen interessieren:
1. Warum brauchen wir noch Giftnotrufzentralen? Um es überspitzt zu formulieren, wenn wir im Wald einige verdächtige Pilze finden, warum stellen wir uns aus den Resten beim Putzen dieser Pilze kein wirksames Antidot her?
2. Warum brauchen Patienten mit einer Allergie gegen Bienen- und Wespenstiche ein Notfallset? Warum keine Globuli als stand-by Medikation?
https://www.insektengiftallergie.de/anaphylaktischer-schock/notfallset-allergie
3. Warum funktioniert die Homöopathie auch bei partieller Verletzung des Ähnlichkeitsprinzips? Einerseits gibt es die aufwendige homöopathische Anamnese unter Verwendung eines komplexen Repertoriums, andererseits wird ein Großteil der homöopathischen Mittel als Selbstmedikation verkauft, in dem Fall dürfte sich die Ähnlichkeit höchstens auf ein Leitsymptom beziehen. Bei einem erlernten Placeboeffekt löst sich dieser Widerspruch dagegen in Wohlgefallen auf.
4. Warum werden noch immer Antibiotika im Tierstall eingesetzt? Die Metaphylaxe bei Ausbruch einer Infektion in einer Herde wäre doch die ideale Indikation für den Einsatz von Globuli.
5. Wo sind die Studien zum Einfluss der Herstellungsverfahren? Je nach Schule bevorzugen einige eher niedrige Potenzen, andere dagegen hohe Potenzen. Wo sind saubere verblindete Studien, welche sich mit der Frage der Dosis-Wirkungsbeziehung beschäftigen, um die Frage der optimalen Potenz zu klären? Im Zusammenhang damit steht die Frage der Unterscheidung von natürlicher und artifizieller Potenzierung. Wenn es nur der Verdünnungseffekt wäre, dann müsste jeder Gebirgsbach, wo im Oberlauf ein Pflanzenblatt hineingefallen ist, dann im Unterlauf ein hochpotenziertes Arzneimittel sein. Dies wäre natürlich geschäftsschädigend, deshalb hat bereits Hahnemann verkündet, dass zusätzlich zum Verdünnen ein Schütteln bzw. Verreiben erfolgen muss. Wo sind saubere verblindete Studien, die den Unterschied zwischen einem Schütteln und einem konventionellen Verdünnen prüfen? Was passiert, wenn beim Schütteln ein Fehler unterläuft, kommt es dann zu einem Chargenrückruf? Und überhaupt, wer definiert, welche Abweichung erlaubt und welche Abweichung verboten ist, auf der Basis welcher Daten?

Nach meiner persönlichen Einschätzung leidet das Konzept der Homöopathie nicht nur an der fehlenden wissenschaftlichen Erklärbarkeit, es hat dazu auch eine Reihe handfester innerer Widersprüche. Erst wenn es gelingen würde, das Ritual von seinem esoterischen Überbau zu trennen, dann könnte man über eine Kostenerstattung durch die GKV nachdenken. Hier hat die Schulmedizin ein echtes Defizit, es mangelt an Ritualtherapien für psychosomatische Krankheitsbilder.
Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 25. Juli 2019, 14:59

Öha - "Pro-Natur" outet sich

oder soll das "wir" und "uns" als egomanische Selbstüberhöhung durch Verwendung des "Pluralis Majestatis" angesehen werden...
Sie schreiben also hier als Vertreter einer Krankenkasse, oder wie ist das zu verstehen? Äußerst interessant, welche Leute auf der "Kassenseite" als selbsternannte "Ärztejäger" tätig sind...
Avatar #651910
thyriris
am Mittwoch, 24. Juli 2019, 18:37

sehr lustig...

... in dem Zusammenhang finde ich dann immer mal wieder die Gynäkologen, die gegen Hebammen wettern, wenn die ihren Patientinnen Globuli gegen Schwangerschaftsbeschwerden oder unter Geburt geben.
Aber nie die eigenen Handlungen hinterfragen. Erst kürzlich wieder eine junge Patientin mit Lungenembolie in der Praxis gehabt: Thrombophiliepatientin, unter 30, und trotzdem die Pille verschrieben bekommen... Oder nehmen wir die vielen Damm- und Kaiserschnitte unter Geburt, mindestens die Hälfte ohne handfeste Indikation und größtenteils dem Personalmangel geschuldet.
Leute, kümmert euch endlich um die wirklich wichtigen Themen in der Medizin!
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 15. Juli 2019, 12:41

Wer hat Angst vor der Homöopathie?

Offenbar nur derjenige, der sie selbst nicht anbietet u. lieber das Geld für seine Therapien einsacken möchte (wie Practicus verärgert ausrechnet). Ausserdem: ALLE Bekannte u. Freunde von mir gehen in Sachen KLASSISCHE HOMÖOPATHIE zu Heilpraktikern u. nicht zu Ärzten. Die haben nämlich für solche Scherze i.d.R. keine Zeit. Von daher bezweifle ich schwer, dass die Schätzungen für die Homöopathie-Kassenleistungen stimmen.
By the Way: Man vergleiche die Homöopathie-Therapiekosten mit anderen Therapien (unnötigen Operationen, sinnlosen Antibiotika-Therapien mit Gyrasehemmern etc. etc.), da landen wir beim Begriff "Peanuts".

Die Homöopathie in den Bereich wirkungsloser Esoterik zu rücken, ist ein müder u. leicht zu widerlegender Versuch:
https://www.vkhd.de/therapeuten/homoeopathie-forschung
und (interessanter Beitrag):
https://christinkoehler.com/endlich-ist-das-raetsel-geloest-homoeopathie-wirkt-und-zwar-so/
Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 15. Juli 2019, 08:19

Homöopathie = Astrologie

Es ist traurig, dass die Homöopathie in den Medien immer noch als "umstritten" dargelegt wird, obwohl sie ganz eindeutig widerlegt ist - von ihren spirituellen Grundlagen, die mit den Gesetzen des Kosmos nicht vereinbar sind, ganz zu schweigen. Von daher sollte sie eigentlich keiner Erwähnung mehr wert sein. Oder kennt jemand Astronomen, die ernsthaft die Erforschung der Astrologie als sinnvolle Ergänzung der Astronomie fordern?
Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 13. Juli 2019, 22:23

offensichtlich

wissen ddie Homöopathie-Verfechter hier weniger übder die Homöopathie als deren Kritiker!
Homöopathie ist keine Medizin - sie untersucht nicht, sie stellt keine Diagnosen - sie sucht nur nach der Ähnlichkeitsregel ein "Arzneimittelbild", das in der Homöopathie für die "Diagnose" steht...
Avatar #754103
Biochemie
am Samstag, 13. Juli 2019, 11:50

Homöopathen und Schulmedizin stärken die Selbstheilungskräfte

Der menschliche Körper ist sehr kompliziert und keiner kann mit 100%iger Sicherheit sagen, dieses Medikament oder diese Homöopathischen Wirkstoffe führen zu einer Reaktion, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers den Menschen wieder ins Gleichgewicht bringen.

Die Notfallmedizin ist verbesserbar ab hat heute schon eine gute Wirkung.

Doch bei vielen Krankheiten muss man einen Menschen aus der Sicht der Psychologie, Medizin, Umweltmedizin, Ernährung, Bewegung, usw. betrachten.

Was ich damit sagen möchte, wenn jemand in seinen Beziehungen Schwierigkeiten hat und es kommt zu Magendarmproblemen oder sonstigen Folgeerkrankungen über die Jahre. Dann hilft da keine Tablette oder Homöopathie alleine.

Die richtige Lösung wäre den Menschen in seinen ganzen Biografie zu betrachten. Wo liegen die Ursachen seiner Beschwerden und die folge Beschwerden? Was gibt es für Störquellen in der Wohnung (Lärm, Schadstoffe, Elektronik)?, Was gibt es für Schwierigkeiten in den Medien?, Was gibt es für Probleme aus seiner Herkunftsfamilie (Bindung, Urvertrauen)? Wo liegen Ernährungsschwierigkeiten vor?
Wie ist die Bewegung? Wie ist die Entwicklung seiner Volksgeschichte?, Wie wohl fühle ich mich auf der Arbeit?

Also es wird hier eine sehr lange Feststellung der Ursachen, die dann langsam angefangen werden kann in die Waage zu bekommen.
Das ist bei jeden Menschen unterschiedlich einiges ist auch ähnlich. Dann ändert sich auch einiges im laufe des Lebens.

Es wird da keinen Mediziner geben der wie an der Börse alles was aus dem Gleichgewicht geraten ist wieder in das Gleichgewicht bringen kann. Es sind einfach zu viele Informationen.

So kann man nur langsam Anfangen mit Sicht auf das Ganze den Menschen, das Wichtigste zu erklären durch Ursache und Wirkung.
Er benötigt das Wissen, um seinen Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten.
Er muss wissen was muss ich machen.
Die Verantwortung zu übernehmen.
Bei manchen kann es viel Wissen sein und dann sind sie überfordert was die Situation verschlimmern kann.

Das gute ist es gibt viele Menschen die sind mit sich im Gleichgewicht.

Dann gibt es viele die waren zu lange im Ungleichgewicht da können sich folge Erkrankungen ergeben die dauerhaft bleiben.
Also Organe die nicht mehr richtig funktionieren.

Wer als Arzt helfen möchte einmal, weil er damit Geld verdient und weil er damit Anerkennung bekommt ist bei manchen auch überfordert.
Was denke ich wirklich?, Wie soll ich denken dass ich das Geld von der Krankenkassen bekomme? Was würde ich mal gerne ausprobieren was helfen könnte?
Was würde ich gerne ausprobieren aber kann ich nicht, da es nicht Gesetzlich Abgesichert ist?
Ich denke solche Fragen können aufkommen?

Also stellen wir nochmal die Frage Homöopathie oder Schulmedizin?
Ich denke wir müssen uns nicht entscheiden.
Das eine kann das andere ergänzen und umgekehrt. Ob man die Homöopathie mit Wirkstoffen aus Wildpflanzen ergänzen oder austauschen kann?
Wie viel % die Wirkung von Homöopathie beim Stärken von Selbstheilungskräften beitragen kann?

Das Wissen über die Zusammenhänge ist sehr viel, darum haben wir auch Fachärzte, Fachmenschen.

Wie bekommen wir dieses Wissen in die Bildung und soll es überhaupt da sein?

Ist Wissen Macht?








Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 13. Juli 2019, 02:33

Ärztliche Homöopathen

erhalten von der Mehrzahl der GKV-Kassen ein Honorar von 140 EUR plus Ordinationsgebühr für eine sinnlos aufgewendete ärztliche Arbeitszeit und weitere 60 EUR für eine evt "Folgeanamnese!
Für 200 EUR müssen "normale" Ärzte einen GKV-Versicherten 7 Quartale lang behandeln! Das ist die Unverschämtheit! 7.000 ärztliche Homöopathen erzielen zusammen ein Honorar von 700 Mio EUR, also 100.000 pro Kopf und Jahr für eine Tätigkeit, die mit "ärztlich" nichts zu tun hat. Homöopathie ist keine Medizin, und die BÄK und der Ärztetag machen sich lächerlich, dass sie diese "Diplomzauberei" weiter als Zusatzbezeichnung führen.
Avatar #110206
kairoprax
am Freitag, 12. Juli 2019, 17:35

ist das ein Sommerlochthema?


Ich bin kein Homöopath. Allerdings, geschätzt ein Viertel bis ein Drittel meiner schulmedizinischen Patientinnen und Patienten stehen der Pharmaindustrie skeptisch gegenüber. Und das teile ich mit diesen Mitbürgern sehr oft.
Wenn schon müßte man tatsächlich gleiche Maßstäbe anlegen. Es mag ja sein, daß homöopathische Medikamente nicht wirken. Oder tun sie es doch? Den strapazierten Begriff des Placebo und der Autosuggestion führen die Gegner der Homöopathie ins Feld. Wie kimmt es aber, daß Homöopathen einen offensichtlich größeren Anteil an Placebo-Heilungen haben als der Schnitt der Schulmediziner? Oder anders gefragt, wie kommt es, daß die Skepsis gegenüber den Medikamenten der Schulmedizin bei den einen mindestens ebenso groß zu sein scheint wie die Skepsis der anderen vor homöopathischen Präparaten.
Wer heilt hat Recht.
Falsch oder richtig? Klar haben die Heiler bessere Chancen, als gute Ärzte bezeichnet zu werden. Was können die Schulmediziner machen, um nicht zu den schlechten Ärzten zu zählen?
Vielleicht wäre es kein Fehler, einem Homöopathen über die Svchulter zu schauen - übrigens, Homöopathen tun das bei den Schulmedizinern eigentlich immer. Wir werden als Ärzte schließlich nicht zu Homöopathen oder Schulmedizinern erzogen, sondern irgendwann werden wir es.
Kein Mensch kauft ein Auto, das keiner will!
Kein Mensch sucht sich eine Medizin aus, der er nicht in irgendeiner Form nahesteht.
Nicht wer heilt hat Recht, sondern der, der versucht den Patienten zu verstehen, selbst dann, wenn seine Neigungen oder Abneigungen anders sein mögen als die eigenen.
Und haben wir Schulmediziner wirklich immer Recht?
Keineswegs.
Die Chemotherapie zeigt ein deutlich schlechteres Erfolgsergebnis als die Homöopathie ... moment, sagen manche, auch in der Onkologie?
Ich denke an meinen Großvater und im Lauf meines Lebens an eine Hundertschaft anderer Männer, die an Prostatakrebs erkrankt sind. Mein Großvater und andere haben sich nicht operieren lassen, keine Medikamente genommen, allenfalls homöopathische.
Die Überlebensrate beim Prostatakarzinom mag schlechter sein.
Die Lebensqualität eindeutig nicht.
Es ist keineswegs das Praxisschild, auf dem "Homöopathie" steht.
Es ist die überzeugende Zuwendung zum Patienten, die - ich will garnicht mal sagen allen - den Homöopathen eigen ist.
Die, bitte, sollte nicht mutwillig zerstören.
LNS

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